Cogito ergo sum?

Voila, willkommen im neuen Jahr. Au?er einiger Probleme im Kalstartverhalten am Neujahrsmorgen kann ich bis jetzt noch nicht den gerinsten Unterschied zum alten Jahr feststellen. Au?er vielleicht, da? ich es absolut absto?end finde, wie die ober-primitiven Vollassis und Universalschwachmaten aus meiner ‚hood hier Silvester gefeiert haben m?ssen. Ach ja, mein schwer bescheuerter Mitbewohner hat dann auch noch dazu beigetragen, da? der Plein nun noch sch?ner aussieht: ?berall liegt angesengtes Altpapier. Unser Altpapier, das ich am 31sten noch im Flur hab lagern sehen! So mit Adressen drauf und so. Denen mu? kalt gewesen sein, denn sonst w??te ich keinen Grund, warum man als angeblich erwachsener, gebildeter Westeurop?er auf die Idee kommt, im vollen Kopp beim B?llern einen Haufen Papier anzustecken, den der Wind dann in alle Richtungen ?ber die Stra?e verteilt. Normal sag ich ja immer ‚ohne Worte‘, aber diesmal sag ich einfach nur ‚Vollidioten’! -Wenn die Polizei morgen vor der T?r steht, und fragt, wer da wohl unseren M?ll drau?en verbrannt hat, dann bekommen die dieses Mal einen Namen von mir gesagt.
Und weil ich grad so gute Laune habe, erz?hl ich auch noch ein bi?chen von dem, was ich heute so gemacht habe: Aufgeregt hab ich mich! Den ganzen Tag schon! -Also der Mensch, der Word programmiert hat, der geh?rt echt an den Eiern aufgeh?ngt, bis er von alleine runterf?llt! Und der, der sowas abgesegnet und in die Produktion gegeben hat, auch! Meinerseits besteht kein Zweifel daran, da? Word alles kann, was man ?berhaupt brauchen kann, wenn es um Textverarbeitung geht. Die Tragik liegt aber darin, da? einfach kein Schwein kapiert, wie man es hinbekommt, einfach alles nur einmal zu formatieren, ohne da? Word einem permanent dazwischenfunkt und die letzte ?nderung zerhackst?ckelt, einfach komplett ignoriert, oder gar das ganze Dokument in Grund und Boden auto-formatiert. Warum gibt es in diesem Programm keinen Schalter mit der Aufschrift: „Ja, ich wei? genau, was ich tue und will deshalb, da? Du, Word, Deine d?mliche altkluge Fresse h?lst und mich einfach machen l??t“??! Dieser Schalter h?tte mir schon viele Nerven gespart. Mann, allein wegen Word lebe ich sicher 5 Jahre weniger als andere Leute. Damit das nicht mehr so weitergeht, hab ich mir ein Word-Handbuch besorgt. Aber was mu? ich feststellen? -Da? auf knapp 1000 Seiten eigentlich nichts Neues steht und ich auch eigentlich im Prinzip immer alles richtig mache. Bleibt also blo? noch die Frage der Sequenz. Mit irgendwas mu? ich Word schlie?lich provozieren, mir immerwieder alles kaputtzumachen. Bitter, ganz ganz arg bitter, wenn man einfach ein sch?nes Dokument abgeben m?chte und nicht blo? einen 08/15-Schei?.

Dumm wie Brot!

