Archiv für die 'Confidential to...' Kategorie

Jedes Haar zählt

Eigentlich wollte ich ja hier auf meinem ollen, betagten MovableType-System gar nichts mehr bloggen, sondern erst wieder dann, wenn ich in ein paar Tagen Wochen (Monaten?) auf Wordpress geswapped bin.
Aber meine gerade eben vorgenommene Anmeldung bei YahooMail hat mich hier nicht mehr ruhig sitzen lassen. Man stelle sich vor: Der Account ist keine 2 min alt, und außer meiner Postleitzahl (die auch die von Timbuktu hätte sein können, solange sie echt ist), des Geschlechtes und meines Geburtsdatums wissen die nix von mir. Nix!
Und was blendet mir das angeblich mit Behavioural Targeting hinterlegte Ad-Netzwerk von Yahoo als allererstes in großen Flash-Skyscrapern an? -Haarwuchsmittel. Von Schwarzkopf. Weil jedes Haar zählt und der Albtraum beginnt. Danke Yahoo, ich bin 30, bitte helfen Sie mir über die Straße.

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Confidential to: Web.de

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit möchte ich mich über den völlig unzureichenden Service und Ihr Geschäftsgebaren beschweren.

Mehrfach habe ich nun versucht, mein Web.cent Konto aufzuladen. Jedesmal bekam ich den Fehler zurück, ich möge meine Adresse mit der im Kundencenter hinterlegten abgleichen, da es dort zu “Unstimmigkeiten” kam. -Sein Sie versichert, daß ich alle mir logisch zugänglichen Hinterlegungsorte meiner Adresse mit der meiner Wohnung abgeglichen habe und keine -wie Sie so schön schreiben- Unstimmigkeiten feststellen kann.
Mein Fehler bestand nun wohl darin, daß ich Ihr Produkt FreePhone eine klasse Sache finde, und mir es darum wegen anstehender Auslandsreisen nicht wirklich egal war, kein Geld auf mein Konto laden zu können. -Falls Sie kaufmännische Hilfestellung benötigen, dies nachzuvollziehen: Ich wollte bei Ihnen für Umsatz sorgen! Erlauben Sie mir diese zynische Bemerkung, denn offenbar hat die Dame, die bei Ihnen das Telefon unter der mir in der Fehlermeldung kommunizierten Nummer abhebt, keinen kaufmännischen Zusammenhang meines Problems mit meinem Anruf bei ihr erkennen können. Sie erklärte mir, daß sie schließlich nur für den Club zuständig sei und verwies mich an die technische Hotline (0900…).
Hier, verehrte Herrschaften, hört definitiv der Spaß auf: Da passiert Ihnen ein technischer Fehler, auf den hin ich die mir in der Fehlermeldung unter dem Code CBWV-100/6 präsentierte 12-Cent pro Minute Nummer anrufe. Freiwillig! -Dort hebt jemand den Hörer hoch, der weder im Stande ist, mein Problem zu lösen, noch sich zuständig fühlt, noch einen Vorgesetzten/ein Second Level dort hat, das mir weiterhelfen könnte, noch in der Lage ist, mich an die Technik durchzustellen. Nennen Sie so etwas Kundenservice? -Mir ist völlig klar, daß Sie Ihrem Geschäftsmodell folgend eher an einem Upsell interessiert sind, als einen Billigheimer wie mich zu halten. Aber wissen Sie was: So, wie Sie verfahren, das nenne ich schlicht Kundenverarsche! Ich bin ein Web.de-Kunde der ersten Stunde (mich haben Sie damals mit dem Alfa 155-Gewinnspiel geworben, das liegt internetzeitrechnungstechnisch Lichtjahre zurück!), und würde ich nicht selbst im Internetmarketing für einen großen Direktmarketing-Verlag arbeiten, dann hätte ich bestimmt schon lange damit aufgehört, mich semi-berufsbedingt interessiert mit immer neuen Konvertierungsversuchen Ihrerseits belästigen zu lassen. Und dann kommt der Tag, wo ich Ihnen gerne Geld überweisen will, weil mich mal einer Ihrer Dienste wirklich interessiert, und da verdaddeln Sie es mit allem, was Sie haben.

Jetzt habe ich zwei Fragen an Sie:
1. Denken Sie, daß Sie es diesmal schaffen werden, mir a) überhaupt und b) in angemessener Zeit zur Abwechslung mal eine Antwort auf meine Beschwerde zukommen zu lassen?
2. Haben Sie irgendeinen Ansatz, der nicht “Notieren Sie sich mal folgende Nummer: 0900…” lautet, um meinem Problem mit dem nicht aufladbaren Web.Cent Konto beizukommen?

