Wegwerfadresse mit Yahoo Mail

Ich mache keinen Hehl daraus, daß mir immer mehr Gründe einfallen, weshalb ich Yahoo ganz klar Google vorzuziehen hätte. Einer davon liegt -schon wieder- bei Yahoo Mail. Dort kann man sich Wegwerfadressen anlegen, die einem in sein normales Yahoo-Postfach zugestellt werden. Auf Wunsch sortiert Yahoo die Mails der jeweiligen Wegwerfadressen in eigene Ordner ein. Natürlich wird auch der Spamfilter auf Wegwerfadressen angewendet. Logisch, denn eine E-Mail Adresse wird ja meist erst dann zur Wegwerfadresse, wenn sich regelmäßig Tonnen von Spam darauf einfinden.

So geht’s:

  1. Wer noch kein Yahoo-Account hat, besorge sich eines. Auf @yahoo gibt es eine lange Liste Endungen zur Auswahl. Wer stylisher und 2nulliger unterwegs sein möchte -oder wer seinen Alias mit dem bisherigen @yahoo.??? nicht mehr bekommen hat-, dem sei geraten, sich jetzt bei Yahoo seinen Alias mit @ymail.com zu sichern. Sprachlich ist diese Domain zwar nicht ganz so geschickt wie gmail, aber sei’s drum. (“Y mail? -I just give you a call!”)
  2. Im “neuen” YahooMail Kontrollzentrum ist das Feature Wegwerfadressen noch nicht implementiert, man muß also oben rechts in die Classic-Version wechseln.
  3. Unter Optionen > Mail findet man schließlich den Wizard für die Erstellung der Wegwerfadressen.
  4. Im Schritt 1 wählt man einen neuen Alias, der nichts mit der eigenen Yahoo-ID zu tun hat. Beispiel: Bienemaja.
  5. Schritt 2: An Bienemaja kommt jetzt noch ein Zusatzwort dran. Also: Wegwerfalias-Zusatzwort@yahoo.com ergibt dann unsere Wegwerfadresse. Das Zusatzwort kann sinnvoller Weise den Verwendungszweck der Adresse bezeichnen. So weiß man später genau, wo man diese Wegwerfadresse eingesetzt hat. Beispiel: bienemaja-buntebildchen@yahoo.com.
  6. Als letzen Schritt kann ich nun entscheiden, ob die Mails in meinen Posteingang oder einen besonderen Ordner zugestellt werden sollen. Außerdem kann man sie farblich markieren. Nice! Optional kann man noch Filter einrichten oder SpamGuard ausschalten. Endgültig interessant werden dürfte die Yahoo Wegwerfadresse dadurch, daß man bei Bedarf auch von ihr Mails versenden kann.

Was tut denn nun der Traumdieb damit? -Nun, dadurch, daß ich beruflich bedingt einen brutale Menge E-Mail Newsletter abonnieren, analysieren und wieder abbestellen muß, ist der Bedarf an frischen, unbenutzten E-Mail-Adressen, auf die garantiert noch nichts anderes angemeldet wurde, höher als beim Durschnittsmenschen. Aber: Wer gerne Newsletter per E-Mail bekommt oder sich für einen Freebie-Zugang schnell per E-Mail anmelden muß, der kann sich mit den Yahoo-Wegwerfadressen bequem eine übersichtliche und verwaltungstechnisch beherrschbare Ordnung einrichten, die es ihm und ihr erlaubt,

  • jeden Newsletter in einen separaten Ordner laufen zu lassen,
  • anonyme Abos ohne Bezug auf die private E-Mail Adresse zu bestellen,
  • dennoch alles unter nur einer Adresse zu lesen und zu verwalten,
  • die unendlichen Speicherplatz bietet und von überall erreichbar ist,
  • und die Wegwerfadressen ganz einfach zu löschen, wenn man sie nicht mehr braucht oder will.

Vorbei sind also die Zeiten, wo man sich auf seinen privaten Webspace 27 verschiedene Accounts angelegt hat, die dann alle im Outlook eingebunden werden wollten. Noch dazu muß man sich auch nie wieder von E-Mail Newslettern abmelden, man löscht einfach die Adresse und läßt die Mails bouncen. -Ich bin überzeugt, einmal mehr von Yahoo.

Welchen Webmailer nutzt Du hauptsächlich?

Ergebnisse anzeigen

Loading ... Loading ...

Lange hat es gedauert, und ganz unsentimental war ich dabei auch nicht, aber heute ist es soweit: Ich schalte meinen alten MovableType Blog ab und den neuen WordPress Blog an.

Designtechnisch ist nicht viel passiert, der Fokus lag primär auf Migration zu WordPress, aber ich habe trotzdem ein wenig an der Lesbarkeit der Seite gearbeitet. So ganz geht der Job an privaten Internetaktivitäten ja nun doch nicht vorbei. Ich hoffe, es gefällt. Ich schreib jetzt auch wieder mehr…

Ich selbst

Prolog

Versuchen Sie erst gar nicht, einen tieferen Sinn als den Augenfälligsten hinter dem Namen dieses Blogs zu suchen! ‘Traumdieb’ war (ist?) der Name eines Rennpferdes, dem ich vor ein paar Jahren zusammen mit Alice auf der Pferderennbahn mal begegnet bin. Keine Angst, ich mag Pferde eigentlich überhaupt nicht, aber das liegt nicht nur daran, daß ich keine ältere Schwester habe, deren alte Wendy-Zeitungen ich lesen mußte. -Sie werden folglich keine Geschichten über Pferde in diesem Blog finden, außer, ich habe mal welche gegessen ohne es zu wissen. Vielmehr spielt ‘Traumdieb’ darauf an, was mir manche Leser über meine Schreibereien immerwieder attestiert haben. Sie interpretieren, meine Themen und die Art wie ich sie bearbeite seien so desillusionierend, daß man meinen könnte, ich stehle ihre Träume von einer besseren Welt. Nun, dies zu beurteilen möge jedem selbst überlassen bleiben, ich für meinen Teil ziehe mir diesen Schuh höchst gerne an. Denn eines ist sicher: Die Menschheit ist von Natur aus böse.