Die besten Vors?tze nutzen nicht viel, wenn die Obstakel des Alltags dazwischenkommen. Heute wollte ich nicht nur um halb 9 in der Bibliothek sein, nein, ich hatte das echt vor! Wer allerdings glaubt, er bek?me beim Aldi vor halb neun Einla?, der irrt gewaltig. Also zum B?cker, was soll’s, es besteht eine gewisse Chance, da? das dortige Brot geringf?gig weniger nach Papp schmeckt. Da bekam ich dann auch erstmalig Einblick in das, was hier in Holland als „frisch gebacken, aus eigenem Ofen“ verkauft werden darf. Alice und ich boykottieren diese sogenannten B?ckereien ja zuk?nftig, weil es einfach unter aller Sau ist, f?r Aufbackbr?tchen ein Haidengeld zu bezahlen, nur weil sie in einem Pizzaofen aufgebacken werden. Wer dann um 5 nach 8, also 25 min vor ?ffnung den Laden betritt, kann live mitansehen, wie die „frischen Br?tchen“ als wei?teigige Rohlinge im Ofen landen, in dem sie dann keine 10 min sp?ter zu „eigener Herstellung“ geworden sind. Angezeigt geh?rt sowas, das ist schlicht eine L?ge, wenn die behaupten, es seien frisch gebackene Br?tchen. Aber gut, in the land of the free, na Ihr wi?t schon.
Unseren S3-Poser hab ich heute auch schon gesehen. F?llt mir nur gerade so ein, weil ich eben festgestellt habe, da? er eine echt dumme Hackfresse hat, und somit das Auto das einzige sein kann, weshalb ihm seine Schicksi die Schenkel ?ffnet. Hilfe, was ist der Typ so panne! Volksplein-Uni ist nun keine Strecke, f?r die man ein ge?bter Wanderer mit festem Schuhwerk sein mu?. Genaugenommen sind es bei flottem Schritt 8-10 min, inklusive der Ampelkreuzung. -Der Typ f?hrt jeden Morgen mit dem Wagen zur Uni und parkt davor, zum Spottpreis von nur 1.70 Euro die Stunde. Man g?nnt sich ja sonst nix! Und das f?llt alles auf uns (=das Kollektiv der Deutschen Studenten hier) zur?ck, das ist das schlimmste. Aber er ist nicht der einzige mit einem S3! Die Tage sah ich nochmal genau den gleichen, aber mit GT auf dem Nummernschild. Ob das Teil des Plans unseres Nordfriesen sein kann? -Der mu? sich doch so f?hlen, wie wenn Paris Hilton auf ner Party jemanden mit dem gleichen Kleid entdeckt…

Alle Jahre wieder

Der Segen einer Studentenstadt liegt manchmal auch sehr nahe an dessen Seuche. Wieder ist ein Jahr rum, mann, verdammt schnell ging das. Mein Verbindungsidioten-Nachbar und ich reden noch immer nicht mehr als das N?tigste miteinander, also mu? der Groll doch recht tief sitzen. Erinnern wir uns: Seine Horden sind bei uns eingefallen, raubten und brandschatzten und hinterlie?en etwas, was diesem Vokabular folgend im verkleinerten Ma?stab gut mit ‚verbrannter Erde‘ bezeichnet werden kann. Heuer ist es wieder soweit, diese Stadt und ihre nicht-involvierten Bewohner m?ssen die Krankheit ertragen, die die Verbindungen einmal im Jahr auf „die Neuen“ loslassen: die INKOM.
Inkom, das ist wie Diarrh?, Husten, Schnupfen, Ohr- und Zahnschmerzen gleichzeitig. Das klebrige, gelbe Sekret sind all die, die dieser Virus befallen hat. Fast wie bei Stephen King glaubt man nicht nur dem Ausnahmezustand gegen?berzustehen, sondern auch daran, da? alle anderen irgendwie Zombies sind, vor denen man sich besser gut h?ten sollte.
Pilgernd ziehen sie gen Mecc(a), sich alle supi kennenzulernen w?hrend man ohne R?cksicht auf kollaterale Sch?den oder v?llige Verbl?dung mit asozialem Verhalten als Resultat sich betrinkt. Ach nein, ich verga? schon wieder! Hier hat dieser Zustand ja einen Namen, ja eine eigene Vokabel: gezellig!
Morgen fr?h werden wieder dutzende Studenten von dieser fiesen Pl?rre, die man bei den traditionsreichen Festivit?ten ausschenkt, schier unendliche Kopfschmerzen haben. Andere werden zwischen stark reinigungsbed?rftigen Laken entweder in ihrem eigenen Erbrochenen oder mit einer im n?chternen Zustand h?chst widerw?rtigen Person, die man vor 8 Stunden nichtmal kannte, geschweigedenn h?tte kennen wollen, aufwachen. Hier ist die Frage erlaubt, welches das ?blere ?bel ist. Kondome wird man zum Gl?ck in den Welcome-Packs verteilen – allerdings erreichen die meisten eh nicht ihre Bestimmung. Diese ‚gezelligen‘ M?chtegern-Erwachsenen werden 1001 Anwendung daf?r finden: Egal ob ?berdenkopfziehenundaufblasen, Autoantennendekoration, oder mit Wasser gef?llt zum ach so witzigen Rumwerfen. Klasse.
Den Deutschen Studi erkennt man auf 50 Metern auch noch mit 8 Promille und verbundenen Augen. Nicht, da? wirklich jeder dieser Tage seine Eltern dabei haben zu scheint, nein, noch nie ist es mir so deutlich gewesen, wie sehr sich Optik, Haptik und ?berhaupt das ganze Audio-Visuelle von den niederl?ndischen Spa?machern unterscheidet. Damit meine ich nichtmal die Trekking-Sandalen, Eastpack-Rucks?cke und Salewa-Allwetterjacken, die aus dem Golf IV mit D?sseldorfer, K?lner oder Aachener Kennzeichen aussteigen und gleich so einen gewissen pfadfinderischen Ehrgeiz an den Tag zu legen scheinen, wie man sich denn nun hier, im Ausland!, wohl am geschicktesten bewegt. Und wohin vor allem. Andere tauschen im Dialog auch brandhei?e Neuigkeiten ?ber die „in-come“ aus. S??, ausgesprochen goldig, sowas. Hach ja, wir waren auch mal jung…
All das geht aber dieses Jahr nicht vonstatten, ohne da? das Wetter als mein extrapolierter, hoch empor gehaltene Mittelfinger fungiert, der meine Ansprache, Willkommensbotschaft und Mitteilung an diese ganzen Gehirnspender ist, die ab heute 4 Tage Narrenfreiheit mit Hirnausschalten gebucht haben und darum meinen, die Stadt geh?re ihnen: Es gie?t zeitweise in Str?men! Nein Freunde, in Wahrheit geh?rt Ihr dieser Stadt, und es wird ein verdammt langer und anstrengender Weg, bis sie Euch wieder in die Realit?t erbricht. Wehe dem, der sich bei der S?ure und Peristaltik, die ihn/sie in den kommenden Jahren erwartet, nicht besser ein dickes Fell zulegt.

