Hahn… Loch… Stopfen?

Auf die blo?e Gefahr hin, da? sich ab morgen die Welt ?ndert, nutze ich die heutige Gelegenheit, um mal wieder was zu Byte zu bringen. Das liegt nicht wirklich daran, da? einer meiner Arbeitskollegen heute dem Dienstwagen von Otto Graf Lambsdorff hinten drauf geschallert ist, und ich das so als politischen Aufh?nger nutzen k?nnte. Noch dazu an einem so denkw?rdigen Tage, an dem die Uhren sich nun angeblich anders zu drehen begonnen haben, nur weil Frau Merkel nun Frau Bundeskanzler hei?t. Oder Bundeskanzlerin? -Grausame Vorstellung, sich nur noch durch Phrasen wie „Eure Exzellenz“ in Sicherheit wiegen zu k?nnen. Daran hat wohl keiner gedacht, als Merkel zur Debatte stand. ?brigens schreiben unsere amerikanischen Kooperationspartner die neue Kanzlerin konsequent „Merkle“, analog dazu einer der Kollegen immer „Googel“ statt Google.
Aber gut, wenn sich die Ereignisse seit Wochen nur so ?berschlagen, werden die eigenen Erlebnisse pl?tzlich wesentlich unspektakul?rer. Eigentlich ist es auch gef?hlsm??ig ein bi?chen viel f?r ein Jahr. Also so ?hnlich wie es drau?en gerade gef?hlte minus 10 sind, tats?chlich aber nur minus 4. Papst werden, Kanzlerin werden, Deutschland sein… Also ich finde ja, das reicht f?r dieses Jahr. Man soll ja sein Pulver nicht auf einmal verschie?en, daf?r hat Angie mit uns Deutschl?ndern ja noch so einiges vor. Damit wir bisher aber nicht die Lust am Matriachat verlieren, gibt es die Steuererh?hungen erstmalig in 2007, bis dahin l?uft sicher noch viel Wasser den Rhein und die Spree runter. Apropos Rhein: Fr?her w?re Schr?der jetzt mit seinem Hofstaat nach Bonn gegangen und h?tte dort im Wasserwerk die Republik neu ausgerufen! Aber was macht er stattdessen? -Handtuch werfen, Waffen strecken, F??e hoch legen. Gut, wenn man es sich verdient hat, schlecht, wenn man noch was vor hatte.
Aber was hilft das ganze Lamentieren, es ist unterm Strich ja doch eher so, da? nur sicher ist, da? ich hier gerade sitze. R?rup oder Riester, privat oder betrieblich, besteuert oder unbesteuert – klar ist nur, da? dieses Land ganz schnell seine Vollkasko-Mentalit?t ablegen mu?, sonst werden wohl viele bald ein langes Gesicht machen. Die Zeiten ?ndern sich eben, und ich wei?, da? ich mich beeilen mu?, wenn ich nochmal einen automobilen Traum verwirklichen will. Sonst ist irgendwann Hybrid- oder Gasantrieb unter Aerodynamik-Karosse anstelle von 6-Zylinder und Chrom angesagt. Und mal ehrlich: Wer kann ein Auto wollen, von dem man nichts h?rt? Das ist wie alkoholfreies Bier…
Hab ich schon erw?hnt, da? ich ein „Gelber“ bin? -Damit schlage ich nicht etwa den Bogen zum Anfang zur?ck, nein, ich wurde f?r eine schier unglaubliche Tagesgage analysiert. Soll hei?en, ich habe einen Fragebogen mit ca. 40 geschlossenen Fragen angekreuzt und ein allem Anschein nach renommierter Management-Berater hat meinen Bogen dann durch ein Programm gejagt und mir die aus Textbausteinen zusammengeklebte Berichtmappe dann feierlich vorgestellt. Zun?chst die gute Nachricht: Ich geh?re zu den „Guten“, was immer das auch hei?en mag. Die schlechte: Ich hab keine Ahnung mehr, wie „ehrlich“ ich den Bogen dieses Gurus ausgef?llt habe. Bei der Besprechung suchte ich h?nderingend nach dem Namen von dem „Chacka“-Hansel aus Holland, um mich ein wenig von dem „das ist super“ und „machen Sie weiter so“ abzulenken. Emil Rattelband hei?t der, das fiel mir dann abends doch noch beim Tomatenschneiden ein. Aber was hei?t nun Gelb? Erstmal nix Schlimmes, soviel ist sicher, denn after all hoffe ich, da? mir doch etwas mehr Pers?nlichkeit und Charakter innewohnt, als man ihn mit einer noch so vollen Datenbank mit Textbausteinen beschreiben k?nnte. Offiziell, also nach Carl Jung, dem Erfinder des dem Insights-Konzept zu Grunde liegenden psychoanalytischen Ansatzes, bin ich als Gelber folgendes:

Inspiratoren sind extravertiert und gesellig und suchen ein angenehmes soziales Umfeld, in dem sie Kontakte kn?pfen und erhalten k?nnen. Sie sind f?hig, in anderen Begeisterung f?r eine Sache zu wecken und unterhalten ein ausgedehntes Netzwerk an Kontakten, das eine gute Grundlage f?r ihre Gesch?fte bildet. Gesellschaftlich gewandt, schliessen sie leicht Freundschaften und ?berwerfen sich mit anderen nur selten ernsthaft. Sie sind verbal geschickt und verkaufen ihre eigenen Ideen gut und wecken dabei Begeisterung in anderen.

