Bin ich Deutschland?

Seit gut einer Woche macht es mich beim Fernsehen ganz nerv?s, da? eine nicht zu untersch?tzende Menge VIPs mir durch die Mattscheibe zuruft, ich sei Deutschland. Zwischendrin pl?rrt ein Kind, ich solle von der Bremse runter, Didda Kawutzke schl?gt vor „sich de H?nd schmutzsch z’machen„, die Frau Fahrradkurierin will allen in den Hintern treten… Ja du meine G?te, was ist denn pl?tzlich in dieses Land gefahren? -Geht da gerade ein Ruck durch Deutschland, den ich nicht mitbekomme, weil ich jeden Tag arbeiten gehe? Und ?berhaupt, wer ist denn eigentlich hier die Zielgruppe?
Tjaha, der Xavier hat gut Lachen, der Olli auch, und der Korittke pieft sich einfach einen, wenn’s ihm mal schlecht geht. Und der Wickert, und die Kathie Witt, der Jauch, der Asamoah… alles Leistungstr?ger dieser Gesellschaft, die sich kein bi?chen Gedanken zu machen brauchen. Sowas soll den ?berzeugten Hartz-4er von der Couch und seinen kriminellen, drogens?chtigen Filius aus der Adidas Schnellfickerhose rei?en? Nicht Euer Ernst!
Wo bei mir noch ein Funken Stolz aufkommt, wenn ich an den Steueranteil meiner letzten Gehaltsabrechnung denke, w?hrend mir von der anderen Seite der Glasscheibe jemand zuruft, ich sei Deutschland, da lachen sich doch die 3 Penner, an denen ich jeden Morgen unweit des Bahnhofs vorbeilaufe sowas von kaputt bei, da? sie fast ihren Lambrusco versch?tten. Die haben n?mlich keinen Fernseher, die wissen gar nicht, da? auch sie Deutschland sein k?nnten, wenn sie doch nur ab und an ferns?hen und sich berufen lie?en.
Nee nee Leute, richtige Baustelle, aber falscher Film. Wer oder was ist denn nun wirklich Deutschland? -Dieses Kasperltheater, das die Herrschaften da in Berlin abziehen etwa? Der W?hler hat eindeutig gesprochen, und nun, nach 4 Wochen hat man sich doch noch dazu durchringen k?nnen, im W?hlerauftrag das Arbeiten beginnen und die Arroganz der Herrschenden ablegen zu wollen. Koalitionsverhandlungen, wenn ich das schon h?re! Was gibt es denn da noch zu verhandeln? Die Kost?me sind verteilt, bitte hinten anstellen, ihr Ticket liegt am Schalter f?r sie bereit. Und dann ab zum Mond, oneway.
Diese 82 Millionen Deutschl?nder kommen gar nicht umhin, sich verarscht zu f?hlen. Zum Beispiel, lieber Herr M?ntefering, pl?tzlich nun doch 2% Mehrwertsteuererh?hung fallen mit Sicherheit nicht mehr unter „man mu? manchmal Kompromisse eingehen, um eine stabile Regierung zustande zu bringen.“ Ach was soll’s auch, wir ham’s ja, nicht? Dieser Eindruck dr?ngt sich echt auf, wenn man zum verkaufsoffenen Sonntag in die Stadt geht. Da wird konsumiert bis die Schwarte kracht. Als ob es da was anderes g?be. Oder billiger. Oder von h?bscheren Verk?uferinnen. Und noch ein Eis und ne Wurst dazu, bruacht Mami sp?ter nicht mehr kochen.
Ihr Kinner, ich sach’s Euch, wenn ich Deutschland bin, dann liegt das Land bald ganz weit weg.