PS: Nicht vergessen, mir in die Comments zu schreiben, da? ich ja nur neidisch auf ein richtiges Studentenleben mit exzessiven Exzessen, l?sternen Gel?sten, l?cherlichen Lachnummern, freundlichen Freunden, und nat?rlich -nicht zu vergessen- lebenswertem Leben bin!

K?hlschrank

Nein, dieser Sommer ist ganz und gar nicht wie die letzten 26, die ich erlebt habe. Ich denke nicht, da? es daran liegt, da? ich dieses Jahr weder Sand noch Salzwasser zu sp?ren bekomme, auch nicht, da? ich mich stattdessen in der auf spie?ige 19 Grad gek?hlten Uni-Bib f?hle wie ein St?ck Seelachs auf Halde w?hrend ich versuche, meine Energien positiv zu b?ndeln und endlich mit dieser vermalledeiten Introduction zu Potte zu kommen. Aber irgendwie will es nicht wirklich, obwohl ich besten Willens bin am Tag 1 der vernunftinduzierten, neuen alten Arbeitsweise hier in der Bib, quasi unter Aufsicht. Aber das stimmt auch eigentlich gar nicht, denn wie Alice gestern schon geschrieben hat, es ist einfach alles leer und grausam still in dieser sonst so lebhaft pulsierenden Universit?tsmetropole in der Euregio *r?usper*h?stel*. Wer hier regelm??ig liest, sollte nun eigentlich denken ‚hoppla, was beschwert der Mann sich, er will es doch sonst immer so ruhig haben‘. Richtig, die Ruhe wird auch highly appreciated. Ich wei? nun schon nach einem Tag in der hygienisch-reinen Arbeitsatmosph?re, warum sich alternde Autoren immer auf einsam in der Bergwelt einer sch?nen Insel gelegenen Fincas niederlassen, um ihren Roman zu beenden. Vielleicht liegt da der Hund begraben: Das Umfeld ist eben weniger inspirierend als der Ausblick auf Olivenhaine, Weinberge, Ziegenherden. Dazu den ganzen Tag den Duft von Zedern oder anderem ?therischem Gew?chs, ein Gl?schen Rotwein, ein St?ck Melone, eine Nektarine, abends gegrilltes Lamm oder Schwertfisch, dazu frische Tomaten. Stattdessen lauter mehr oder weniger eifrige Mitstreiter, die wie wir versuchen, das granatige Wetter drau?en durch die Sonnenrollos zu ignorieren (gleiches gilt f?r den Achselschwei? des Nachbarn), nicht an Freibad oder Badesee zu denken, sich den ganzen Tag einzureden, da? es nicht schlimm ist, dieses Jahr nicht braun zu werden, man ja schlie?lich f?r eine gute Sache Opfer bringt.
Wirklich irritierend ist der Japaner hinter mir, der seit Stunden mit seinem mitgebrachten Laptop im Uninetz h?ngt und ganz locker wie ein Wilder Porn am saugen ist. Ab und zu sehe ich her?ber, die Thumbnail-Funktion von XP verr?t ihn, wie er seine Sammlung mit tonnenweise nackter Ollen aller Rassen meist in eindeutiger Action mit Andersgeschlechtlichen sortiert und kategorisiert. Ab und an blickt er erschreckt um, mit Sicherheit, weil er bemerkt hat, da? ich r?berschiele. Aber er verliert alle blickesuchenden Kopfdreher-Duelle – ich bin einfach schneller wieder mit den Augen im Buch. Eben war er dann auf Toilette – ich will gar nicht wissen, was er da getan hat. Leute gibts…
Nee nee, da war es daheim doch ganz sch?n. Eine Woche auf der elterlichen Ranch. Ich gebe nicht damit an, eher suche ich das Mitleid des Lesers: 2000 Quadratmeter sind in den hei?en, regenarmen Sommermonaten keine Freude. Au?er abends, bei Gegrilltem und mit F??e hoch und Wein in der Hand. War auch das letzte Mal dieses Jahr, vorausgesetzt ich bin im n?chsten Sommer nicht arbeitslos. Alles ?ndert sich, und man wird ?lter. Auch der Hund. Der arme Kerl ist nun doch um die Seuche seiner Rasse nicht herumgekommen: Dackell?hme. Echte schei?e f?r so einen Flummi wie unseren Filou, dem man nun in seinen guten Momenten, wenn die Schmerzmittel gut wirken, echt alles an Bewegung verbieten mu?, vor allem die Springereien und das Treppenlaufen. Jaja, temporas mutantur et nos in illis.
Fr?her war eh alles besser, das ist das Axiom meiner Generation. Da bekam man auch nicht innerhalb von 12 Stunden 285 Spam-Comments in seinen Weblog gedr?ckt – ich bitte daher bei ?lteren Eintragungen die Verbraucherinformationen f?r sexuelle Hilfsmittel und Penisverl?ngerungen zu ignorieren, bis ich eine Methode gefunden habe, alle auf einmal zu l?schen, sonst wird das hier aus zeitlichen Gr?nden eng mit der Diplomarbeit. A propos, ich sollte mal lieber damit weitermachen anstelle hier wirr zu schreiben, schlie?lich wird das eher gewertsch?tzt. Meint man zumindest, liest man sich die Arbeiten von manchen Leuten durch…