Meine sprachliche Gewandtheit kommt in Wahrheit daher, da? ich samstags, wenn mir langweilig ist, in Baum?rkte gehe und mir von Verk?ufern neue Vokabeln beibringen lasse. So wie diesen Samstag, wo ich meinen Grundwortschatz um ein neues Wort erweitern konnte, nachdem ich in bester Dingsda-Manier auf einen Sanit?rfachverk?ufer zuging und nach einem „Chromdeckel f?r das zweite Loch in der Sp?le, also das, was nicht gebraucht wird“ fragte. Sich in sicherer ?berlegenheit w?hnend (und darum auch f?r einen Moment unglaublich arrogant grinsend) stolzierte er zum betreffenden Regal und holte dem d?mlichen Akademiker mit einem gezielten Griff das Gew?nschte aus dem Regal. „Hier“ sagte er, „es hei?t so, wie es tut: Ein Hahnlochstopfen.“

Im Osten viel Neues

Wiedermal unterwegs gewesen, aber diesmal weit weg auf dem alten Kontinent. Irgendwie hake ich in letzter Zeit endlich mal wieder L?nder auf der „to visit“-Liste ab. 1200 km immer gen Osten, ?ber den Pott, durch die Ostzone, via Berlin und Frankfurt/Oder, an Posen vorbei schlie?lich und endlich nach Warschau, das liegt in Polen. Was wir dem armen Nissan der Dame damit zugemutet haben ist schon enorm: Da geht es gleich hinter der Grenze los mit Landstra?en-Terror, aber der ist vorerst nur zum Warmwerden.
Zweispurig zieht sich dort die Stra?e durch die Ein?de und verbindet den kapitalistischen Westen mit den Resten des einstigen Sowjet-Einflu?bereiches bis hin nach Wei?ru?land. Offiziell soll man da wohl 80 fahren, inoffiziell haben wir nichtmal ein Schild gesehen, an das man sich h?tte halten sollen. Daf?r aber jede Menge Nutten, die oft so ?berraschend an den unm?glichsten Stellen im Nirgendwo stehen, da? man sich geradewegs anbieten m?chte, sie zu fragen, ob sie sich verlaufen haben oder ob ihnen mit R?cken dieser K?rze nicht brutal kalt ist. Aber das ?bernahmen immer schon andere, die den M?dels ein paar Minuten im warmen Wagen gerne anboten.
Die Regeln der Stra?e sind ebenso einfach: Kommt was im R?ckspiegel n?her, fahr rechts auf den Seitenstreifen, kommt etwas durch die Frontscheibe n?her, gib Gas und ?berhol einfach. Irgendwann, gerade wenn das Hemd vom Angstschwei? wieder trocken ist, weil man sich an diese Kamikaze-Fahrenden gew?hnt und Spa? am Mitmachen gefunden hat, liegen da pl?tzlich 100km Autobahn vor einem, wie sie feiner, perfekter und neuer wohl nirgendwo zu finden ist. Entsprechend leicht f?llt einem dann auch der Griff nach der Kreditkarte f?r die Maut. Kurz nach Posen ist der Spa? dann auch leider wieder vorbei – ab da geht es erst richtig zur Sache!
Mittlerweile ist es d?mmrig, es regnet leicht, und es staut sich. Nur im Scheckentempo geht es voran, und man beginnt zu denken, ob ein Flug denn nicht doch die bessere Variante gewesen w?re – schei? doch auf das ?bergep?ck! Und ?berhaupt: Wer hat sich diesen Wahnsinn hier eigentlich einfallen lassen?! -Stop! Sowas sollte man nie tun, das verdirbt nur die Laune. Schlie?lich kommt man doch noch an, nachdem man sich 250 km lang mit der vierspurigen Nutzung einer f?r hiesige Verh?ltnisse doch recht schmalen Landstra?e und krass tiefen Spurrillen gequ?lt hat. Zweehundert Puls hatte ich stellenweise, mindestens! Weit gefehlt aber, wer da glaubt, in der polnischen Hauptstadt w?rden mehr Sherriffs f?r Ordnung sorgen. Nix da, nur ein durchgetretenes Gaspedal ist ein gutes Gaspedal. Und wir mittendrin.

Kentucky Fried Chicken & The Pizza Hut
Da sitzt man dann, nach 16 Stunden auf Achse, schwer ausgehungert und ein klein wenig ?berflutet mit Reizen in Warschau abends um 10 in einem kleinen Restaurant, wo sie gegen Geld Pizza verkaufen. Die Leuchtschrift malt „Pizza Hut“ in den feuchten Nachthimmel, auf der Geb?uder?ckseite ist es „KFC“. Nachdem die Pizza da angekommen ist, wo sie hingeh?rt, sehe ich auch wieder klar und entdecke Microsoft, Buderus, MercedesBenz, Makro, BP, H&M, Peugeot, Carrefour, Geant; ja sogar einen Real, Mediamarkt, Saturn, Aldi und Obi versprechen mir die Werbeschilder. Bin ich wirklich in Warschau?
Am n?chsten Tag dann die Antwort bei Licht: Ja, ich mu? im ehemaligen Ostblock sein, denn alles, was nachts leuchtet, ist neu, alles was nicht leuchtet, ist grausamste Sozi-Platte. Zwischendrin sprie?en die Glaspal?ste und Malls wie Pilze aus dem Boden. Man fragt sich blo?, ob die Kaufkraft noch folgen wird, denn momentan bekommt man zu jeder Tages- und Nachtzeit einen Parkplatz vor der T?r und kann sich drinnen seine Kassiererin aussuchen.