Ich verbleibe mit -noch- freundlichen Grüßen…

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Danke Natasha! Danke, daß Du es mit psychologisch gut vorbereiteten, druckfertigen Statements geschafft hast, das mediale Interesse auf die wirklich wichtigen Themen zu lenken.
Neigt sich der Urlaub dem Ende zu, steigt immer auf wundersame Weise das Bedürfnis nach Nachrichten. Wärest Du nicht gewesen, müßte ich heute noch mehr von Frau Wussows Todeskampf mit dem Krebs, Agassis tragischem Karriereende, dem Vernichtungssieg über San Marino, Schumis Ausstieg aus der Formel 1, oder -ganz schlimm- die neuesten Eskapaden aus dem Liebesleben von Dieter Bohlen mit immer wieder neuen Teppich- bzw. Strandludern aushalten. Alles nur Gammelfleisch also…
Nein, wirklich, so etwas verdient Anerkennung! -Und auch wenn die Erlöse aus diesen ganzen mitleidsschwangeren Auftritten im TV oder der Presse nun doch nicht für nicht-vergewaltigte, dem Defizit ihres Peinigers vom ersten Moment an überlegene Mexikanerinnen aufgewendet wird - sei’s drum, so haben wir wenigstens eine starke junge Frau kennengelernt, die wir garantiert nirgendwo auf der Straße wiedererkennen würden.

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Danke Onkel Jürgen, jetzt sind es nur noch 18 Euro bis zum Einstandskurs meiner paar Daimler-Aktien!

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RTFM!

Bin ich froh, daß ich so glimpflich mit meinem Statistik-Part in der Diplomarbeit davongekommen bin. Wie man sieht, kann es auch viel, viel schlimmer kommen:

Lisa,

the SOBEL test can also be done with PLS. Tell her, she will need the unstandardized estimates and bootstrapped SE’s. Should work better than regression.

Best, M.

Hmm… ich fragte mich echt, was mir diese Zeilen sagen wollten, aber dann entdeckte ich, daß mir mal wieder jemand eine Mail geschickt hatte, die eigentlich für Mr Genius himself, also den, der meinen Namen bloß mit dem S hintendran trägt, gedacht war. Ist es denn so schwer, das Outlook-Adressbuch gescheit zu bedienen?

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Liebe Namensvetter,

bitte seid doch etwas sorgsamer, wenn Ihr Eure Email-Adresse weitergebt. Achtet vor allem auf die Schreibweise, denn sonst muß ich Eurer Mutter zurückschreiben, daß es Euch im Austausch in den USA gutgeht, Ihr an Omas Geburtstag denkt und ganz bestimmt auch bald mal wieder daheim anruft. Gern regele ich auch für Euch Streitigkeiten mit dem Vermieter, gebe bereitwillig Auskunft, warum die Mieten der letzten drei Monate noch nicht bezahlt sind und auch, warum Ihr etwas an der Nebenkostenabrechnung zu makeln gehabt habt. Abends widme ich mich dann auch gern der Durchsicht der Protokolle der letzten Lehrerkonferenz und bin ein wertvoller Gesprächspartner, wenn es um das Aussuchen von Klausuraufgaben für die 10b geht. Nebenberuflich schreibe ich für das Arbeitsamt Stellen aus und treffe Personalentscheidungen hinsichtlich der Besetzung einer Waffelbude für einen historischen Markt am kommenden Wochenende. Wenn ich dann noch Zeit habe, rechne ich auch gern in Eurem Namen mit einer mindestens dubiosen Briefkastenfirma aus Berlin meine Tätigkeit als männliche Messehostess ab….

Irre interessant, was die anderen Martin Wetzels so treiben!

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Sport zu treiben ist gut. Dabei eine gute Figur machen verdient Bewunderung. Schick angezogen sein hingegen nur dann, wenn das Sportdress keine Dinge offenlegt, die es besser kaschiert hätte. Verschwitztes Makeup ist allerdings gänzlich indiskutabel. Ferner gibt es keine Bonuspunkte für einen straffen Bauch, wenn sich dafür Cellulitekrater und Wohlstandsarsch durch die weiße Venus-Williams-Edition Trainingshose bemerkbar machen.

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Wer bei vierwöchiger Abwesenheit Energie sparen will, steckt seinen leeren Kühlschrank aus. Das ist löblich.
Wer Hirn hat, läßt dann aber auch die Kühlschranktür offen, denn so bleibt das Innere frei von Schimmel!

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