Change Management

Nach l?ngerer Abwesenheit -mir kommt es wie ein ganzer Monat vor-, hab ich auch nun endlich wieder Neuigkeiten zu berichten. Aber sowas von! Ich la? jetzt einfach mal die Katze aus dem Sack: Der Mann ist von der Stra?e, und zwar auf ganzer Linie. Beruflich wie wohnsitzm??ig.
Eben grad hab ich meinen Arbeitsvertrag f?r „kaufm?nnische Angestellte“ (meinen die echt mich?) unterschrieben und verschickt. Am 8.8. gehts los, und zwar als Produktmanagement Trainee bei einem Verlag in Bonn. Alice und ich haben dann das Wunder komplett gemacht und uns in Rekordzeit eine Wohnung gesucht. Wof?r andere ein halbes Jahr brauchen, hatten wir einen Nachmittag n?tig. Auch wenn wir uns wieder immens den Kopf zerbrochen haben, alle F?r und Wieder zehntausendmal abgewogen haben, war die Sache eigentlich schon ein klarer Fall, als wir die Wohnung als Search-Item Nummer 3 besichtigt haben. Gestern kam dann noch das OK vom Vermieter, da? der zwei junge Menschen, die der Arbeitslosigkeit frisch entronnen sind, gerne unter der Bedingung, da? wir die M?lltonnen selber 3 Meter ?ber den Hof zur Stra?e ziehen, in sein Haus aufnehmen wird. (Bei sowas frag ich mich immer, in was f?r einer Gesellschaft ich eigentlich lebe, wenn man vertraglich festlegen mu?, da? die Mieter selbst f?r die Entsorgung ihres M?lls sorgen und dem Schornsteinfeger die T?r ?ffnen.) Na jedenfalls hat er sich erkundigt, ob wir denn linke H?nde h?tten. Und da war er, der Vorgeschmack auf den langherbeigesehnte Moment, auf den ich immer gewartet habe. Der, von dem ich immer sagte „eines Tages kommt dir nochmal zu Gute, da? du auf dem Land aufgewachsen bist!“ Nun gut, wolln’wa mal nicht ?bertreiben, aber dennoch sei erw?hnt, da? uns die F?higkeit, die eine Wand der Loggia selbst zu streichen eine halbe Monatsmiete einbringt. Oder anders gesagt: Wir d?rfen 2 Wochen vor Mietbeginn rein. Dolle Sache.
Also einen Grundri? poste ich hier gewi? nicht. Es handelt sich bei dem Objekt um eine gro?z?gige 3 ZKDB-Wohnung im 1. OG eines Altbaus von 1902 (man verzeihe mir den Makler-Jargon, aber ich bin noch ganz eingenommen davon!) in der nettesten Ecke von Bad Godesberg, dem Villenviertel. Erst waren wir ja schwer von Godesberg abgeneigt, aber jetzt haben wir erkannt, da? es sich in diesen Zeiten umringt von Taliban einfach unterm Strich am sichersten leben l??t! Beschaulich gehts da zu, nette H?user, von mir aus auch Villen, aus Biedermeier, Gr?nderzeit und Jugendstil, in baumreichen, von mir aus auch aleenhaften Stra?en. Wo fr?her die Bourgeoisie zuhause war, tritt der einst am dichtesten diplomatisierte Flecken Deutschlands das historische Erbe an und gew?hrt uns Wohnraum. Und sch?nen dazu, auch wenn ich beim blo?en Gedanken an das Streichen von dreimeterachtzig hohen Decken schon Muskelkater habe. Hab ich schon gesagt, da? eine Einbauk?che, 1 Balkon und 1 Loggia dabei ist und wir ?ber ein G?ste-WC verf?gen werden? Irre! Und die Tochter des Vermieters, die untendrunter wohnt und noch studiert, ist ganz scharf auf den K?hlschrank von der Wohnung. W?re ich auch, wenn ich sie w?re, schlie?lich findet einfach jeder einen AEG mit geb?rsteter Edelstahlfront cool. Aber sie wei? ja noch nicht, da? wir mein geerbtes Wohnzimmer aus 1902 da reinstellen und uns auf dem gigantischen Ledersofa von Alices Eltern l?mmeln werden. Aber f?r den Rest m?ssen wir schon noch nach Schweden, da f?hrt kein Samstag mehr an M?belhaus-Besuchen vorbei. Ich war eben auch schonmal im Baumarkt und hab mich eingehend ?ber Farben und Streichger?tschaften informiert, schlie?lich mu? das dann alles ratzifatzi gehen. Und Respekt hab ich vor der ganzen Angelegenheit. Das ist nach ganz langer Zeit mal wieder das n?chste Level, das hier ansteht. In jeder Hinsicht. Und das ist auch gut so, sagt der Wowe schlie?lich. Also, ich freu mich drauf, endlich passiert wieder was. Auch wenn es Kampf wird, aber man w?chst doch schlie?lich mit seinen Aufgaben, oder?
Na, jetzt wissen Sie alle wieder Bescheid und wir k?nnen gemeinsam vor den Hausaltar schreiten, um zu sehen, was der Horst uns zur Lage der Nation zu sagen hat. Oder sollte ich „der Souver?n“ sagen? -Mal sehen, was er f?r eine Krawatte tr?gt, dann ?berleg ich mir’s vielleicht noch, ich respektloses Ekel…