Der Rasende Robert
Ich hatte schon drauf gehofft, nach der ganzen City-Racer Geschichte in Warschau einen Taxifahrer auf dem Weg zum Flughafen zu haben, der es mal so richtig kesseln l??t. So… weil er sich eben auskennt. Und was sehe ich, als ich vor die T?r trete? -Einen wei?en Peugeot 405! Gut, nun ist Warschau nicht Marseilles, und tieffliegen kann der olle Bock auch nicht mehr, aber who cares? -Der Pawel soll’s mal so richtig brennen lassen!
Im Wagen wies die Taxilizenz Pawel als Robert aus, und der Tachostand von 205000 km machte wenig Hoffnung auf ein imposantes Geschwindigkeitserlebnis durch die City. Kurz nach dem Losfahren attestierte ich v?llig defekte Sto?d?mpfer; also zumindest der, auf dem ich sa?, hatte nichts mehr mit seinem Prim?rnutzen zu tun. Robert schien um diese und zig andere Unzul?nglichkeiten an seinem Fahrzeug aber zu wissen, denn der Gleichmut, mit dem er immer und immer wieder die absolut desolate weil chronisch rutschende Kupplung im Stop-and-go bediente, lie? auf nichts anderes schlie?en. Robert hatte auch Augen f?r vorbeilaufende, junge Damen -kein schlechtes Wort an dieser Stelle ?ber seinen Geschmack, mein lieber Scholli!- allerdings h?tte uns das beinahe einen Unfall eingebracht, den er gerade noch so verhindert hat: Ich hatte es schon knallen h?ren!
Als wir dann endlich mal freie Bahn mit Marzipan hatten, da hat er dann auch mal ein klein wenig TaxiTaxi gespielt, so mit 120 ?ber die Zubringer, mit 90 in eine 30er Baustelle rein, schwungvoll abbiegen mit 70, und dr?ngeln wie ein Gro?er. Irgendwas piepte da in diesem Taxi schon die ganze Fahrt ?ber, und ich dachte noch, es sei die Funkanlage. Als Robert da gerade ganz fluffig volles Rohr die anderen Autos am Vers?gen war, entdeckte ich die Herkunft des Piepen: Die Tankuhr. Ich sage Ihnen, der Tank was sowas von leer, aber sowas von, da h?tte ich schon l?ngst mit dem Schwitzen begonnen. Robert war ruhig und gab noch etwas mehr Gummi, schlie?lich sah der Kapitalist auf der R?ckbank so aus, als h?tte er es eilig.

Aber Ende gut, alles gut: Ich bin wieder wohlbehalten nach nur anderthalb Stunden Flug gelandet. Und ich mu? ganz ehrlich mal sagen, diesen Flug hab ich mir mir der Autofahrt auf dem Hinweg auch wirklich verdient. Sollte man viel ?fter so machen, da lernt man solche Sachen wieder richtig sch?tzen.

Der l?ngste Tag und die k?rzeste Nacht

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erz?hlen. Genau, er kann, mu? aber nicht. Ich will hier niemanden mit einem truely half-assed Bericht von meiner v?llig unbedeutsamen Reise nach Boston langweilen, sondern nur eben ein paar kleine Anekdoten runtertippen, die ich mir in den Staaten aufgeschrieben habe und mangels PC und Internet nicht vor Ort schon in die Welt br?llen konnte.

Endzeit
Wer sich je gefragt hat, woher Filmemacher und Autoren ihre Endzeitszenarien haben, der kann noch keinen Bustransfer zwischen den Terminals auf London Heathrow mitgemacht haben! Ich glaube wirklich, da? ich noch an keinem Ort gewesen bin, der lebensfeindlicher war als das Wirrwar der Cargotunnel und Gep?ckkatakomben. Eine sofortige Depression st?lpt sich ?ber einen, wenn man im Bus zwischen verschwitzten Achselh?hlen ihrer schweigenden Besitzer durch die get?nten und mit Millionen von Fingerabdr?cken verzierten Scheiben nach drau?en sieht, und die Augen nicht von dieser schier unglaublichen Menge in Beton gegossenen Zivilisationswahnsinns lassen k?nnen und gleichsam fasziniert wie angewidert daran h?ngenbleiben.
Wie ein Ameisenhaufen offenbart sich sich das ganze Ausma? der Leistung eines Flughafenbetriebes erst unter Tage, wo Arbeiter, die wohl selten das Sonnenlicht zu sehen bekommen, emsig der T?tigkeit nachgehen, von der wir nichts mitbekommen, au?er vielleicht, unser Gep?ck kommt mal nicht richtig an. Dann ist es bei Collin und Yogesh, die in den schmalen Zufahrten ihre Kofferwagen erst rangiert und dann kollidiert haben, beim Wiederbeladen mit vereinten Kr?ften vielleicht auf dem falschen Wagen wieder auf die Reise gegangen und sammelt Meilen, die keinem Vielfliegerkonto jemals gutgeschrieben werden k?nnen.