Anarchronistisch & impulsiv

Glauben Sie’s oder lassen Sie es bleiben, ich bin tatsächlich der Auffassung, daß ich noch ganz ‘alte Schule’ bin, was viele Sachen angeht. Man muß nicht MTV schauen, um fast den Aberglauben zu bekommen, was die Kids von heute alles so treiben. Ok, vielleicht ist MTV nun nicht gerade der beste Bezugspunkt, nehmen Sie also noch Politik und das Denken und Handeln meiner Mitmenschen dazu, und so fühle ich mich oft nicht mehr ganz in diese Zeiten passend. Darauf impulsiv zu reagieren erscheint ein plausibler Weg, zum (Nach-) Denken anzuregen und gleichzeitig das eigene Gemüt zu kühlen.

Vom Werden zum Sein

Dieser Blog hat seit seiner Entstehung vor einigen Jahren eine Entwicklung durchgemacht, die man wohl bemerkt. Damit ist aber nicht der Wechsel von Englisch auf Deutsch oder gar das Erscheinungsbild generell gemeint. Die Frau oben auf dem Bild ist übrigens meine Ur-Ur-Großmutter. Seit dieser Version gibt es außerdem wieder Groß- und Kleinschreibung, falls das noch niemandem aufgefallen ist. -Mein Direktkleiner Beitrag zur Rettung und Pflege der Deutschen Sprache im allgemeinen (und des s-Genitivus sowie Futur II und Konjunktiv III im besonderen). Und da wir gerade beim Thema sind: Ich schreibe nach der alten Rechtschreibung! Für mich die einzig wahre Orthographie, habe ich doch als Jahrgang-97-Abiturient und danach Student im Ausland nie die Möglichkeit gehabt, mich in der neuen Rechtschreibung zu üben. Außerdem ist die eh daneben: L’etat c’est moi in meinem Blog, das gilt auch für die Themen.
Nehmen Sie mein Geschreibsel bitte nur so ernst, wie Sie es verkraften können! Ich übernehme keine Haftung dafür, Ihr Weltbild zu zerstören oder gar für Umdenken verantwortlich zu sein. Jeder Mensch ist so frei wie seine Gedanken. Darum erlaube ich mir hier, nicht bloß Tagebuch zu schreiben, sondern mindestens hier und da zu abstrahieren. Auf die Meta-Ebene zu gehen, sozusagen. (Das zumindest würde die 68er Deutschlehrerfraktion dazu sagen… höchstwahrscheinlich…) Vieles aber schreibe ich inzwischen gar nicht mehr auf, das müssen Sie Sich dann dazu denken. Richtig, dieser Blog ist interaktiv. Wenn Sie was zu sagen haben, schreiben Sie es mir oder reden Sie mit anderen darüber.

3-2-1… MEINS!

Wenn Sie das hier Dargebotene einigermaßen unterhaltsam oder inspirierend fanden, freut mich das sehr. Bitte respektieren Sie aber, daß der gesamte auf diesen Seiten vorhandene Inhalt mein geistiges Eigentum ist und somit auch ich gerne darüber entscheide, ob und wie man außerhalb dieser Domain damit umgeht. Die Spielregeln lauten daher wie folgt: Wer mich verlinken mag, darf das gerne mit einem Link, aus dem einwandfrei ein Verweis auf diese Seite hervorgeht, tun. Genauso verhält es sich mit dem Zitieren – klare Herkunftsangabe genügt. Was ich nicht tolerieren werde, ist Schaufenstern, Plagiieren und Klauen.
Die Seiten, zu denen ich hier verlinke, werden zwar regelmäßig auch von mir gelesen, allerdings disclaime ich hiermit jegliche Verantwortlichkeit für fremde Inhalte, auf die durch externe Links verwiesen wird.

Und sonst?

Sie fragen Sich wohl, wer der Kerl eigentlich ist. Nun, schauen Sie im Whois nach oder lesen Sie meinen Blog und machen Sich Ihr Bild. Wer banale Parameter braucht, den interessiert vielleicht, hier einen 30-jährigen Hessen von der Lahn vor sich zu haben, der vor einigen Jahren erst nach Maastricht ging, um dort zu studieren und nach einem guten Viertel seines Lebens mit Titel wiederkam und nun in der alten Hauptstadt sein Geld mit Internetmarketing verdient. Sein Idealismus und die Unfähigkeit, Leute zu bescheißen und auszunutzen stehen ihm (und standen schon immer) dabei zwar ein bißchen im Weg, aber er glaubt fest daran, daß sich Qualität letztlich immer durchsetzt.
Eine feste Einordnung im politischen Spektrum wird mit der Fußnote, daß Extremismus in jeglicher Form zu verurteilen ist, ebenso abgelehnt wie die Einordnung ins Lager der Atteisten. Er bezeichnet sich lieber als freidenkender Agnostiker, der in Glaubens- wie auch anderen Fragen die Überzeugung vertritt, die Menschheit führe grundsätzlich am besten, wenn sie ihren Verstand zur Problemlösung einsetzte, anstelle Dogmen, Ideologien, und Parolen nachzuäffen.

Bitte, Sir, ein Bild!

traumdieb, 2 Jahre altOk, aber nur eines. Und auch nur eins aus 1979, wo ich noch unverdorben war. Will sagen, aus der Zeit, als es nur drei Programme gab, die Telefone noch Wählscheiben hatten und von der Post gemietet waren, als Computer noch keiner daheim hatte, lange bevor es das Internet überhaupt gab, und schließlich, bevor ich durch Schule und Universität gegangen bin.
Modisch war ich meiner Zeit damals sicher 25 Jahre voraus. Und Querstreifen machen nunmal dick, wie man sieht. -Aber wie so viele meiner Generation teilte ich das Schicksal einer diktierten Mode, was ich aber heute angesichts der Entgleisungen der Nachfolgegenerationen gar nicht mehr so schlimm finde. Schließlich sieht man ja, wohin man mit zuviel Zügellosigkeit gerät…

Ach, in meinem wilden Herzen

Das ist von Rilke, nur zu Ihrer Kenntnisnahme. Kein tieferer Sinn, außer dem, der in diesen Zeilen sowieso schon innewohnt. Ignorieren Sie es, wenn Sie es nicht verstehen.

Confidential to: Web.de

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit m?chte ich mich ?ber den v?llig unzureichenden Service und Ihr Gesch?ftsgebaren beschweren.