Wem der Liter Sprit noch immer g?nstig vorkommt und zu denen geh?rt, die nach Steuern und Abz?gen noch was ?brig haben, der kann jetzt, da es nur noch genauvielleichteventuell 74 Tage bis zur Wahl sind, endlich vom Sofa aus seinen Beitrag zur Demokratie leisten:

Spenden als Beitrag zur Demokratie
Neben der Stimme am Wahltag und der Mitgliedschaft ist die Spende die dritte wesentliche S?ule f?r die Unterst?tzung einer Partei durch die B?rger. Spenden sind ein wichtiger und sehr pers?nlicher Beitrag des einzelnen B?rgers f?r die Politik seiner Wahl und Ausdruck pers?nlicher Willensbekundung. Eine Spende an eine Partei st?rkt die Demokratie in Deutschland. Deswegen werden Spenden von B?rgerinnen und B?rgern an politische Parteien als ein staatsb?rgerlicher Beitrag von unserem Parteiengesetz ausdr?cklich durch staatliche Zusch?sse honoriert und sind zudem steuerlich absetzbar.

-Internetseite der FDP

?ber das Kapital hat sich einst schon Marx ausgiebig ausgelassen, also greifen auch heute die Sozis beherzt danach:
Das Interessante ist, da? die Herrschaften „Sie und dich“ dazu brauchen, erfolgreich eine bessere Politik -mit anderen- machen zu wollen. (Oh Zwiebelfisch, morituri te salutant!) Da liegt es in der Tat nahe, bei der kapitalistischen Berliner Volksbank ein Spendenkonto einzurichten, von dem dann aber die WASG sicher nichts abbekommt. ?tschib?tsch!
Gerd und M?nte kann man dagegen mittels seiner Spende das „neue Vertrauen auch finanziell beweisen“. Zwar r?umt man St?rfrequenzen von „Kohl bis K?ln“ ein, die das Vertrauen wohl berechtigterweise ersch?ttert haben, aber: „Wer uns finanziell unterst?tzt, kann sicher sein, dass wir mit dem uns anvertrauten Geld sinnvoll und verantwortlich umgehen. Das versprechen wir!“ -Is scho recht…
Woraus sich die WASG die Arbeit ihrer Millionen Freiwilliger und Ehrenamtlicher bezahlt, oder ob die ihre Wahlkampfb?hnen selber zimmern und sich so die 5000 Euro pro Bretterhaufen (Quelle: CDU) sparen, konnte ich leider ums Verplatzen nicht rausfinden. Scheinbar sind in dieser „Demagogischen“ Vereinigung (Quelle: SPD) soviele gutsituierte Menschen aktiv, da? die gerne mal f?r soziale Gerechtigkeit ein paar ?berstunden schieben. Da packt halt ein jeder mit an, wenn man Revolution spielen darf!
Das war ja an sich auch mal eher die Aufgabe der Gr?nen. Aber seit die etabliert sind, scheren die sich einen feuchten um „Haste ma ne Mark?“ Nein nein, da geht es heuer viel entspannter zu: Einfach einen g?ldenen Button mitten auffe Homepage und feddich. Denn schlie?lich hat man ja schon „viel erreicht und noch viel vor“. Komisch, irgendwie haben das alle. Nur wenn’s bei den Parteien schon am Geld h?ngt, dann wundert mich nichts mehr! Dann gute Nacht Deutschland. Andererseits macht das die Sache volksn?her. Ehrlich, so wird Politik wieder glaubhaft. Ich sags ja: Die sind alle welche von uns!
Den Vogel schie?t allerdings die CDU ab. Dort postuliert man: „Ihre Spende f?r die CDU – Ihr Beitrag f?r Deutschlands Zukunft“. Hab ich da nicht eben erst im Spiegel gelesen, da? wir nun definitiv mit der Frau Dr. Merkel h?here Mehrwertsteuer gebucht haben? Kann mir das eben jemand erkl?ren, wie das in diesem Falle mit Return on Investment aussieht? -Wer soll es da jemandem ?belnehmen, lieber einen Zwanni zu verfeuern, als ihn der CDU zu spenden?! Immerhin hat man dann wenigstens noch was davon! Weiter wird da im mecklenburgischen Wehleidston von ‚moderner Mediengesellschaft‘ geheult, und wie teuer das doch alles ist. Wer spendet, der hilft der CDU, ihre Ideen auch endlich einmal „?ffentlichkeitswirksam zu vertreten und die Menschen von dem notwendigen Politikwechsel in Deutschland zu ?berzeugen.“

Wem jetzt immernoch nicht schlecht ist von soviel gequirlter G?lle, dem kann ich nur zurufen: Helfen auch Sie mit – denn Deutschland kann mehr!