Schlimmer geht’s immer

Zerkratze Autos, zerstochene Reifen, abgetretene Spiegel, eingeschlagene Heckscheiben, gestohlene Antennen und Nummernschilder ? das nennt Ihr Hardcore?! Kindergeburtstag! Ich mu? hiermit zugeben ?und die Begr?ndung folgt auf dem Fu?e-, da? meine so verha?ten Holland-Chaoten direkt von den jungen Wilden aus Gie?en noch was lernen k?nnen. Unterschied war diesmal nur der, da? es nicht mich getroffen hat. Naja, wie man?s nimmt… Aber zum Tathergang: Ohne da anzufangen, wo f?r Thomas der sch?ne Teil des Tages anfing, n?mlich bei der Abholung seines nagelneuen Leons vom H?ndler am gestrigen Nachmittag, waren wir, das sind Alice, Thomas und ich, gerade auf dem R?ckweg nach Hause von der Havanna-Bar in Gie?en. Unweit des ehemaligen Auswegs standen wir also im wenige Stunden alten Leon als erste an der zu diesem Zeitpunkt roten Lichtzeichenverkehrsregelanlage. Unsere Unterhaltung wurde pl?tzlich j?h durch ein auf irgendetwas am Auto einschlagendes Ger?usch unterbrochen. Erschreckt schaut man sich sofort in alle Richtungen um, fragt sich gegenseitig, was das war und be?ugt, was sich im Wagen dahinter tut, und warum zum Teufel und hastenichgesehen und was und wie und wo…. *peng* *klirr* ?ALTER GIB ASCHE! FAHR, UNS HAT WAS GETROFFEN!? Fett heftiger Schock, dann ein Versuch an einen klaren Gedanken: Krass, neben mir ist die ganze Seitenscheibe zersplittert, ich hab ein paar Scherben auf dem Scho? und wir leben noch! Dann das sinnvollste, was man in so einer Situation tun kann: Ein gutes St?ck Fersengeld geben, Handy rauskramen, anhalten, aussteigen, 110 anrufen. Ich hab dann angesichts dessen, da? die wohl kaum mit Watteb?uschchen die Scheibe eingeworfen haben, nach ein paar Metern in Richtung Tatort doch noch darauf verzichtet, selbst die Sch?tzen ausfindig zu machen. War wohl auch besser so. Die Polizei fand das ganze dann schon recht interessant, die Kripo diagnostizierte den Einschlag zweier Projektile, h?chstwahrscheinlich Steine, die mit einer Schleuder geschossen wurden. Der erste hatte die Heckscheibe in einem (f?r uns) g?nstigem Winkel getroffen und war abgeprallt, der zweite war ein Volltreffer in die hintere Seitenscheibe, neben der ich sa?. Ein bagatellhafter Kratzer von Glassplittern am Oberarm hielt mich dann auch nicht davon ab, den Wisch mit dem Titel ?Strafanzeige wegen K?rperverletzung? prompt zu unterschreiben. Wo sind wir denn, wenn man neuerdings mit einer Steinschleuder mitternachts an einer leblosen Kreuzung einer mittelhessischen M?chtegernstadt beschossen wird! ?Na, was wird wohl erst aus Gie?en werden, wenn der offene Jugendstrafvollzug kommt?!