Mehrfach habe ich nun versucht, mein Web.cent Konto aufzuladen. Jedesmal bekam ich den Fehler zur?ck, ich m?ge meine Adresse mit der im Kundencenter hinterlegten abgleichen, da es dort zu “Unstimmigkeiten” kam. -Sein Sie versichert, da? ich alle mir logisch zug?nglichen Hinterlegungsorte meiner Adresse mit der meiner Wohnung abgeglichen habe und keine -wie Sie so sch?n schreiben- Unstimmigkeiten feststellen kann.
Mein Fehler bestand nun wohl darin, da? ich Ihr Produkt FreePhone eine klasse Sache finde, und mir es darum wegen anstehender Auslandsreisen nicht wirklich egal war, kein Geld auf mein Konto laden zu k?nnen. -Falls Sie kaufm?nnische Hilfestellung ben?tigen, dies nachzuvollziehen: Ich wollte bei Ihnen f?r Umsatz sorgen! Erlauben Sie mir diese zynische Bemerkung, denn offenbar hat die Dame, die bei Ihnen das Telefon unter der mir in der Fehlermeldung kommunizierten Nummer abhebt, keinen kaufm?nnischen Zusammenhang meines Problems mit meinem Anruf bei ihr erkennen k?nnen. Sie erkl?rte mir, da? sie schlie?lich nur f?r den Club zust?ndig sei und verwies mich an die technische Hotline (0900…).
Hier, verehrte Herrschaften, h?rt definitiv der Spa? auf: Da passiert Ihnen ein technischer Fehler, auf den hin ich die mir in der Fehlermeldung unter dem Code CBWV-100/6 pr?sentierte 12-Cent pro Minute Nummer anrufe. Freiwillig! -Dort hebt jemand den H?rer hoch, der weder im Stande ist, mein Problem zu l?sen, noch sich zust?ndig f?hlt, noch einen Vorgesetzten/ein Second Level dort hat, das mir weiterhelfen k?nnte, noch in der Lage ist, mich an die Technik durchzustellen. Nennen Sie so etwas Kundenservice? -Mir ist v?llig klar, da? Sie Ihrem Gesch?ftsmodell folgend eher an einem Upsell interessiert sind, als einen Billigheimer wie mich zu halten. Aber wissen Sie was: So, wie Sie verfahren, das nenne ich schlicht Kundenverarsche! Ich bin ein Web.de-Kunde der ersten Stunde (mich haben Sie damals mit dem Alfa 155-Gewinnspiel geworben, das liegt internetzeitrechnungstechnisch Lichtjahre zur?ck!), und w?rde ich nicht selbst im Internetmarketing f?r einen gro?en Direktmarketing-Verlag arbeiten, dann h?tte ich bestimmt schon lange damit aufgeh?rt, mich semi-berufsbedingt interessiert mit immer neuen Konvertierungsversuchen Ihrerseits bel?stigen zu lassen. Und dann kommt der Tag, wo ich Ihnen gerne Geld ?berweisen will, weil mich mal einer Ihrer Dienste wirklich interessiert, und da verdaddeln Sie es mit allem, was Sie haben.

Jetzt habe ich zwei Fragen an Sie:
1. Denken Sie, da? Sie es diesmal schaffen werden, mir a) ?berhaupt und b) in angemessener Zeit zur Abwechslung mal eine Antwort auf meine Beschwerde zukommen zu lassen?
2. Haben Sie irgendeinen Ansatz, der nicht “Notieren Sie sich mal folgende Nummer: 0900…” lautet, um meinem Problem mit dem nicht aufladbaren Web.Cent Konto beizukommen?