Tristesse

Eigentlich g?be es recht viel zu erz?hlen aus den letzten Tagen, vielleicht Wochen. Andererseits ist immer ?fter die Abw?gung da, ob man das Web noch mehr mit sinnlosem M?ll f?ttern mu?, den man so tagt?glich erlebt. Moment, sagte ich ‚tagt?glich’? -Sch?n w?r’s ja, aber genaugenommen sind meine Tage seit Wochen derartig unspannend, da? man glauben m?chte, jeder Hamster in seinem Laufrad w?rde mehr erleben. Die Routine k?nnte routinierter nicht sein: aufstehen, schlaftrunken die Dusche aufsuchen, ankleiden, alle 2-3 Tage der Gang zum B?cker, Fr?hst?ck, Schreibtisch. Dann passiert eigentlich nichts mehr bis abends: 18-19 Uhr zwei Soaps (ich oute mich hiermit und hab kein Problem damit) zum kurzweiligen Zeitvertreib, danach einkaufen und kochen, essen, noch etwas TV oder zur?ck zum Schreibtisch, und schlie?lich irgendwann ins Bett fallen.
Wahnsinnig interessant, m?chte man meinen. No value added, weder f?r mich, der das hier aufschreibt, noch f?r Euch, die Ihr das lest. Doch der Blick aufs Detail macht den Unterschied! Seit eingen Wochen, so habe ich aus der Zeitung erfahren (selber bekomme ich sowas aufgrund mangelnden sozialen Austausches nicht mit), steckt Holland in einer tiefen gesellschaftlichen Krise. So von wegen Ausl?ndern, Islamisten, Integration und so. -Wir Deutsche k?nnen da wohl nur noch m?de g?hnen, sind uns doch noch gut die Aktionen der 90er im Ged?chtnis. Da? irgendwann auch mal Holland die Quittung f?r jahrelange ?bertriebene Liberalit?t bekommen mu?te, liegt mehr als auf der Hand. Und so erbaut es ungemein, wenn ich hier im Fernsehen Stimmen h?re, die mein Reden zitieren: Dieses Land ist zu liberal f?r seine Bev?lkerung. Bravo, endlich sagt es mal jemand. Gesellschaftlichen Ereignisse dieser Gattung brauchen die Analogie zu einem Topf kochender Milch nicht zu scheuen: Jeder mu? erst jedem sagen, da? man aufpassen mu?, da? die Milch nicht ?berkocht. Dann gehen erstmal ale aus der K?che und feiern, da? sie einen Topf mit Milch aufgesetzt haben. Keiner guckt mehr nach dem Topf, und hinterher ist das Geschrei gro?, wenn die Milch tats?chlich ?berl?uft und einen infernalischen Geruch verbreitet, alles am Herd anbrennt und festkekst, und das hinterher keiner sauber machen will. -Das ist Holland in a nutshell. Der Vergleich viel mir heute Morgen auf dem Weg zum B?cker bei Spr?hregen ein, als ich an einer Hauswand ein frisch aufgemaltes Hakenkreuz sah. Es tut mir leid es zu sagen, aber das einzige, was mir dazu einfiel war, da? es falsch gezogen ist.