The American way
Je ?lter man wird, desto mehr Flunkereien der Eltern aus der Kindheit entlarvt man pl?tzlich als solche. Da? ich daf?r aber erst nach Boston, respektive Amerika, fahren mu?, h?tte ich wahrlich nicht gedacht.
„Wenn du deinen Teller nicht leeri?t, gibt es morgen schlechtes Wetter!“ (Als Kind glaubst du sowas!) -Nun, das kann eigentlich nur in Europa gelten, nicht jedoch in den Staaten. Bei den Portionen? -Keine Chance. Selbst Vielfra?e wie ich kommen da in die Verlegenheit, anderen den n?chsten Tag quasi vorsetzlich zu versauen. Aber es geht einfach nicht, was die dort auf die Teller packen! Egal ob in einem Lunchroom oder einem Diner, selbst beim Thail?nder ist es zuviel. Einerseits wundert es da nicht, da? so viele Amis so brutal fett sind (es ist echt so, ich h?tte ein ganzes GB Fotos von fetten Leuten mitbringen k?nnen!). Mich wundert vor allem, warum da die Kundschaft nicht meutert und sagt „hey, packt hier bitte eine Menge Essen auf meinen Teller, die ich essen kann und berechnet das auch so“. Anstelle vergeht einem beim Lesen der Karte schon meist der Appetit, wenn man die Preise sieht, und steht dann der Teller auf dem Tisch nervt die Bedienung ungelogen alle paar Minuten, ob es schmeckt, ob ich noch Durst habe (wie denn bittesch?n, wenn ich einen 10 Liter Eimer Cola hingestellt bekomme??), ob „you guys ok“ sind, uns schlie?lich, ob sie uns nochwas bringen kann, also ob wir „set“ sind. Verneint man diese Frage oder ist irgendwie indifferent, sagt also sowas wie ‚sp?ter vielleicht‘, trabt sie weg und bringt stattdessen die Rechnung. Klarer Fall von „no tip“. Ist gemein, ich wei?, aber genug ist genug.
?berhaupt sind die Amis echt ma?los. Jeder Honk f?hrt da mindestens 6 Zylinder, besser 8, und wenn es nur 4 sind, steht Turbo oder Twin Turbo hinten drauf. Klar, wenn der Sprit so billig ist… Aber dann sollen sie wenigstens auch damit parken k?nnen. K?nnen sie nicht, also gibt es riesige Parkpl?tze. -Das ist seltsame Logik.
Geht noch weiter: Weil sie ihre Cola nicht k?hlen, mu? ein Kilo Eis ins Glas. Weil Eis aber die subversive Eigenschaft hat, zu schmelzen und die andere Fl?ssigkeit auf diesem Wege erheblich zu verd?nnen, tun sie mehr Zucker als hier in die braune Brause.
Ma?los, kein anderes Wort hatte ich ?fter auf der Zunge und wollte es allen dauernd ins Gesicht schreien. ?ber Klimaanlagen und Energieprobleme sage ich nur: Ich war froh, auf dem Weg zur Tagung im Anzug zu schwitzen, denn daf?r hab ich w?hrend der Vortr?ge nur ganz wenig frieren m?ssen…

Konventionen?
Am Morgen des zweiten Konferenztages begr??t uns der Vorsitzende mit den Worten „Good morning everybody! How nice: you all found your way back from the hookers!“

Der fliegende Holl?nder
Ich habe gerade in meinem World Traveller Plus Sitz platzgenommen, da frage ich mich auch schon, warum diese irre gut aussehende Bombshell-Flugbegleiterin mit so einem h??lichen, d?rren Honk, der eine unterirdische Brille und eine viel zu kurze Anzughose tr?gt, plaudert, als wollten die beiden jeden Moment die Besenkammer aufsuchen. Es gibt daruf nur eine Antwort: Das ist ihr Job!
F?nf Minuten sp?ter identifiziert sich der Honk als waschechter Holl?nder, dem der Sitzplatz neben mir geh?rt, und die Stewardess als in Wahrheit leider extrem schiefzahnige Britin. Was mich an meiner Konversation mit dem Holl?nder, die selbstverst?ndlich stattfand (schlie?lich ist es kein 40 Minuten Inlandsflug!), immernoch stolz macht, ist, da? ich ihm nicht wie sonst bei Holl?ndern ?blich, auf die Nase gebunden habe, da? ich in Maastricht studiert habe und darum auch gerne mit ihm auf Niederl?ndisch plaudern k?nnte. 7 Stunden habe ich diesen Mann neben mir ertragen, und das war echt nicht einfach. Nach dem Amsterdamer Boulevardblatt zappte er erst v?llig planlos durch die 16 Videokan?le, um dann beim Info-Programm h?ngen zu bleiben und in unlesbarer Schrift anfing, Notizen zu machen. Nach dem Essen und einigen erfolglosen Versuchen, mit mir einen philisophischen Plausch zu beginnen („Will we remove our limits in research and science ourselves or will this happen automatically over time?“ oder auch: „Why is it that women smile more often than men?“), packte er seinen Laptop aus und begann einen Brief, offensichtlich an seine Lebensgef?hrtin. Unterdessen hatte ich von ihm erfahren, da? er ein Senior Researcher in seiner Firma ist, die k?rzlich verkauft wurde, er deswegen dauernd nach Boston mu? und vieles andere mehr. Darunter auch das Detail, da? er ja nur in dieser Maschine sitze, weil bei seinem ersten Versuch, am gestrigen Tage Boston zu verlassen, das Fahrwerk der Northwest-Airlines Maschine beim Ausparken zusammengebrochen ist. (Ich habe die Story jetzt mal auf das Wesentliche reduziert, was ich mir auch von ihm gew?nscht h?tte…) Er begann also seinen Brief an seine Frau, den ich hier und da versehentlich mitlas. Wenn ein Mann einer Frau schreibt, und dann dauernd Zahlen tippt, handelt es sich entweder um eine Rechnung, eine Scheidung (was auch auf Rechnung hinausl?uft), oder aber um einen Wissenschaftler oder Control-Freak, der daran glaubt, der Gegen?ber findet bestimmte Sachverhalte genauso spannend wie man selbst. Unser vielfliegender Holl?nder schreibt ihr also von Neufundland, 12 km H?he, 900 km/h und der Tatsache, da? er sich gar nicht recht vorstellen kann, da? es drau?en Minus 55 Grad sind. Beinahe h?tte ich ihm noch zur Lekt?re des Bordmagazins geraten, dann h?tte er noch dabeischreiben k?nnen, da? eine 747-400 schlappe 15000 Liter Kerosin pro Stunde durchzieht. Stattdessen hat er lieber die Zeit beim Start gemessen, 1 Minute 5 Sekunden, und er trumpft vergleichend auf, da? eine kleine 737-200 nur 45 Sekunden bis zum Take-off beschleunigt. Diskussion zwecklos, er ist schlie?lich Vielflieger. Und Holl?nder.