Ich verbleibe mit -noch- freundlichen Gr??en…

Land of Plenty

Alles hat es hier, wirklich alles: Wetter, Wetter, Wetter, Sonne, Sonne, Sonne, und nie weniger als 27 Grad. Au?erdem Kneipen mit Warsteiner, Erdinger, Bitburger, sogar Licher. Caf?s mit Schwarzw?lder Kirsch, Buttersahne, und wenn es sein mu? auch Diabetikerkuchen. K?nnchenkaffee, t?rkischer Mokka, Cappuccino italiano, Kaffee Hag. Paella, Schwertfisch, Calamaretti, Tapas, Currywurst, D?ner, Th?ringer Bratwurst. 2er Golf, Ascona Cabrio, SLK, CLK, SL, einige Spider aus Maranello und eine Viper aus Wetzlar mir Motorschaden. -Echt alles hat’s da. Auch gro?, klein, fest, weich, dick, d?nn, stehend und h?ngend, G?ttinnen wie Vogelscheuchen, Proleten und Gentlemen, Sandale oder Lackschuh. Alles hat’s da!
Aber wehe, wehe Du willst mu?t mal ein wenig den mitgebrachten Firmenlaptop aufklappen, weil daheim sonst einige Dinge anzubrennen drohen und Du deinem Chef versprochen hast, wenigstens “ab und zu, wie es sich halt so ergibt” mal die Mails zu checken und mal anzuklingeln. Weil Du dir auch “in den n?chsten Tagen irgendwo einen Hotspot suchen” gehen wolltest. Deswegen stapfst Du an blanken ?rschen und Br?sten, gest?hlten wie extrem schwabbeligen B?uchen, an vollen Bierhumpen und halbleeren Caipis vorbei, mir der Laptop-Tasche ?ber der Schulter und versuchst, ein m?glichst urlaubshaftes Gesicht zu machen. Den Tune, den Du pfeifst, kennst Du selbst erst seit der letzten Kreuzung.
Das Experiment, wie ein Held der New Economy r?berzukommen, der in Badelatschen, Freizeithemd und Hilfiger-Badeshorts mal eben daheim nach dem Rechten schauen will, damit auch ja sichergestellt ist, da? der n?chste Pitch nach Plan verl?uft, scheitert kl?glich beim ersten Zusammentreffen mit der Fleischereifachverk?uferinnen-Fraktion: “Pah, sieh mal, der hat sich seinen Laptop mitgenommen, damit es ihm am Strand nicht so langweilig ist.” -Extreme Fehleinsch?tzung, junge Frau, aber Du kannst ja nichts daf?r. Irgendwie schaffe ich es aber auch auf den folgenden 800 Metern nicht, die Aura des bunten Hundes von Paguera abzulegen, denn ich bekomme Blicke, Kommentare, bedauerndes L?cheln. Irgendwann sagt ein Familen-Pappa mit Currywurst: “Mensch schau mal, der ist aber wichtig!” Das reicht! Wenn ich hier schon im Ausland f?rs Brutto-Inlandsprodukt was tun mu?, dann habe ich doch wenigstens ein bi?chen Respekt verdient.
Mein anderthalbst?ndiger “Spaziergang” durch den sehr touristisch gepr?gten Ort wird immer wieder erheitert, in dem ich in alle Geb?ude, wo irgendwas mit “Internet”, “@” oder “Email” au?en dransteht, reingehe, um dort nach h?flichem Fragen mit gro?en Augen angeschaut zu werden: “Nein, wir haben hier Internet, aber mit Ihrem Computer k?nnen Sie nicht ins Internet, wir haben ja nichtmal einen Drucker.” Gut, junge Frau, das hat damit auch nichts zu tun, aber seis drum. Im besten Hotel am Platz hat man zwar wei?e Handschuhe an, aber daf?r nur eine Internet-Station mit Monitor hinter Glas und Tasten aus Edelstahl. Danke, nein, hilft mir wieder nicht weiter. (Ich frage mich nur, was an diesem technischen Fossil den Concierge glauben l??t, es handele sich dabei um WiFi…) Richtig Stil hatte dann endlich das einzige Internet-Cafe am Platze, wo ich WLANen k?nnen sollte. Endlich, ich am Ziel, nur eine Stunde nach Beginn der Suche. Mit dem Passwort auf dem Zettel, selbigen in der Hand suchte ich mir ein Pl?tzchen m?glichst weit weg vom Einzugsbereich der brutal kalten Klimaanlage und wartete gespannt auf die erste Gelegenheit, mich ins erste drahtlose Netz des Tages einw?hlen zu k?nnen. Gut, ich war wohl zu naiv und hatte den Spanien-Faktor au?er Acht gelassen: Geht nicht gibts da n?mlich! Ich versuchte h?flich zu bleiben und insistiere darauf, da? nicht mein Laptop defektiv war, sondern deren Netzwerk. Ich, der devisenbringende Tourist, erntete mit diesen hoffnungslosen Versuchen um L?sung des Problems nur mehrfache “Sorry… sorry…. well… sorry” -’Und da ist die T?r, Du Depp’ erg?nzte ich im Geiste.
Und so schnell ?berschreitet man in der modernen Welt die Grenze zum Kriminellen: Auf der n?chsten Parkbank klappte ich wieder mein Notebook auf, um mich ganz frech ins n?chste offene WLAN zu klemmen, was ich finden konnte. Auch auf einer Bank 300m weiter hatte ich keinen Erfolg: Zwar gab es WLANs wie Sand am nahen Meer, allerdings hat den Spaniern zwischenzeitlich wohl auch irgendwer erz?hlt, da? es durchaus Sinn machen kann, diese zu sichern.
Abgek?mpft und total frustriert ?ber soviel kaufm?nnische Ignoranz der Telefonica, nicht in jedem 2ten gr??eren Caf? mal einen HotSpot zu installieren, qu?lte ich mich mit der Tasche ?ber der Schulter wieder nach Hause. Ich kam mir irgendwie vor wie einer, der im Busch nach der n?chsten Telefonzelle gefragt hat. Nur gut, da? es hier sonst echt alles hat.

Chicago, the windy city

Letztes Wochenende war ich -weil ich nichts besseres zu tun hatte- in Chicago. F?r einen Kurztrip. Und weil es ja auch kein big deal ist, f?r ein als h?chst ?berfl?ssig geglaubtes Internetmarketing Seminar binnen weniger Tage 8000 Pr?mienmeilen auf die Miles&More-Karte zu ballern und f?r 48 Stunden Aufenthalt mit Wissensinfusion 30 Stunden zu reisen.
Aber gut, ich war ja immmerhin mal wieder vor der Haust?re und hab neue fremde Betten kennengelernt. Da fragte mich doch noch gestern der Typ aus der Buchhaltung, warum ich denn bei 4 Tagen Reise nur 2 ?bernachtungen abrechnen w?rde. Gerne h?tte ich ihm meinen R?cken und meine Beine antworten lassen, da? das unglaubliche Ph?nomen der Erdrotation f?r diese Sparma?nahme zust?ndig war. Ich verzichtete und sagte im nur, da? ich eine Nacht im Flieger war. Apropos Flieger. Mann mann, was ist das doch alles f?r ein Nepp! Gestern abend war ich im Kino und hatte einen besseren Sitz als in der Economy-Class von United Airlines! Und die Leinwand war auch gr??er, vom Sound gar nicht zu sprechen! Menschen mit meiner K?rpergr??e bzw. Beinl?nge haben da aber auch echt nichts zu lachen. Eingepfercht und bewegungsunf?hig vertreibt man sich mit ollen Filmen die Zeit ?ber den Wolken, nur unterbrochen von menschlichen Bed?rfnissen, Airline-abh?ngigen kulinarischen Verbrechen und dem Bewegungsdrang nachgegeben habenden Spazierg?ngen mit der Kamera im Anschlag.
Mit etwas Gl?ck gibt es irgendwo eine interessante Konversation, der man lauschen kann. Mit meinem ?blichen Pech hingegen hat man so Spaten vor sich sitzen wie den einen frankfurter Yuppie, der mich bald in den Wahnsinn getrieben hat. Der sitzt neben einem hilflosen indischen Gesch?ftsmann und textet den armen Menschen von A bis Z in seinem extrem vergeblichen Englisch f?r zum Davonlaufen zu. Auf einmal h?r ich diesen Schmock sagen: “the advantage of Germany is that it’s big, and India is small, you know?” – und es rei?t mich bald vom Stuhl.
In London verlaufen wir uns erstmal ganz klassisch, gehen nicht durch die “Connection flight”-Schleuse sondern reisen mal eben ein. Die nette Dame am United-Schalter stellt dann an unser Statt fest, da? es arg Zeit wird, zum Gate zu gehen und bringt uns im Stechschritt durch die Security und zu einem Gef?hrt, das sonst nur ?ltere und Gehbehinderte durch den Flughafen kutschiert. Gut, ein wenig peinliches Auftreten geh?rt halt dazu, wenn man was erleben will. Beep-beep-beep-beep… so geht es im super-pursuit mode durch Heathrow, unser Fahrer br?llt alle, die uns im Weg stehen aus sicherer Entfernung zusammen, soda? gerade so niemand zu Schaden kam. Was ein Erlebnis!
Etwas weniger relaxed ging es dann mal wieder bei der Einreise in die Staaten zu. Man machte 2 Warteschlangen: Eine f?r die ehrenwerten american people, die andere f?r die Terroristen. -Rate, in welcher Schlange wir fast anderthalb Stunden standen! Dieses Land ist echt das allerletzte, ein ?berwachungsstaat par excellence, wo einem eine Gestapo ‘willkommen’ hei?t. What a great country!
Wer mal nach Chicago reist, der sollte es dringend vermeiden, in einem Subburb wie Itasca abzusteigen. Wenn ?berhaupt ein Taxifahrer dahin kutschieren will, dann kostet das $55 ab O’Hare. Mit der Bahn nach Downtown sind es zwar nur $5 ($80 gegn?ber einem Taxi gespart), aber daf?r dauert das Unterfangen gleich 40 Minuten. Wirklich viel gesehen habe ich nat?rlich nun nicht wirklich, aber immerhin war ich auf dem Sears-Tower und habe mir das Spektakel von oben angeschaut, was angesichts der 412 Meter hohen Aussicht schon was hermacht. Rauf geht es da echt wie im SciFi-Film: Mit 488 Meter pro Minute, also knapp 30 km/h. 12 Dollar, die sich lohnen. Wenn jetzt noch die Fenster sauber gewesen w?re, h?tte ich noch bessere Fotos…
Auf dem R?ckflug gab es noch eine skurrile Figur – die Amis haben es ja immer so mit der Religion. Da sitzt also dieser Meat-Loaf, schiebt das Tablett mit dem Fr?hst?ck beiseite und packt ein schwarzes, in Leder gebundenes Buch aus. Dazu h?ngt er sich zur Deko ein riesiges, goldenes Kreuz um den Hals und beginnt sein Lekt?re-Ritual. Am Ende laufen ihm dann aus den erf?llten Augen dicke Tr?nen ?ber die fleischigen Wangen. Zum Abschlu? k??t er die Bibel. -Kinder, la?t die Finger von den Drogen!