Nee nee, diese ‚Hood hier geht mir schon geh?rig auf die Nerven. Es wird ja jeden Tag schlimmer hier, dieser Sauhaufen! Kennt Ihr das Gef?hl, wenn man einen schlechten Geruch sieht bevor man ihn riecht? Oder anders gesagt, da? man Ekel eher mit den Augen als mit den anderen Sinnen wahrnimmt? -Wer nicht wei?, wovon ich rede, der ist gerne eingeladen, diese Erfahrung gegen?ber meiner Haust?r bei den ?ffentlichen Recycling-Containern nachzuholen. Das ist nicht mehr blo? asozial, das hat schon fast was von dritter Welt. Der Platz, an dem ich wohne, verkommt derma?en in den letzten Monaten, da? ich am liebstem dem Umwelt-Sherif, der immer gerne und prompt Tickets verteilt, weil man seinen M?llsack in der falschen Woche rausgestellt hat, das n?chste Mal in seine ignorante Visage schlagen m?chte. Manchmal fragt man sich echt, ob man in Holland lebt oder unter einer Br?cke in Peru.
Erfreulicheres ist aber zur Diplomarbeit zu berichten! Meinen Literatur-Teil habe ich soweit endlich fertig, schlappe 35 Seiten mit Einleitung. In einer lastminute Aktion mit Nachtschicht habe ich dann auch noch mein Research-Model samt Hypothesen hingeschmiert und bin am Donnerstagmorgen zum Meeting gegangen. Ich darf berichten, da? ich erneut nur knappe 30 Minuten bei meinem Supervisor war und er mir attestierte, da? ich „very nicely on track“ sei. Bliebe nur mal die Randnotiz, was das eigentlich hei?t!? Seit der ersten Seite, die er von mir gelesen hat, ist er gro?z?gig mit Lobpreisungen ?ber Inhalt und Stil. Zwar steht der empirische Teil noch aus, aber dennoch w?rde es mich sehr interessieren, ob eine etwaige Teilnote dann auch das „very good, very fluent, very clear and logical – reads nicely“ reflectiert, oder aber das alles vordergr?ndiges Gelulle ist und der Kn?ppel dann am Ende aus dem Sack kommt. Opfer genug bringe ich daf?r, immerhin ist es mir gelungen, w?hrend meines Studiums zwei B?rost?hle komplett hinzurichten. Der erste war so ein Chefsessel, viel zu billig und auch echt schlecht f?r die Gr?ten, den zerlegte es aufgrund der mangelhalften Statik. Nachfolger wurde ein ebenso billiger, aber immerhin ergonomischer Stuhl von Aldi. Der sollte ja auch nur so lange halten, bis ich fertig bin. Nun ja, vor zwei Wochen ist die Sitzfl?che in der Mitte durchgebrochen, weil die Konstrukteure wohl nicht davon ausgegangen sind, da? viel zu viele Stunden am Tag 85 kg ihre Pflicht tun. Positiv gesehen ist das aber wieder ein Teil, das ich nicht mehr mit umziehen werden mu?!
Ach, es ist einfach schrecklich, wie dieser Tage die Zeit rumgeht ohne nennenswerte Spuren zu hinterlassen. Ich sollte mit der Thesis fertig werden, sollte meine Lebenslauf-Seite machen, sollte das Design f?r die Thesis in Angriff nehmen, sollte Bewerbungen raushauen… sollte sollte sollte….! -Mach ich auch — wenn ich mal Zeit hab, verdammt noch mal!