Emoci?n!

Kerle kerle, was hier alles so liegenbleibt, wenn man mal ein paar Tage nichts bloggt *h?stel*. Nunja, zugegeben, war ja nun nicht gerade gestern, als ich das letzte geschrieben habe. Aber in der Zwischenzeit ist viel passiert, und ich war ebensoviel auf Achse. Da waren die 20 Spam-Comments hier im Blog schon fast Peanuts.
Was los war, fragt sich der Leser?! Nun, Griechenland ist Europameister, das mal nur so ganz am Rande. Aber ich h?tte nie gedacht, da? unsere Gyrosbr?ter samt Sippe gleich so austitschen und ganz Gie?en lahmlegen mit ihren Autocorsi. Wahnsinn! Was eine Stimmung: Ein paar Hundert Griechen, und einige Schmarotzer, die gleich nach dem Schlu?pfiff in den Aphrodite-Grill gerannt sind, um sich einen kostenlosen Ouzo abzuholen, verwandelten den Cityring in eine einzige Party mit dem celebr?ischen Climax am Elefantenklo. Sensationell, nichts ging mehr. Und ich ganz und gar n?chtern mit dem Leon auf dem Heimweg. Einen riesen Umweg mu?te ich machen, um zu verhindern, da? ich auch nur eine Sekunde in dem Tohuwabohu gestanden w?re – denn dann h?tten sie alle wohl liebend gern mal den Wagen durchgeshaked, so wie sie es mit all den anderen armen Schweinen gemacht haben, die sich nicht mehr an der Ampel aussuchen konnten, ob Griechen oder freie Fahrt. Naja, wenigstens habe ich neue Seiten von Gie?en entdeckt -und das mag schon seltsam genug erscheinen, falls jemand Gie?en kennt- als ich durch den wohl undeutschesten Teil der Stadt fuhr: Total besoffene US-Soldaten wurden direkt vor mir durch eine amerikanische Streife der Milit?rpolizei angehalten und kontrolliert. Links und rechts meterhoher Kasernenzaun, Panzersperren und Flutlicht. Wachsoldaten mit Flinte im Anschlag. Da? hinter mir ein deutsches Taxi fuhr und offensichtlich den selben Weg nahm, war das einzige in dieser bizarren Szenerie, was mich beruhigen konnte, nicht im falschen Film zu sein. Also hier ganz am Rande nochmal die Frage, wann die Herrschaften eigentlich gedenken, sich mal zu verziehen, das ist n?mlich echt nicht normal sowas!
Hab ich eben Leon gesagt? Wow… Surprise! Der Mann ist wieder mobil, und hach, was ist das ein feines Auto! Macht m?chtig Laune, so ein Turbodiesel. H?tte nie gedacht, da? man so eine brutale Kraft beim Beschleunigen so g?nstig haben kann. Ich sag nur: 800 km mit einem Tank. Und das war der erste Sprit, den das Auto gesehen hat – das wird noch weniger Verbrauch, wenn der erstmal eingefahren ist. Geilst! Auto Emoci?n eben.
Saubl?d ist dagegen das Heckmeck mit dem holl?ndischen H?ndler, das ich nun an der Backe habe. Meine Fresse, was ein Heinz: Erst besch?ftigt er nur Doppellinksh?nder, die mir beim Saubermachen die Frontscheibe von innen tierisch verkratzen, dann stellt er die Karre in eine dunkle Halle und bestellt auch noch die allerletzte, total inkompetente M?chtegern-Verk?uferin, die sonst nur die Klos putzen darf, ab, um mir meinen Wagen zu ?bergeben. Die Karre war nichtmal richtig sauber, und zu allem ?berflu? fahren diese Vollidioten meinen schwarzen Neulack auch noch durch eine gew?hnliche Waschanlage und machen haarfeine Kratzer von vorne bis hinten drauf. Toll gemacht, wirklich 1A! Sowas gibt bei mir Extra-L?nderpunkte f?r Holland. Dumm war an der ganzen Sache dann blo?, da? ich aufgrund widrigster Bedingungen erst kurz vor Ende der Heimfahrt den Kratzer in der Scheibe bemerkt habe – n?mlich als die Sonne rauskam. Tjo Freunde, und nun erlebe ich original, wie holl?ndische Firmen den Ausdruck Kundenorientierung interpretieren. Kein R?ckruf, keine Antwort auf meine (mittlerweile schriftlich erteilte) Reklamation, nada. Na bitte, ich sags ja: Alle gagga in dem Land – bald gebe ich die Hoffnung g?nzlich auf!
Und sonst? -K?hl und es regnet. Aber egal, ich hab ja nun Klimaanlage und nen Ventilator f?r mein Zimmer…