Neulich in M?nchen

Hilton, Englischer Garten. Wieder eine dieser Fachmessen mit Konferenz-Angebot. Auf der einen Seite Pflichttermin, um endlich ein wenig mehr fundiertes Wissen ?ber Suchmaschinenmarketing anzuh?ufen einzukaufen, auf der anderen Seite eine extrem willkommene, wenn auch anstrengende Gelegenheit, dem Alltag zu entfliehen. 5 Sterne deluxe, na sch?n, wenn Ihr meint. Sollte ich irgendwann mal das Geld zum Sch***en haben, werde ich mir Hotels mit 6 oder noch mehr Sternen suchen m?ssen, in der Hoffnung, da? die wenigstens ihr Geld wert sind. Aber ok, immerhin Klassen besser als in Boston, und sogar nur halb so teuer.
In den Konferenzr?umen das gewohnte Bild: Schreibblock, Werbekuli, Getr?nkeauswahl (Cola, Fanta, Wasser mit, Wasser ohne, Wasser ganz ohne, O- und A-Saft), dazu Pfefferminz vom Werbepartner. Platz nehmen auf diesen Konferenz-St?hlen, von denen ich so langsam den Verdacht habe, da? es auf der Welt nur eine Firma gibt, die Konferenzr?ume bestuhlen darf. So gesehen ist M?nchen auf einmal M?nchen, Gerolstein, Bad Neuenahr, Boston, Bad Godesberg. Komplett austauschbar, das alles – chairwise, versteht sich.
Das selbe gilt f?r die Gesichter, die da rumlaufen, auch Austeller und Redner genannt. Allesamt Messehuren, die das ganze Jahr durch die Kongresse tingeln oder tingeln m?ssen. Neue Leute zu treffen wird schon schwer, wenn man mal so zwei-drei Kongresse zum selben Thema besucht hat. Oder auf einer Fachmesse war, da treffen sich eh alle wieder. Kein Wunder, da? man aufpassen mu?, nicht nach dem dritten Stand schon breit zu sein, bietet einem als “guter Bekannter des Hauses” jeder gleich ein Gl?schen an. Beinahe ekelhaft gestaltet sich dieses Buhlen um neue Kunden, die Gesichter dieser Menschen am zweiten Messetag sprechen B?nde. Aber Hauptsache man bringt genauso viele Visenkarten mit, wie man selber verteilt hat.
Zur?ck nach M?nchen, auch wenn es schwerf?llt. Das beste an diesen beiden Tagen ist das, was ich mir notiert habe. Die Powerpoint-Abdrucke sind so gut wie unbrauchbar, reine Werbeprospekte. Nun ja, fast. Eine willkommene Abwechslung ist das Essen. F?nfzehnter Stock, hoch ?ber M?nchen, zum gemischten Vorspeisenteller bestaune ich die Alpen. ‘Nimm keinen kalten Fisch’ hat mir eine Kollegin geraten, der das letzte Hilton-Essen nicht ganz so wie geplant bekommen war. Ich halte mich dran und genie?e, was die K?che so hergibt. Schlie?lich habe ich der Firma 40 Euro auf den Zimmerpreis gespart und bin stattdessen mit einem Schokoriegel und einem schwarzen Tee aus dem Wasserkocher in den Tag gestartet. Beim Zuckereir?hren denke ich mir noch, da? ich echt bescheuert gewesen sein mu?, den g?nstigsten Preis im Internet gebucht zu haben, weil ich nun wegen bekloppter Reisekostenregelung der Gelackmeierte bin. Kein Fr?hst?ck im Bauch, daf?r aber kaufm?nnisches Geschick bewiesen weil g?nstig die ?bernachtung gebucht. N?hme ich Fr?hst?ck, w?re mein Tagesanfangsbudget minus 17 Euro. -Hol das mal wieder rein in einer Stadt wie M?nchen!
Irgendwie stecken mir auch noch die 2 mal 40 Minuten Fu?weg vom Vorabend in den Gr?ten, als wir auf der Suche nach angemessener Abendverpflegung und durstl?schenden Getr?nken im Stechschritt quer durch den Englischen Garten in die City getobt sind. Oder kommt der Jetlag doch von dem letzten Weizen an der Hotelbar, mit dem ganz sicher irgendetwas nicht gestimmt haben mu??
Eines ist sicher, der Tag geht noch irgendwie rum. Dazu tr?gt der Referent da vorne jetzt erheblich bei. Sein Name klingt deutsch, aber ich mu? mich sehr zur Konzentration rufen, um sein Kauderwelsch zu verstehen. Er entschuldigt sich, er m?sse erst wieder sein Deutsch reaktivieren, da er gerade 3 Monate in Japan gelebt habe. Ich lausche gespannt seinen Worten, denn das lohnt sich allein schon vom Unterhaltungswert. Japan? -Keine Bohne! Das ist astreines Spanier-Deutsch mit tschechischem Akzent. “Bie chaben bier bor, das Proplem ?u l?se?” -Keine Ahnung Jaun-Pavel, aber sag doch bitte nochmal “Qual der Wahl“!
Ein paar Stunden sp?ter schaukelt mich die S-Bahn durchs M?nchner Vorland zum Flughafen. Eben noch konnte ich den Anflug von Mi?gunst abwenden, der mich erfa?te, als ich im stark b?igen Wind an der Bushaltestelle stehend versucht habe, meine Kleidung zu kontrollieren, als ein maximal gleichaltriger aber 10mal st?rker gebr?unter Juppie im Designerzwirn den Chicks in der Hotel-Lobby winkend selbige verlie?, um nach einem kurzen Druck auf die Funkfernbedienung seinen im absoluten Halteverbot parkenden 911er zu aktivieren, l?ssig sein Aktent?schchen in den Kofferraum zu werfen und schlie?lich alle Zylinder boxend das Terrain verlie?. Vierzig Minuten drauf durchlaufe ich den ganzen Franz-Josef, kaufe mir noch eine Zeitung, die ich lese, w?hrend ich versuche, mich nicht ?ber die halbe Stunde Versp?tung meines Fluges zu ?rgern. Gut, da? ich mir nichts zu essen gekauft habe, sonst w?rde ich wahrscheinlich die Salzstangen, die mir die freundliche DBA mit einer Cola Light (“Mit Zitronenscheibe und Eis?” gereicht hat, verschm?hen m?ssen. Nein, dieser Fluglinie geb?hrt mein unbedingtes Lob. Getr?nk, Snack, Zeitung und ein Magazin – alles inklusive. Auf dem Hinflug war es noch der Focus Money, auf dem R?ckflug mu?te es der Playboy sein. Die DBA wei? eben, was M?nner wirklich wollen: Feierabend.