Leute heute

Gestern hat die Uni wieder begonnen. -Und ich mittendrin. Dachte mir, gehste mal Freshmen glotzen und wirst ganz nebenbei ein wenig produktiv in der Bib.
Da? ich mich offensichtlich f?r mein Alter ganz gut gehalten habe hat mir nicht nur letztens die Mitbewohnerin von einem Bekannten verdeutlicht, indem sie fragte, ob er und ich denn nun hier anfingen. Nein, auch da? mir nach den ganzen Jahren noch ein (B)Analitas-J?nger einen Flyer f?r ein „Kennismakingsborrel„, also eine Einladung zu so einem Verbindungs-Menschenf?nger-Abend, in die Hand gedr?ckt hat, fand ich dann doch schon ein starkes St?ck. Da? man aber auch so nicht unbedingt zum ?ltesten Eisen geh?rt zeigt sich daran, wieviele Leute aus dem Jahrgang nun doch wieder hier auftauchen. Jetzt, wo alle von den Malediven oder Papas Finca wieder am Start sind, treffe auch ich mal wieder ein paar bekannte Gesichter.
Schaut man allerdings in die Unbekannten, wird einem wieder das ganze Ausma? psychologischen Beeindrucktseins bewu?t, das man selbst auch in seinen ersten Uni-Tagen erlebt hat. Lustig ist es schon, jetzt, wo der Abstand da ist, wie sie alle schauen: scheu und gleichzeitig enorm selbstbewu?t. Dem einen oder anderen steht 5 min vor Veranstaltungsbeginn auch gern mal die nackte Angst im Gesicht, wenn er noch nicht seinen Raum gefunden hat. Wie goldig! Richtig Eindruck schinden bei den Bunnys (danke Nini f?r das Wort!), wer sich nicht nur im Hauptgeb?ude sondern auch in der Bib auskennt. Scharenweise pilgerten gestern Gr?ppchen in die Bib, und die wahren Checker zeigten dann den staunenden P?nzchen das Regal, wo das richtige Buch steht. Ich h?tte schreien k?nnen! Aber nicht nur deswegen, sondern haupts?chlich wegen der Unruhe, die das Jungvolk da reingebracht hat. Warum erz?hlen die denen bei ihrer Bibliotheksf?hrung nicht, da? man in den S??len die Fresse zu halten hat, keine St?ckels anzieht, wenn man nicht lautlos darin zu gehen gelernt hat, und auch, da? man nicht telefoniert, das Handy auf stumm schaltet und auch nicht zu zweit hinter einem offensichtlich besch?ftigten Diplomanden wild auf Chinesisch zu diskutieren anf?ngt?! Ferner scheint den neuen auch keiner verraten zu haben, da? Holland ein kapitalistisches Land ist, in dem man gegen Bares die ben?tigten Fachb?cher erh?lt. Anders kann ich es mir nicht erkl?ren, da? ich gestern erst nach fast 15 min einen freien Kopierer im ganzen Geb?ude bekommen konnte. Wie die Weltmeister haben die da -nat?rlich, was das verkleinernde Kopieren von Doppelseiten angeht, kr?ftig Lehrgeld bezahlend- kopiert was aus dem Ding rauskam. *kopfsch?ttel*
Die Mensa pr?sentiert sich auch im neuen Gewand. Ob ich das toll finde, wage ich noch nicht zu sagen, ich tu mich ja schwer mit so Sachen. Sitzpolster im Kr?nung-Light mintgr?n, Fu?boden mit moderner Kunst im Linoleum, v?llig umgestaltete Essensausgabe mit on-demand Zubereitung a la China-Schnellimbis, ja sogar eine Salatbar gibt es! Das war mir gestern irgendwie entschieden zuviel Innovation auf einmal, zumal ich f?r mein Broodje Gezond ohne Getr?nk fast soviel bezahlt habe wie Christoph f?r einen Teller Reis-Beilage und 0.5er Cola. Strange.
K?nnte sein, da? es bald wieder was von der Spa?gesellschaft zu berichten gibt, denn im Nachbarhaus sind neue Leute eingezogen. Ich war ja erst so froh, da? diese Familie mit den gr??lichen Kindern endlich ausgezogen ist, aber angesichts der Truppe, die da nun wohnt, bin ich mir nicht sicher, ob ich meine Begeisterung aufrecht erhalten kann. Zu cool f?r diese Welt. Der eine Typ f?hrt nen S3, was an sich schon die gr??te Unversch?mtheit ist. Das macht man einfach nicht als Student! Da kannste besser noch Mutters olles M3 Cabrio fahren, da sagt man weniger was, als wenn Du mit nem schwazzen S3 ankommst. Frechheit. Der Poser hat dann auch nen Kollegen da wohnen, der gibt genauso society-m??ig Gas, allerdings hat es bei ihm „nur“ zu nem normalen A3 gereicht. Alice hat die beiden dann gestern beim Heimkommen gesehen, in Begleitung von zwei Volldosen, die aussahen, als h?tten die Jungs die grad am Stra?enstrich aufgesammelt. Kurzum: Marke „Pappi hat mir ein Haus f?r’s Studium in der Fast-Innenstadt gekauft und ich bin so gro?z?gig und vermiete ein paar Zimmer an meine mindestens coolen Freunde“. Bitte, wann’s schee mocht, aber ich mu? erstmal kotzen gehen!