Holland in Not!

Mit aller aufbringbaren Schadenfreude habe ich heute Abend gen??lich das Spiel Holland-Portugal verfolgt. Ich kann mich nur diebisch dar?ber freuen, da? unsere gro?m?uligen Nachbarn verdienterweise nach einer 90 min?tigen Wurzelbehandlung durch den Allerwertesten ihre R?ckfahrt-Tickets ausgeh?ndigt bekamen. Das war h?chstnotwendig, sonst w?re man noch glatt am Gr??enwahn ?bergeschnappt!
Am Freitag werde ich Gelegenheit haben, mir verheulte Fans beim Abdekorieren der H?user und Stra?en anzusehen, und lachend wird ihnen mein Gesichtsausdruck zurufen: „?tschieb?tsch – Es waren diesmal nicht die b?sen Deutschen!“ -Denn sowas sollte auch nur einer mal behaupten! Dar?berhinaus f?rdere ich mit dem Kauf des Flamenco-L?wen neben dem deutschen Mutterkonzern auch den holl?ndischen Dealer bei Enschede, der unbedingt dieses Auto an mich loswerden will. Das ist gelebtes Europa!
Also immer sch?n halblang! Wer aus Rastal-Gl?sern sein Heinecken trinkt, Adidas-Turnschuhe tr?gt, VW und Audi f?hrt, mit Siemens telefoniert und seine Tulpen mit Gardena bew?ssert (diese Liste ist wirklich unendlich fortsetzbar!), der sollte ganz vorsichtig sein mit der Artikulierung von Animosit?ten in Richtung andere Seite der Grenze. Wir k?nnen n?mlich ohne Holland-Tomaten, ohne Heinecken, ohne Vla, ohne Frikandel, ohne Philips – und ohne Orange. Ich hoffe nur inst?ndig, da? bald wieder Normali?t einkehrt und Holland sich zur WM 2006 in Deutschland nicht qualifizieren kann. Denn die Fans dieser hirnverbrannten Nackenspucker und Mentalonanierer sollten echt jedem zivilisierten Land erspart bleiben, wenn’s irgendwie geht.
Geschockt? -Ich auch, jeden Tag von Neuem.