Giovanni aus Hongkong
Nach der k?rzesten Nacht (minus 6 Stunden) und dem wenigsten Schlaf in einer Nacht (30 Minuten… netto) sa? ich schlie?lich in dem kleinen (wahrscheinlich ?hnlich schnellstartenden) Airbus 320 von London zur?ck nach K?ln neben Giovanni. Er hatte sich gleich um Kontakt bem?ht, kein ?berfl?ssiges Warten. Ich klemmte die Streichh?lzer zwischen die Lider und bem?hte mich um freundliche, nichtssagende Konversation. Er komme gerade aus Hongkong, mache in Textilien, und er habe dort Gesch?fte geschlossen und Bestellungen get?tigt. Stolz berichtet er, ?brigens Mitte/Ende 30, Typ schmieriger Sizilianer, in ungef?lschtem Armani und echter Uhr, mit katastrophalem Mundgeruch und ranzigem Gel in den Haaren, im Geldbeutel jedoch nur die besten Karten, von seiner Industrie und dem Gesch?ft in toto. Er habe ja schon selbst in Portugal und Rum?nien Fabriken gehabt, aber damit k?nne man ja schon viele Jahre nichts mehr verdienen. Darum China. Die arbeiteten da 12 Stunden am Tag, sechseinhalb Tage die Woche f?r 120 Euro im Monat, was wolle man schlie?lich mehr? Und nach China, was kommt dann? „Nix mehr, bleibt China“, meint Giovanni und ist m?chtig stolz darauf, mir Tips zu geben, wie man in China am besten die Bev?lkerung ausbeuten kann, denn „die wollen ja wenigstens noch arbeiten! F?r jeden Lohn machen die das! Von mir aus auch 200 Euro in 5 Jahren. Keine Gewerkschaft, keine Krankheiten, keine Lohnnebenkosten. -Am T-Shirt kann man das hinterher schlie?lich nicht sehen, verstehen sie?“

One Simple Fact of Success

I?ve discovered that the most important ingredient for success is the quality of people with whom I surround myself.

Wow, endlich spricht es mal jemand aus, spricht mir quasi aus dem Herzen! Der schlaue Mensch ist Don Nicholas und der Ausrichter des Mequoda Summit 2005, auf den ich wohl mit soll, was meinen Chef und die Kollegen zwangsl?ufig und automatisch zu qualitativ hochwertigen Menschen meiner Arbeitsumgebung macht ;)

Allein der Programmpunkt „How to launch a website in 87 days“ macht wirklich ein wenig stutzig…

G’N’F’R

Gerade zeigt MTV den Rock am Ring f?r alle, die sich f?r Festivals zu alt f?hlen und/oder lieber trockenen Fu?es daheim in der ersten Reihe sitzen. Nun l?uft der Mitschnitt von „Velvet Revolver“, und ich frage mich ernsthaft, warum sich das die Leute heute erstens ?berhaupt geben und zweitens, warum die vor Ort versammelte Meute so kra? dabei abgeht.
Aber eigentlich ist das doch recht schnell gekl?rt: Das ist Guns’N’Roses nur ohne den l?cherlichen Axel Rose. (Was treibt der Bursche eigentlich? Frauen pr?geln? Saufen? -Klar, nur in welcher Reihenfolge?) Und was klickt da in uns allen? Slash, der wahrscheinlich beste -lebende- Gitarrist der Welt, der heute zwar noch mit engster Jeans, Afro-M?hne und Zylinder wie aus G’N’R-Zeiten die Gibson w?rgt, aber keinen Jackie mehr zwischen den Tracks schl?rft. Duff McKagan, der erblondete Bierbauch am Bass, den wir irgendwie immer eine fiese Dumpfbacke fanden, weil er weder aussah, noch richtig cool war, aber daf?r immer m?chtig verlumpt und vor allem besoffen r?berkam. Oder ist es Matt Sorum, der unscheinbare Honk am Schlagzeug, der nie so cool wie Lars Ulrich sein wird, egal, ob er nun blonde Dauerwelle oder einen nasty Kurzhaarschnitt unter dem Bandana versteckt. (Zu Matt Sorum f?llt mir noch grad das Dummgeseier von einem Schmock auf einer der England-Reisen ein: „Matt Sorum? -Der hat’s doch voll net drauf! Der Drummer von Sepultura ist viel besser!“)Wie hie? eigentlich der Typ am Keyboard damals? Komme grad nicht drauf… Also vermissen wir eigentlich doch nur noch unseren Axel (der S?nger von Velvet Revolver geht ja mal gar nicht, diese Tucke!), wenn wir uns vorstellen, jeden Moment kommt der Typ im Holzf?llerhemd und Radlerhose auf die B?hne geturnt und singt, als w?re die besagte Hose an bestimmten Stellen zu eng. Kurz: Was soll dann Velvet Revolver? Braucht das jemand? -Ja, um sich vorzunehmen, morgen erstmal die Use Your Illusion 1 & 2 rauszusuchen f?rs Auto nach mp3 zu rippen. Das gabs damals noch nichtmal. Irre. Kleine Zeitreise. Danke MTV.