Der l?ngste Tag und die k?rzeste Nacht

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erz?hlen. Genau, er kann, mu? aber nicht. Ich will hier niemanden mit einem truely half-assed Bericht von meiner v?llig unbedeutsamen Reise nach Boston langweilen, sondern nur eben ein paar kleine Anekdoten runtertippen, die ich mir in den Staaten aufgeschrieben habe und mangels PC und Internet nicht vor Ort schon in die Welt br?llen konnte.

Endzeit
Wer sich je gefragt hat, woher Filmemacher und Autoren ihre Endzeitszenarien haben, der kann noch keinen Bustransfer zwischen den Terminals auf London Heathrow mitgemacht haben! Ich glaube wirklich, da? ich noch an keinem Ort gewesen bin, der lebensfeindlicher war als das Wirrwar der Cargotunnel und Gep?ckkatakomben. Eine sofortige Depression st?lpt sich ?ber einen, wenn man im Bus zwischen verschwitzten Achselh?hlen ihrer schweigenden Besitzer durch die get?nten und mit Millionen von Fingerabdr?cken verzierten Scheiben nach drau?en sieht, und die Augen nicht von dieser schier unglaublichen Menge in Beton gegossenen Zivilisationswahnsinns lassen k?nnen und gleichsam fasziniert wie angewidert daran h?ngenbleiben.
Wie ein Ameisenhaufen offenbart sich sich das ganze Ausma? der Leistung eines Flughafenbetriebes erst unter Tage, wo Arbeiter, die wohl selten das Sonnenlicht zu sehen bekommen, emsig der T?tigkeit nachgehen, von der wir nichts mitbekommen, au?er vielleicht, unser Gep?ck kommt mal nicht richtig an. Dann ist es bei Collin und Yogesh, die in den schmalen Zufahrten ihre Kofferwagen erst rangiert und dann kollidiert haben, beim Wiederbeladen mit vereinten Kr?ften vielleicht auf dem falschen Wagen wieder auf die Reise gegangen und sammelt Meilen, die keinem Vielfliegerkonto jemals gutgeschrieben werden k?nnen.

The American way
Je ?lter man wird, desto mehr Flunkereien der Eltern aus der Kindheit entlarvt man pl?tzlich als solche. Da? ich daf?r aber erst nach Boston, respektive Amerika, fahren mu?, h?tte ich wahrlich nicht gedacht.
“Wenn du deinen Teller nicht leeri?t, gibt es morgen schlechtes Wetter!” (Als Kind glaubst du sowas!) -Nun, das kann eigentlich nur in Europa gelten, nicht jedoch in den Staaten. Bei den Portionen? -Keine Chance. Selbst Vielfra?e wie ich kommen da in die Verlegenheit, anderen den n?chsten Tag quasi vorsetzlich zu versauen. Aber es geht einfach nicht, was die dort auf die Teller packen! Egal ob in einem Lunchroom oder einem Diner, selbst beim Thail?nder ist es zuviel. Einerseits wundert es da nicht, da? so viele Amis so brutal fett sind (es ist echt so, ich h?tte ein ganzes GB Fotos von fetten Leuten mitbringen k?nnen!). Mich wundert vor allem, warum da die Kundschaft nicht meutert und sagt “hey, packt hier bitte eine Menge Essen auf meinen Teller, die ich essen kann und berechnet das auch so”. Anstelle vergeht einem beim Lesen der Karte schon meist der Appetit, wenn man die Preise sieht, und steht dann der Teller auf dem Tisch nervt die Bedienung ungelogen alle paar Minuten, ob es schmeckt, ob ich noch Durst habe (wie denn bittesch?n, wenn ich einen 10 Liter Eimer Cola hingestellt bekomme??), ob “you guys ok” sind, uns schlie?lich, ob sie uns nochwas bringen kann, also ob wir “set” sind. Verneint man diese Frage oder ist irgendwie indifferent, sagt also sowas wie ‘sp?ter vielleicht’, trabt sie weg und bringt stattdessen die Rechnung. Klarer Fall von “no tip”. Ist gemein, ich wei?, aber genug ist genug.
?berhaupt sind die Amis echt ma?los. Jeder Honk f?hrt da mindestens 6 Zylinder, besser 8, und wenn es nur 4 sind, steht Turbo oder Twin Turbo hinten drauf. Klar, wenn der Sprit so billig ist… Aber dann sollen sie wenigstens auch damit parken k?nnen. K?nnen sie nicht, also gibt es riesige Parkpl?tze. -Das ist seltsame Logik.
Geht noch weiter: Weil sie ihre Cola nicht k?hlen, mu? ein Kilo Eis ins Glas. Weil Eis aber die subversive Eigenschaft hat, zu schmelzen und die andere Fl?ssigkeit auf diesem Wege erheblich zu verd?nnen, tun sie mehr Zucker als hier in die braune Brause.
Ma?los, kein anderes Wort hatte ich ?fter auf der Zunge und wollte es allen dauernd ins Gesicht schreien. ?ber Klimaanlagen und Energieprobleme sage ich nur: Ich war froh, auf dem Weg zur Tagung im Anzug zu schwitzen, denn daf?r hab ich w?hrend der Vortr?ge nur ganz wenig frieren m?ssen…