W?rde G.G. Anderson heute immernoch den universell-?bernat?rlich talentierten McGywer mimen, dann h?tte dieser charakter-neutrale Mentalangeber sicherlich dieses Taschenmesser. Super genial das Teil, nat?rlich mit dem wei?en Kreuz, da w?rde ich mich auch dr?ber freuen. (…)
Vielleicht auch was f?r Camper, oder gar Dauer-Camper. Geschickte ?berleitung zum Wilden Westen, der sich seit einer Woche Maastricht zur Kulisse genommen hat. Da blockieren diese White-Ass-Trailerpark-Penner erst wie die Weltmeister die Autobahn und m?llen alles voll (siehe hier und hier) und halten seit dem die Hundertschaften der ME (Mobiele Eenheid) auf Trab. Gestern Morgen waren diese Vollidioten dann so cool, sich wie der Berg, der zum Propheten kommt auf dem Parkplatz der Polizei einzufinden. Da standen diese Parade-Flodders dann gut 30 gepanzerten brutalo-Polizisten gegen?ber und haben auf dicke Hose gemacht. -Lustig, wenn man so als nichtinvolvierter Passant daran vorbeil?uft und feststellt, da? die niederl?ndische Polizei scheinbar ein ganzes Lager voll Korb-W?schek?rben ihres Deckels beraubt haben mu?. Die Schilde, die die Herren so stolz zum Selbstschutz vor sich tragen, sind in Wahrheit also mit schwarzer Folie bezogene W?schekorbdeckel. Na bravo Holland! Einen Krieg kann man damit nicht gewinnen, daf?r ist es ganz klar umweltfreundlicher.
Ganz im Gegenteil meine mittlerweile hoffentlich Ex-Nachbarin, die in einem Anfall endg?ltiger Vollidiotie einen Teil ihres Hausrates heute Morgen direkt vor der Haust?r entsorgt hat. Daf?r hat sie alles, was ihr zum Ausr?umen zu unbequem war einfach in der Wohnung gelassen und sich noch aufgeregt, da? ich was gesagt habe. Aber bitte, ich habe heute Morgen Alice versprochen, mich hier nicht dauernd wie der Hausmeister zu f?hlen (auch wenn das in meinen Genen liegt, denn mein Vater f?hlt sich auch immer so), aber ich lehne es ab, so ein Verhalten verstehen zu m?ssen. Es scheint aber gl?cklicherweise so zu sein, da? sich solche Menschen mit dem Andentaglegen solcher Einstellungen und Verhaltensweisen fr?her oder sp?ter ?berall selbts disqualifizieren. Nur leider bin ich dann nie dabei, wenn sie schallern auf die Schnauze fallen… Aber ich sags ja: Spa?gesellschaft!
Herr, la? schonwieder Hirn regnen, aber ganz ganz schnell und ganz viel. Naja, in Thailand ist ja bald Regenzeit -hab ich mir sagen lassen-, und da geht der Grund meines Magengeschw?res ja nun zum Austausch hin.
Eines ist jedenfalls klar: Ich freue mich auf meine eigenen vier W?nde. Warum? -Na, weil ich da der Hausmeister bin, und mich nicht nur dauernd so f?hlen mu?! ;)

20 Jahre Privatfernsehen

Es gibt Grund zu feiern: 20 Jahre Privatfernsehen in Deutschland! ?berall war zu h?ren, da? die Verantwortlichen gleicherma?en wie die Protagonisten offenbar nichtmal selber wu?ten, wie es blo? passieren konnte, da? man sich derart lange auf dem Markt gehalten hat. Stimmt, ist mir ehrlichgesagt auch immerwieder ein R?tsel. Viel mehr Grund zur Sorge bereiten mir eigentlich die neuen „Formate“, wie sie der Fachjargon nennt. Ob das, was da in der Post-Big Brother’schen ?ra und ohne Chin-Chin geboten wird, ?berhaupt Format hat, bleibt stark anzuzweifeln.