Wie Der Spiegel hier schreibt, hat der Reifenhersteller Michelin eine Studie durchgef?hrt, die thematisch das Thema meiner Diplomarbeit streift. Die Frage lautete: „Welcher Reifentyp sind Sie?“. Die Studie bringt f?nf scheinbar unterschiedliche Gruppen von Reifenk?ufern hervor, verfehlt aber im Kern den Bezug auf den Grad der Beeinflu?barkeit der unterschiedlichen K?ufer. Es scheint, als n?hme man bei Michelin an, mit klassischem Marketing allein k?nne man neue K?ufer gewinnen. Ich meine, da? es so einfach nicht ist!

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Keine Wahl

sommerloch.jpgEines ist mal klar: Das Sommerloch f?llt dieses Jahr aus! Au?er vielleicht da, wo das ganze Jahr Sommerloch ist, aber das ist ja hier nicht gemeint.
Also Angie. Und die ganzen Herzbuben: Guido, Ede, Roland, Kurtchen und all die anderen Beisitzer im Schattenkabinett. Und da sag ich noch vorletzten Sonntag, allerdings morgens, zu Alice: „Was ein Gl?ck, da? ich heute nicht w?hlen mu?. -Weder Landtag noch Bund!“ Tja, unverhofft kommt oft, und so w?hlte NRW Deutschland in eine politische Krise. Aber Moment mal, die haben wir doch seit Jahren, nicht? In der Wirtschaft w?rden wir sowas anders, einfacher l?sen k?nnen. Wozu gibt es schlie?lich aussagekr?ftige KPIs (Key Performance Indicators)? Shareholder value zum Beispiel. Oder Return on Investment. Bullshit, alles ?ber Bord, brauchen wir hier nicht! Die fetten Jahre sind nunmal vorbei, hier wie anderswo. Aber damit w?re auch gekl?rt, warum der dicke Helmut so lange auf seinem Stuhl gesessen hat: Es ging diesem Land noch gut! Und heute? „Dieses Land ist so fertig. Sooo fertig sind wir“, sagt mein Vater immer. -Ach, pfeift doch auf Arbeitslosenzahlen, Staatsquote, Au?enhandelsbilanz, Bruttosozialprodukt! Mein Vater schl?gt seit Jahren vor, die politische wie wirtschaftliche Lage eines Landes am Spritpreis zu messen. Also auf, Autofahrerpartei w?hlen, oder gab’s die nur in den 80ern?
Ok, ab sofort wieder Wahlk(r)ampf. Ob sie es diesmal schaffen, sich von parteipolitischem Heckmeck zu l?sen und mal ernsthaft die Sache anpacken? Ich glaube n?mlich nicht, da? die Nation politikverdrossen ist, sondern ist sie vielmehr politikerverdrossen. Ich w?rde mich ja deswegen sogar ?bergangsweise f?r eine neue Staatsform aussprechen: Man zwinge die gew?hlten Vertreter dieses Landes nach Abgabe ihres Parteibuches am Eingang des Reichstages dazu, das Plenum erst dann zu verlassen, wenn man gemeinsam einen Masterplan beschlossen hat, wie der Karren aus dem Dreck zu ziehen ist! Denn, um nochmal auf die Wirtschaft zur?ckzukommen, haben wir es hier eigentlich mit einem ganz einfachen Prinzipal-Agenten-Konflikt zu tun, f?r dessen L?sung es ja hinreichend Instrumentarien gibt.
Aber was tun unsere Protagonisten? -Da werden gleich euphorisch Steuererleichterungen versprochen, wo doch jeder an zwei Fingern abz?hlen kann, da? das vorne und hinten nicht geht. Aber unsere gro?artige Nation mu? endlich wieder Kraft aus sich selber sch?pfenm wie nach dem Krieg, da ging’s ja schlie?lich auch schonmal! Jetzt und erstrecht, wo wir doch Papst sind! Und ich h?r’s schon fast wieder von den D?chern rufen: „der Sprit wird auch wieder billiger, wenn Sie uns w?hlen“. Mein Gott, sind wir Deutschen wirklich so saudumm?

Ich habe gerade minutenlang mantraartig „Innenminister Koch, Innenminister Koch, Innenminister Koch“ vor mich hingemurmelt, w?hrend ich zwei H?hnerbeine zum braten zurecht gemacht habe. Eins fiel dabei runter, vermutlich ein polnisches Huhn, das schnell weg wollte. Wenn Tiere unruhig werden und fliehen sollte man sehr aufmerksam sein.

- don.antville.org, 22-05-05

Wie Don hier schon schreibt, geht es ja auch scheinbar eh wieder nur um „Pest oder Cholera? Linkes oder rechtes Auge?“ Da kann die Ruge mir echt gestohlen bleiben; mit diesen Saftnasen und dem ewigen Parteiengerangel wird das hier nichts mehr in diesem Land. Jedenfalls nicht mehr so bald. Und Insolvenz anmelden kann man ja auch schlecht. H?chstens seinen Hut nehmen und f?r Neuwahlen pl?dieren. Warum stellen wir unsere Politiker eigentlich nicht nach der F?higkeit ein, ergebnisorientiert im Team arbeiten zu k?nnen? -Wenn ich in Berlin Personaler w?re, w?rden die alle fliegen!