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Schade Deutschland…

… alles ist vorbei! -Und mit dem hochkar?tigen Untergang gestern gegen unsere neuen EU-Br?der h?rt hoffentlich auch das ganze Dummgesabber rund um unsere 11 in diesem Zirkus in Portugal auf. Schlecht gespielt haben diese j?mmerlichen und ?berbezahlten Waschlappen, weiter nix! Respekt vor dem Gegner, von mir aus, aber Angst? Eine wahrhaft bemitleidenswerte Vorstellung war das gestern, und man sollte besser sagen, da? sie verdient nach Hause fahren. Wer sich so derma?en na?macht, wenn er in Ballbesitz dem gegnerischen Strafraum n?her kommt, aber dann erst noch sein Kaffeest?ckchen auspackt und einen Latte schl?rft, bei dem er schriftlich ein Ersuchen, ein Tor schie?en zu d?rfen, einreicht, bevor hier der Designerschuh das Leder streichelt und selbiges dem feindlichen Torwart direkt in die Arme zu bugsieren, dem ist einfach nicht mehr zu helfen! Bis dahin haben die Tschechen zweimal ihre Trikots getauscht und treten frisch geduscht in die Defensive! Da ist kein Zidane, der vor dem die gegnerische Abwehr Angst hat, wenn er nur angelaufen kommt und der deswegen immer kurzen Proze? mit ihr macht. Da ist auch kein Rooney, den alle erstmal f?r einen Hooligan halten, der sich irgendwie auf den Platz gemogelt hat, und man dann leider viel zu sp?t erkennt, da? der ja tats?chlich ein echtes Trikot anhat, mit seiner Nummer drauf. Bums, Tor – und das ist richtig so! -Aber bei uns? Ein Olli Kahn, den diese Wichte vor dem Tor allein lassen, weil der n?chste Latte bereitsteht, oder ein Ballack, der nur dann ein Tor schie?en kann, wenn seine Frisur richtig sitzt. Ein Schneider, der die H?tte einfach null trifft, aber immer richtig steht, und ein Schweinsteiger, der alles will, aber wenns drauf ankommt mit 34 Gegenspielern alleingelassen wird. Aber eines ist richtig schade, n?mlich da? „uns Rudi“ seinen Hut nimmt. Der kann am allerwenigsten daf?r, wenn seine Sch?tzlinge es einfach nicht bringen.
Richtig dumm an der gestrigen Niederlage ist ja blo?, da? die Holl?nder ihren Willen bekommen haben. Ich bleib dabei Alex, dieser Nistelrooy ist der Ober-Unsympath, f?r dessen Ausscheiden sich in jedem Fall eine rote Karte lohnt. Nur gut, da? wir Holland nicht nach Hause geschickt haben, sonst m??te man hier zu Lande wieder Angst um sein Auto haben, weil die Gehirnspender in diesem Land es einfach nicht checken, was ein sportlicher Wettstreit ist. Aber is klar, die Sache mit den Radios und Fahrr?dern geh?rt wenn nicht im Stadion dann wenigstens an deutschen Autos ausgetragen. Bravo van Nistelidiot, wenigstens mit dem Bullshit bleibst Du mir in Erinnerung!
Die gute Nachricht des Tages ist ganz anderer Natur: Ich war bei meinem Supervisor, der mein Thema super-interessant findet und mir ergo das OK zum Loslegen gegeben hat. Und das ganz ohne Fu?ball-Kommentar…

Identit

Die j?ngste nationale, sportliche Auseinandersetzung zwischen Holland und Deutschland, die wir im rein nationalen Kreis verfolgt haben, um nicht zwischen die erhitzten Gem?ter an beiderseitigen Fronten zu geraten, hat es mal wieder gezeigt: Wir Deutsche haben keine Identit?t! Nicht nur, da? 3/4 des Stadions mit holl?ndischen Fans gef?llt war, nein, man hat es auch sofort gesehen. Oranje ?berall. Und wir? -Wei?e T-Shirts, Wertkauf-Hawaii-Hemden mit idiotischem Muster, hier und da eine Deutschlandfahne zum Umh?ngen oder Frischluftwedeln, ein paar schwarz-rot-gold bemalte Wangen, und das wars schon. Gar nichts ist das! Andererseits, das Orange ist ja auch nicht wirklich besser. Ohne jetzt Bildzeitungshumor duplizieren zu wollen, aber bei uns in Deutschland tragen echt nur die M?llm?nner orange; Autos und Lastwagen der Stadtwerke sind orange; fr?her die Kesselwagen der Kanalreinigung, die im l?ndlichen Raum die Pullgruben leergpumpt haben; reflektierende Warnwesten sind so, genauso wie die M?lleimer in manchen St?dten. -Also f?r uns fiele Orange von vorneherein flach, ganz klar! Mit braun haben wir schlechte Erfahrungen gemacht, gr?n tr?gt die Polizei, olivegr?n die Bundeswehr. Schwarz w?re gut, auch f?r die F?lle, wo man mal ein Spiel verl?re, geht aber auch nicht, weil der Schiedsrichter schon so ruml?uft. Bei blau k?nnte uns Aral sponsern, gelb ist h??lich und zieht M?cken an. F?r rosa ist diese Nation nicht schwul genug, und mit rot sind viele in diesem Land auch durch. Also bleiben wir bei wei?, das l??t sich gut kombinieren und gibt es notfalls im 10er Pack bei C&A. Aber wei? ist so defensiv, so sehr kommt-uns-nicht-zu-nahe-wir-ergeben-uns. Wei? ist so, als h?tte man uns aller Farben beraubt, was ja auch irgendwo seine historische Grundlage hat.
Apropos historische Grundlage! Mir gehen diese Diskussionen ?ber „die alte Rivalit?t“ und „den immerw?hrenden Ha?“ zwischen unseren beiden V?lkern so derma?en auf die Eier, da? ich nur noch rundum Watschen verteilen mag. Da stellt sich dieser Sondersch?ler van Nistelrooy hin und faselt was von „Revanche f?r damals“ und gie?t ordentlich ?l ins Feuer. Kein Spa?, hier als Deutscher in Maastricht allenfalls eine Enklave bilden zu k?nnen, um sich dem omnipr?senten Dummgeschw?tze von solchen oranje-Idioten entgegenzustellen. Echt, f?r solche Spr?che von wegen ‚2ter Weltkrieg‘, ‚Vergeltung‘, ‚historische Rechnung offen‘ und dergleichen geh?rt der Deutschen Elf erlaubt, kollektiv Nistelrooy in seine sch?bbige Matte rotzen zu d?rfen!