Konventionen?
Am Morgen des zweiten Konferenztages begr??t uns der Vorsitzende mit den Worten “Good morning everybody! How nice: you all found your way back from the hookers!”

Der fliegende Holl?nder
Ich habe gerade in meinem World Traveller Plus Sitz platzgenommen, da frage ich mich auch schon, warum diese irre gut aussehende Bombshell-Flugbegleiterin mit so einem h??lichen, d?rren Honk, der eine unterirdische Brille und eine viel zu kurze Anzughose tr?gt, plaudert, als wollten die beiden jeden Moment die Besenkammer aufsuchen. Es gibt daruf nur eine Antwort: Das ist ihr Job!
F?nf Minuten sp?ter identifiziert sich der Honk als waschechter Holl?nder, dem der Sitzplatz neben mir geh?rt, und die Stewardess als in Wahrheit leider extrem schiefzahnige Britin. Was mich an meiner Konversation mit dem Holl?nder, die selbstverst?ndlich stattfand (schlie?lich ist es kein 40 Minuten Inlandsflug!), immernoch stolz macht, ist, da? ich ihm nicht wie sonst bei Holl?ndern ?blich, auf die Nase gebunden habe, da? ich in Maastricht studiert habe und darum auch gerne mit ihm auf Niederl?ndisch plaudern k?nnte. 7 Stunden habe ich diesen Mann neben mir ertragen, und das war echt nicht einfach. Nach dem Amsterdamer Boulevardblatt zappte er erst v?llig planlos durch die 16 Videokan?le, um dann beim Info-Programm h?ngen zu bleiben und in unlesbarer Schrift anfing, Notizen zu machen. Nach dem Essen und einigen erfolglosen Versuchen, mit mir einen philisophischen Plausch zu beginnen (“Will we remove our limits in research and science ourselves or will this happen automatically over time?” oder auch: “Why is it that women smile more often than men?”), packte er seinen Laptop aus und begann einen Brief, offensichtlich an seine Lebensgef?hrtin. Unterdessen hatte ich von ihm erfahren, da? er ein Senior Researcher in seiner Firma ist, die k?rzlich verkauft wurde, er deswegen dauernd nach Boston mu? und vieles andere mehr. Darunter auch das Detail, da? er ja nur in dieser Maschine sitze, weil bei seinem ersten Versuch, am gestrigen Tage Boston zu verlassen, das Fahrwerk der Northwest-Airlines Maschine beim Ausparken zusammengebrochen ist. (Ich habe die Story jetzt mal auf das Wesentliche reduziert, was ich mir auch von ihm gew?nscht h?tte…) Er begann also seinen Brief an seine Frau, den ich hier und da versehentlich mitlas. Wenn ein Mann einer Frau schreibt, und dann dauernd Zahlen tippt, handelt es sich entweder um eine Rechnung, eine Scheidung (was auch auf Rechnung hinausl?uft), oder aber um einen Wissenschaftler oder Control-Freak, der daran glaubt, der Gegen?ber findet bestimmte Sachverhalte genauso spannend wie man selbst. Unser vielfliegender Holl?nder schreibt ihr also von Neufundland, 12 km H?he, 900 km/h und der Tatsache, da? er sich gar nicht recht vorstellen kann, da? es drau?en Minus 55 Grad sind. Beinahe h?tte ich ihm noch zur Lekt?re des Bordmagazins geraten, dann h?tte er noch dabeischreiben k?nnen, da? eine 747-400 schlappe 15000 Liter Kerosin pro Stunde durchzieht. Stattdessen hat er lieber die Zeit beim Start gemessen, 1 Minute 5 Sekunden, und er trumpft vergleichend auf, da? eine kleine 737-200 nur 45 Sekunden bis zum Take-off beschleunigt. Diskussion zwecklos, er ist schlie?lich Vielflieger. Und Holl?nder.

Giovanni aus Hongkong
Nach der k?rzesten Nacht (minus 6 Stunden) und dem wenigsten Schlaf in einer Nacht (30 Minuten… netto) sa? ich schlie?lich in dem kleinen (wahrscheinlich ?hnlich schnellstartenden) Airbus 320 von London zur?ck nach K?ln neben Giovanni. Er hatte sich gleich um Kontakt bem?ht, kein ?berfl?ssiges Warten. Ich klemmte die Streichh?lzer zwischen die Lider und bem?hte mich um freundliche, nichtssagende Konversation. Er komme gerade aus Hongkong, mache in Textilien, und er habe dort Gesch?fte geschlossen und Bestellungen get?tigt. Stolz berichtet er, ?brigens Mitte/Ende 30, Typ schmieriger Sizilianer, in ungef?lschtem Armani und echter Uhr, mit katastrophalem Mundgeruch und ranzigem Gel in den Haaren, im Geldbeutel jedoch nur die besten Karten, von seiner Industrie und dem Gesch?ft in toto. Er habe ja schon selbst in Portugal und Rum?nien Fabriken gehabt, aber damit k?nne man ja schon viele Jahre nichts mehr verdienen. Darum China. Die arbeiteten da 12 Stunden am Tag, sechseinhalb Tage die Woche f?r 120 Euro im Monat, was wolle man schlie?lich mehr? Und nach China, was kommt dann? “Nix mehr, bleibt China”, meint Giovanni und ist m?chtig stolz darauf, mir Tips zu geben, wie man in China am besten die Bev?lkerung ausbeuten kann, denn “die wollen ja wenigstens noch arbeiten! F?r jeden Lohn machen die das! Von mir aus auch 200 Euro in 5 Jahren. Keine Gewerkschaft, keine Krankheiten, keine Lohnnebenkosten. -Am T-Shirt kann man das hinterher schlie?lich nicht sehen, verstehen sie?”