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Alkopop

Es gibt Dinge, bei denen ist es besser, nicht zu genau dar?ber bescheid zu wissen. Da w?re z.B. die Herstellung von Blauschimmelk?se zu nennen. Ich sah k?rzlich im Fernsehen eine Reportage ?ber die ber?hmte franz?sische K?sespezialit?t Roquefort. Wie dort zu sehen war, wird frisch gebackenes Brot erst in einer H?hle bis zur Unkenntlichkeit verschimmeln gelassen, um dann daraus die Schimmelsporen zu gewinnen. Damit wird darauf gezielt die vorbereitete Frischk?semasse verseucht, um die K?stlichkeit in spe wiederum in einer H?hle zur Vollendung „reifen“ zu lassen. –Seit dieser Reportage habe ich regelm??igen Brechreiz, sobald ich nur an Blauschimmelk?se denke. ?brigens bin ich ?berzeugt, da? die selbe Attit?de aus einer vergleichbaren Sendung-mit-der-Maus-Thematik „Wie kommen eigentlich die ekligen blauen Pitzel in den K?se“ entwachsen w?re. Wie gesagt, manche Sachen will man einfach nicht so genau wissen. Genauso, wie oft sich mein ebenso anti-autorit?r erzogener wie verquanzter Wohnheimsgenosse die Haare w?scht… Anderes Thema: Eben hat mich mein Prof f?r Personal und Organisation zur allj?hrlichen Weihnachtsfeier in sein bescheidenes Heim geladen. Ein wirklich super-netter Zug wie ich finde, sowas sollte es in Maastricht mal geben, wo ein sogenannter Professor seine Termine f?r Studenten in 10min-Frequenzen vergibt und nach seiner Arbeitszeit nicht mehr geh?rt und gesehen werden will. Ich denke, da werden auch einige Leute erscheinen, denn eine exklusive Besichtigung des sonst unzug?nglichen Anwesens l??t man sich ja schlie?lich nicht entgehen, schon allein, um die Rundreise durch die Burgenstra?e zu komplettieren. Nun ja, eng oder ?berlaufen d?rfte es wohl unter keinen Umst?nden werden.
Da war die Party gestern Abend hier im Wohnheim anl??lich eines Geburtstags schon ne ganze andere Liga. Ich hab selten so viele willenlose und scheinbar v?llig schmerzfreie Hardcore-Feierleute in einer K?che und einem Flur erlebt. Eine unverge?liche Showeinlage war dann zu weit fortgeschrittener Stunde die spontan ausgebrochene Bisexualit?t der Belgierin und einer N?rnbergerin, der die lobenswerte ?berlegung vorausging, einem Mann (n?mlich dem Geburtstagskind) einen tiefen, unerf?llten Wunsch in Erf?llung gehen zu lassen. (Ja richtig, die alte Leier mit dem lesbischen 3some.) Zugegeben, sie haben mit ihren minutenlangen French-kisses den anorexen Model-P?ppchen und den lauthals singenden Verbindungs-Chaoten echt die Show gestohlen, allerdings verlie? sie wohl doch der Mut, als der Gastegeber tats?chlich zum zweiten Teil des Geschenks ?bergehen wollte. Naja, ist ja auch eigentlich egal, so haben zwei Leute mehr erstmal ein Reputations-Anh?ngsel, das sie nicht so schnell wieder loswerden werden. Aber wir haben alle herzlich lachen k?nnen, und lachen ist bekannterma?en gesund. Ungesund dagegen d?rfte heute Morgen das Gef?hl im Kopf derer gewesen sein, die bis um vier Uhr morgens mithalfen, die K?che g?nzlich zu ?berschwemmen und die gesamte Lokalit?t in den Zustand zu versetzen, f?r den die Hausverwaltung durch das autorit?re Sprachrohr des Hausmeisters ein Nachspiel angek?ndigt hat. Vielleicht war ich mal wieder einfach zu n?chtern f?r derlei „Spielchen“, aber als um halb drei diese sich selbst als gebildet bezeichnenden Menschen ganz und gar zu der von mir so verha?ten Spa?gesellschaft wurden, hab ich mich gerade noch rechtzeitig vor dem Kartoffel-Weitwurf in mein Bett verzogen. Ich bin mir durchaus bewu?t, da? ich dadurch ganz sicher gerade „das Beste an der Party“ verpa?t habe, aber ich hatte daf?r heute keinen Sch?del und konnte entspannt beim Nachhausekommen die putzenden Alkoholleichen ein freundliches (und keinesfalls sarkastisches) „Na, wie geht’s?“ zurufen.

Crawlin‘

Incredible! I haven’t done any meta-tags by now, haven’t bothered getting my site listed in the world’s biggest search engines, and as far as I know is this page not linked by too many pages. The more surprising it is to me how many crawlers and bots I welcome on these pages every day. Consequently, people are able to hit my page via the directories‘ search function. Absolutely funny by what search strings people ‚find‘ their way here: ivonne catterfeld(ich bin nicht so eine …), 501 hintern, arschgeweih, blog maastricht study abroad, free sms to everywhere, living in maastricht, mylog consult gmbh, and tempora mutantur et nos in illis. But my absolute favorite is „jugend ohne anstand“. Yes, I must have done something right in opening up the category „Spa?gesellschaft“…

Saurus bedankt YOU!

Es ist kein Geheimnis, da? f?r den Fall, da? Dummheit weh t?te, manche Leute sich den ganzen Tag nur so vor Schmerzen kr?mmen w?rden. Interessant zu beobachten ist hingegen der gemeine Holl?nder, eine im Allgemeinen scheinbar absolut schmerzfreie Gattung, die gerne im Rudel auftritt, um gemeinsam der Dummheit zu fr?hnen.

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