Alles Neue macht der… Juni!

Thema gedropped. Hoffentlich nun endg?ltig und konsequent genug, da? ich dieser Tage mit meinem neuen Einfall endlich mal Boden gutmachen kann und was zu Papier bringe. Hat ja auch keinen Sinn, wochenlang, naja, fast monatelang an was rumzu?mmeln und kein Land zu sehen. Von einer Sackgasse in die n?chste. Und auf dem Weg dahin einen dicken Stapel „Scholarly Articles“ erst gesucht, gesourced, gespeichert, gedruckt und dann gelesen. Alles f?r die Katz! Und jetzt das gleiche Spielchen nochmal. Na was soll’s, tun wir einfach so, als sei das Bisherige die Generalprobe gewesen. Nun hei?t die Idee, die mir hoffentlich den Weg aus diesem Dasein ebnet „online communities“. Wie ich darauf gekommen bin? -Nun, ich treib mich quasi dauernd in solchen Foren und Boards rum, sei es, um nach Erfahrungsberichten ?ber einen noch anzuschaffenden fahrbaren Untersatz zu suchen oder L?sungsans?tze zu PC Problemen zu erhalten. Keine dumme Idee, und geforscht haben da auch noch nicht viele. Also packen wir’s an!
Wie gesagt, immernoch Autosuche. Bei den Gebrauchtwagenpreisen kein Wunder. Wo sind eigentlich die Gebrauchten, deren Markt angeblich so „im Keller“ sein soll?! -Ich meine, ich brauche keinen Kombi, keinen minimalst-Benziner, und ne Klima w?r schon extrem w?nschenswert. Und wenn’s geht ein Diesel mit weniger als 90000 km! Da f?llt der Blick schnell mal auf EU-Reimporte. Man h?re und staune: Seat Leon TDI in Deutschland 20000. Der gleiche Wagen in Holland 25000. Genau dieser holl?ndische Wagen allergings als EU-Import nach Deutschland geholt und beim Vermittler gekauft: schlanke 15000. Man zeige mir den Holl?nder, der sich da nicht verarscht vorkommen soll!
Stichwort Europa! Am Sonntag bittet man uns wieder zur Urne, und weil ich dieser Aufforderung in meinem heimischen Wahlkreis lieber nachkomme, als hier einem meiner holl?ndischen Freunde die Stimme zu geben, habe ich mich mal eben beim Wahl-o-Mat schlau gemacht, welche Partei denn nun am ehesten meine unbedeutende Stimme verdient hat. Das Ergebnis war alles andere als ?berraschend f?r mich und gibt mir also Gewissheit, da? ich so langsam aber sicher in der Lage zu sein scheine, meine politischen ?berlegungen und ?berzeugungen in sofern zu artikulieren, da? ich sie auf eine Partei b?ndeln kann. Zur Wahl zumindest. Zugegeben, das mag supra-national noch etwas anders aussehen als national, aber immerhin mache ich am Sonntag nicht blo? ein Kreuz irgendwohin, oder argumentiere scharfsinnig mit „waurm soll ich denn da w?hlen, Europa bringt uns doch eh nix!“ die Notwendigkeit, zur Wahl zu gehen.
Diese ganzen Nixk?nner, die so ihr ihr Verst?ndnis von Europa offenlegen, dann aber beim EU-Importeur ihren Neuwagen kaufen, und stolz berichten, was sie „wegen der EU“ gespart haben, erregen bei mir nicht nur Unverst?ndnis, nein, sie ekeln mich auch zunehmend an. Wie sagte Dieter Nuhr noch gleich? -„Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten!“ Gro?artig!

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