Wem der Liter Sprit noch immer g?nstig vorkommt und zu denen geh?rt, die nach Steuern und Abz?gen noch was ?brig haben, der kann jetzt, da es nur noch genauvielleichteventuell 74 Tage bis zur Wahl sind, endlich vom Sofa aus seinen Beitrag zur Demokratie leisten:

Spenden als Beitrag zur Demokratie
Neben der Stimme am Wahltag und der Mitgliedschaft ist die Spende die dritte wesentliche S?ule f?r die Unterst?tzung einer Partei durch die B?rger. Spenden sind ein wichtiger und sehr pers?nlicher Beitrag des einzelnen B?rgers f?r die Politik seiner Wahl und Ausdruck pers?nlicher Willensbekundung. Eine Spende an eine Partei st?rkt die Demokratie in Deutschland. Deswegen werden Spenden von B?rgerinnen und B?rgern an politische Parteien als ein staatsb?rgerlicher Beitrag von unserem Parteiengesetz ausdr?cklich durch staatliche Zusch?sse honoriert und sind zudem steuerlich absetzbar.

-Internetseite der FDP

?ber das Kapital hat sich einst schon Marx ausgiebig ausgelassen, also greifen auch heute die Sozis beherzt danach:
Das Interessante ist, da? die Herrschaften “Sie und dich” dazu brauchen, erfolgreich eine bessere Politik -mit anderen- machen zu wollen. (Oh Zwiebelfisch, morituri te salutant!) Da liegt es in der Tat nahe, bei der kapitalistischen Berliner Volksbank ein Spendenkonto einzurichten, von dem dann aber die WASG sicher nichts abbekommt. ?tschib?tsch!
Gerd und M?nte kann man dagegen mittels seiner Spende das “neue Vertrauen auch finanziell beweisen”. Zwar r?umt man St?rfrequenzen von “Kohl bis K?ln” ein, die das Vertrauen wohl berechtigterweise ersch?ttert haben, aber: “Wer uns finanziell unterst?tzt, kann sicher sein, dass wir mit dem uns anvertrauten Geld sinnvoll und verantwortlich umgehen. Das versprechen wir!” -Is scho recht…
Woraus sich die WASG die Arbeit ihrer Millionen Freiwilliger und Ehrenamtlicher bezahlt, oder ob die ihre Wahlkampfb?hnen selber zimmern und sich so die 5000 Euro pro Bretterhaufen (Quelle: CDU) sparen, konnte ich leider ums Verplatzen nicht rausfinden. Scheinbar sind in dieser “Demagogischen” Vereinigung (Quelle: SPD) soviele gutsituierte Menschen aktiv, da? die gerne mal f?r soziale Gerechtigkeit ein paar ?berstunden schieben. Da packt halt ein jeder mit an, wenn man Revolution spielen darf!
Das war ja an sich auch mal eher die Aufgabe der Gr?nen. Aber seit die etabliert sind, scheren die sich einen feuchten um “Haste ma ne Mark?” Nein nein, da geht es heuer viel entspannter zu: Einfach einen g?ldenen Button mitten auffe Homepage und feddich. Denn schlie?lich hat man ja schon “viel erreicht und noch viel vor”. Komisch, irgendwie haben das alle. Nur wenn’s bei den Parteien schon am Geld h?ngt, dann wundert mich nichts mehr! Dann gute Nacht Deutschland. Andererseits macht das die Sache volksn?her. Ehrlich, so wird Politik wieder glaubhaft. Ich sags ja: Die sind alle welche von uns!
Den Vogel schie?t allerdings die CDU ab. Dort postuliert man: “Ihre Spende f?r die CDU – Ihr Beitrag f?r Deutschlands Zukunft”. Hab ich da nicht eben erst im Spiegel gelesen, da? wir nun definitiv mit der Frau Dr. Merkel h?here Mehrwertsteuer gebucht haben? Kann mir das eben jemand erkl?ren, wie das in diesem Falle mit Return on Investment aussieht? -Wer soll es da jemandem ?belnehmen, lieber einen Zwanni zu verfeuern, als ihn der CDU zu spenden?! Immerhin hat man dann wenigstens noch was davon! Weiter wird da im mecklenburgischen Wehleidston von ‘moderner Mediengesellschaft’ geheult, und wie teuer das doch alles ist. Wer spendet, der hilft der CDU, ihre Ideen auch endlich einmal “?ffentlichkeitswirksam zu vertreten und die Menschen von dem notwendigen Politikwechsel in Deutschland zu ?berzeugen.”

Wem jetzt immernoch nicht schlecht ist von soviel gequirlter G?lle, dem kann ich nur zurufen: Helfen auch Sie mit – denn Deutschland kann mehr!

Wie Der Spiegel hier schreibt, hat der Reifenhersteller Michelin eine Studie durchgef?hrt, die thematisch das Thema meiner Diplomarbeit streift. Die Frage lautete: “Welcher Reifentyp sind Sie?”. Die Studie bringt f?nf scheinbar unterschiedliche Gruppen von Reifenk?ufern hervor, verfehlt aber im Kern den Bezug auf den Grad der Beeinflu?barkeit der unterschiedlichen K?ufer. Es scheint, als n?hme man bei Michelin an, mit klassischem Marketing allein k?nne man neue K?ufer gewinnen. Ich meine, da? es so einfach nicht ist!

Weiterlesen »

« Zurück - Nächste »