In einer Woche werde ich wohl mit einer CD und einem guten Grund bewaffnet die Uni-Bib aufsuchen gehen. Mein Vater fragte mich am Wochenende, warum ich eigentlich keinen USB-Stick f?r den Datentransport benutze. Gut, er hat sich etwas anders ausgedr?ckt; er sagte „Du, ich hab da die Tage beim [insert name of random technophile colleague here] gesehen, der hat so einen kleinen Dings, den schiebt er da nur in den Computer rein, und da hat er alles drauf, was er so braucht, und das immer dabei“. Aber gut, ich war erstmal baff! Mein Vater redet von USB-Sticks, ich fasste es kaum. Ich nannte als Grund, da? ich noch nicht wirklich einen gebraucht h?tte und daher wegen meiner grunds?tzlich ablehnenden Haltung jedes neuen Gimmicks gegen?ber und aus Geiz bisher von der Anschaffung eines solchen Wunderwerks der Technik abgesehen h?tte. Er wollte dann wissen, was wohl so ein Stick kostet. Er kam in der Folge zu dem Schlu?, mich mal wieder nicht verstehen zu k?nnen, schlie?lich seien 40-50 Euro f?r sowas tolles doch nun wirklich kein Geld. ?Da? aber meine Mutter noch immer auf seinen Segen wartet, sich endlich DSL legen lassen zu k?nnen, damit sie mit ihrem neuen Notebook endlich mal vom Berg-hoch-LKW-bitte-ganz-rechts-Streifen auf die ?berholspur der Datenautobahn wechseln kann, sollte ich besser argumentatorisch vermeiden, denn sonst verf?llt seine gewonnene Lust am Forstschritt gleich wieder in die f?r ihn so typische Schockstarre. An dieser Stelle die geistige Notiz unter die Hirnrinde, sp?ter mal nicht so werden zu wollen.
Ob ich dies Versprechen allerdings einhalten kann, ist arg fraglich, zumal ich absolut ?berhaupt keinen Sinn darin sehe, mir in der S-Bahn einen Film im Briefmarkenformat auf meinem Handy anzusehen oder mir dabei zusehenzulassen, wie ich auf dem Klo telefoniere. Tja, die Cebit wirft wirklich mit allerlei Schund um sich, und irgendwie wird das von Jahr zu Jahr schlimmer. Ich frage mich, ob die Hersteller das einfach nicht wahrhaben wollen, da? wir hier nicht Japan sind! Vielleicht sollte man sie mal bei der Hand nehmen und in einem Rundgang gemeinsam feststellen lassen, da? es bei uns keine Barbiepuppen mit 3 K?rper?ffnungen in an der Stra?e aufgestellten Automaten gibt, wo man auch getragene Schl?pper von Schuldm?dchen ziehen kann. Bei uns pinkeln zudem echte Hunde auf den Teppich, dazu brauchen wir keine Roboter. Und genauso wenig brauche ich diesen ganzen Firlefanz am Handy. Ok, die Knipse f?r Schnappsch?sse, von mir aus. Dann aber bitte richtig, und nicht so, da? sich nur Freibad-Spanner damit vergn?gen k?nnen und alles, was sich in geschlossenen R?umen schneller bewegt als ein Gummibaum auf dem Bild dann ungef?hr genauso viel k?nstlerischen Anspruch und Charme hat wie das Erbrochene neben statt in einer Kneipentoilette. Warum packt eigentlich niemand mal eine Infrarot-Funktion als Fernbedienung in so ein Teil? Und wann kommen endlich Bezahlsysteme mit dem Handy, die auch wirklich funktionieren? ?Aber um sowas macht sich keiner Gedanken, stattdessen soll ich mir Herr der Ringe auf 280×280 Pixeln bei 65tausend Farben in der wackeligen Stra?enbahn ansehen. Klasse Idee. Da bei mir jetzt auch wieder die Vertragsverl?ngerung ansteht, werde ich einen Teufel tun, und mir ein UMTS Handy aufschw?tzen lassen, und das hat nichts mit Technophobie zu tun.
Mein Vater hat da ja sowieso gar keinen Vertrag mit solchen Sachen. F?r ihn gilt der Grundsatz: Ich will nur das haben, was nix kostet. Billich willich sozusagen. Und irgendwie kommt er seit Jahren auch tats?chlich um jegliche Investition rum. Zum Beispiel, ich gebe ihm mein ‚altes‘ Handy, weil seins zickt, er aber nicht den Sinn sieht, sich ein neues zu kaufen, weil er es nicht versteht, da? ein Handy nach 5 Jahren durchaus mal den Geist aufgeben darf. Ja, ausdr?cklich darf! Rumtragen will so ein Teil dann eh keiner mehr, davon bekommt man mindestens einen Haltungsschaden. Oder aber, ?berall wird das gewohnte terristische Fernsehen abgeschaltet, auch die letzten Nachbarn m?ssen nun gezwungenerma?en auf DVB-T oder Sch?ssel umsteigen. Zwar haben wir schon seit Jahren eine Sch?ssel, aber mirakul?serweise ist unser Haus das einzige in der Stra?e, dessen Antennen noch immer ein brauchbares Bild aus dem Vogelsberg empfangen, seit von Frankfurt nischt mehr kommt.
Goldig war auch, wie er mir einen guten Ratschlag bez?glich des Druckens meiner Diplomarbeit geben wollte. Er meinte, ich solle da doch mal besser vorher einen Termin machen, bei ihm h?tten die das damals, also 1905 oder so, dann in 2 Tagen schon fertig gehabt. Ich hab ihm dann gesagt, da? ich da mit meiner CD -ja, verdammt, ich hab halt noch keinen USB-Stick- hingehe und ne halbe Stunde sp?ter mit 4 gebundenen Ausgaben den Salon wieder verlasse. Das hat ihn schon schwer beeindruckt, da? „die so schnell kopieren k?nnen“. Mann, irgendwie komme ich mir vor, als w?rde ich von meinem Uropa erz?hlen; man hat ja fast Mitleid mit ihm, da? ihm das alles so am Allerwertesten vorbeigeht!
Naja, immerhin hab ich es jetzt trotzdem geschafft, Euch -fast ganz nebenbei- zu berichten, da? das leidige Thema Nummer eins fast ausgestanden ist.

Ich wei? seit eben, warum wir in Deutschland 5 Millionen Arbeitslose haben! -Alice hat sich ein Buch gekauft, um sich auf so ein Assessment-Center vorzubereiten, wie es in Deutschland wohl noch immer gern Gang und Gebe ist, auf diesem Wege die Spreu vom Weizen zu trennen. Bei der Lekt?re erf?hrt man so einiges, z.B. da? Assessmentcenter eine Erfindung der Nazis sind (daher die vielen ‚S‘ im Wort! *muhahaha* ok, der war echt schlecht!). Aber kein Spa?, kein h?herer Offizier hatte seinen Posten erreich, ohne diese gleicherma?en bescheuerten wie sinnfreien Tests zu durchlaufen. Ich unterstelle -?brigens genauso wie die Autoren des Ratgebers- eine ma?lose Realit?tsferne sowie komplette Entfremdung des Sinns eines Vorstelligwerden bei einer Firma. Kleines Beispiel gef?llig? -Da steht in dem Buch z.B., da? Bewerber detailliert nach ihrer Herkunft gefragt wurden. Also so richtig N?rnberg-m??ig mit eigener Gr??e, die der Eltern, Beruf der Eltern, trallala. Ob der Sch?delindex hinzugezogen wurde, wei? man zwar nicht, aber allein dieses unseri?se Vordringen in Dinge, die ja nunmal gar nix mit dem Job zu tun haben, ist mindestens suspekt. Und dann der Kracher: Aus einer Bildersammlung von Massenm?rdern und Psychopathen diejenigen raussuchen, die einem am sympathischsten sind. Ja geht’s noch? -Das ist ja wie vor der Entscheidung zu stehen, welches verdorbene Essen man nun nehmen soll. Und wehe, man kennt die Herren und Damen auf den Bildern nicht alle, denn sonst l?uft man noch Gefahr, als untauglich eingestuft zu werden, weil man einen Genozid sympathischer fand als einen Ritualmord. Ohne Worte sowas.
Aber ich will Euch ja alle am Wahnsinn teilhaben lassen und auch verraten, warum keiner der Teilnehmer eine wirkliche Chance hat, die Arbeitslosenstatistik um 1 zu entlasten:

Im Winter heizen Telefone nur dienstags.
Jeden Dienstag f?llt Schnee.

-Was stimmt? (mehrere Antworten m?glich)
a) Wenn Schnee f?llt, heizen Telefone
b) Jeden Dienstag im Winter heizen Telefone
c) Telefone heizen immer dienstags
d) Dienstags im Winter f?llt Schnee
e) Wenn im Winter dienstags Schnee f?llt, heizen Telefone

Ja nur zu, la?t es Euch auf der Zunge zergehen, aber bitte denkt nie wieder dr?ber nach, warum uns andere L?nder in vielerlei Hinsicht einen voraus haben!

Die Antwort gibt es, wenn es wenigstens ein paar hier versuchen (komm Shorty, das ist doch ein Heimspiel f?r Dich!), in ein paar Tagen.

Kurz notiert

The day after tomorrow ist nun wirklich kein Film, ?ber dessen Qualit?t ich hier berichten wollen w?rde. Vielmehr habe ich mir beim Schauen gedacht, da? man den vor den Tsunamis in S-O Asien sicherlich mit anderen Augen gesehen hat. Wenn man dazu noch Frank Sch?tzings „Der Schwarm“ h?rliest, will man eh nur noch in die Berge.
Preisvergleichsseiten im Internet sind sicherlich die Erfindung des Jahrtausends, aber ich mu?te neulich daran denken, wie man sich eigentlich fr?her, also in der Pr?-Internett?ren ?ra sicher sein konte, da? der „wirklich super Preis“, den einem der H?ndler gemacht hat, auch tats?chlich der beste war. Schon traurig, wie sehr sich das Vertrauen gegen?ber den Einzelh?ndler gewandelt hat.
Der Aldi in Aachen, bei dem ich immer eingekauft habe, ist abgebrannt. Einfach so, und ohne mir was davon zu sagen. Ich hab geguckt wie ein Auto, als ich vor dem abgesperrten Parkplatz gestanden bin.
Die Datenanalyse meiner Diplomarbeit ist in vollem Gange und hat die Bullshit-Bingo Sph?re erreicht. Ich ringe mit mir, dem Thesaurus und dem Fortschritt beim Schreiben, weil mir echt permanent die Formulierungen ausgehen. Mein Supervisor meint dazu: „Don’t bother, it just has to be in there, you know?!“
Karneval nervt auch dieses Jahr kein bi?chen weniger als die Jahre zuvor. Schlimm ist nur diesmal, da? der Maastrichter Prinz Karneval eine Stra?e weiter sein Quartier hat und ich so permanent von seinen Schergen beschallt werde. Am Aschermittwoch bin ich geboooohoooren…. immernoch!

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