Viele Jogger, Wanderer und Mountainbiker kennen das: Sobald man die gut ausgebauten Waldautobahnen mal verläßt und einen kleinen Trail vorzieht, ist es meistens hinterher so gut wie unmöglich, die genaue Strecke auf einer handelsüblichen Wanderkarte nachzuvollziehen, geschweigedenn jemandem die Tour vom Wochenende zu beschreiben. Im Jahr 2009 ist das jedoch mit einem Symbian-Handy von Nokia und einem GPS-Empfänger kein Problem mehr: Der Nokia SportsTracker macht es möglich!

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Der T-Mobile GAU?

Also mal ehrlich: Wenn bei T-Mobile einmal im Jahrtausend für 2-6 Stunden die Leitung tot ist, wird so getan, als wäre die Informationsgesellschaft ins Mittelalter zurückversetzt worden. Das ist dann sogar eine Kolumne mit Feature-Special bei bild.de wert. -Über die alltäglich grottige Netzqualität von E-Plus regt sich hingegen die Öffentlichkeit nicht auf, das interessiert kein Schwein.

Dabei ist es mindestens genauso brisant: Gestern waren so ungefähr alle Besserverdiener ohne Handy, bei E-Plus trifft es alle Schüler, Studenten, Spaßtelefonierer und solche armen Schweine wie mich, die mit diesem Netzanbieter ein Firmenhandy nutzen müssen jeden verdammten Tag!

0180-LUFTHANSA – Spaß mit Vanity

Vanity-Nummern sind eine tolle Erfindung. Die Lufthansa hat sich auch eine zugelegt und teilt die interessierten Menschen auf ihrer Homepage mit. Wer -so wie ich- auf dem Flughafen in Las Vegas einen relativ dringenden Sachverhalt hinsichtlich des Gepäcks mit der Lufthansa-Hotline besprechen möchte, der bedankt sich freundlich bei seinem guten Freund T., der ihm die Nummer mal schnell aus dem Internet besorgt und via Handy durchgegeben hat, legt auf und steht plötzlich im Zeitalter von Blackberry und Smartphone vor einem bislang gänzlich unbekannten Problem:
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So langsam wird es Zeit -auch für notorische Fußball-Muffel wie mich-, die schwarz-rot-gold Gimmicks aufzurüsten und mich auf die EM vorzubereiten. So hat eben ein Spielplan-Poster seinen Platz an der Wand im Büro gefunden, und den EM-Spielplan habe ich im Outlook, dem Handy und dem iPod synchronisiert. Von einer Fahne am Auto sollte man angesichts der momentanen Spritpreise absehen, was aber nicht heißt, daß man mit der Flagge so umgehen sollte, wie diese Gehirnspender hier.

Ob das dieses Mal dann auch wieder ein Sommermärchen werden wird, überlasse ich lieber Sönke Wortmann als Jogi Löw. Klar, daß ich unseren Jungs trotzdem die Daumen halte, was ich im folgenden Bilderrätsel mal schnell visualisiert habe:

EM 2008 Deutschland

In einer Woche werde ich wohl mit einer CD und einem guten Grund bewaffnet die Uni-Bib aufsuchen gehen. Mein Vater fragte mich am Wochenende, warum ich eigentlich keinen USB-Stick f?r den Datentransport benutze. Gut, er hat sich etwas anders ausgedr?ckt; er sagte “Du, ich hab da die Tage beim [insert name of random technophile colleague here] gesehen, der hat so einen kleinen Dings, den schiebt er da nur in den Computer rein, und da hat er alles drauf, was er so braucht, und das immer dabei”. Aber gut, ich war erstmal baff! Mein Vater redet von USB-Sticks, ich fasste es kaum. Ich nannte als Grund, da? ich noch nicht wirklich einen gebraucht h?tte und daher wegen meiner grunds?tzlich ablehnenden Haltung jedes neuen Gimmicks gegen?ber und aus Geiz bisher von der Anschaffung eines solchen Wunderwerks der Technik abgesehen h?tte. Er wollte dann wissen, was wohl so ein Stick kostet. Er kam in der Folge zu dem Schlu?, mich mal wieder nicht verstehen zu k?nnen, schlie?lich seien 40-50 Euro f?r sowas tolles doch nun wirklich kein Geld. ?Da? aber meine Mutter noch immer auf seinen Segen wartet, sich endlich DSL legen lassen zu k?nnen, damit sie mit ihrem neuen Notebook endlich mal vom Berg-hoch-LKW-bitte-ganz-rechts-Streifen auf die ?berholspur der Datenautobahn wechseln kann, sollte ich besser argumentatorisch vermeiden, denn sonst verf?llt seine gewonnene Lust am Forstschritt gleich wieder in die f?r ihn so typische Schockstarre. An dieser Stelle die geistige Notiz unter die Hirnrinde, sp?ter mal nicht so werden zu wollen.
Ob ich dies Versprechen allerdings einhalten kann, ist arg fraglich, zumal ich absolut ?berhaupt keinen Sinn darin sehe, mir in der S-Bahn einen Film im Briefmarkenformat auf meinem Handy anzusehen oder mir dabei zusehenzulassen, wie ich auf dem Klo telefoniere. Tja, die Cebit wirft wirklich mit allerlei Schund um sich, und irgendwie wird das von Jahr zu Jahr schlimmer. Ich frage mich, ob die Hersteller das einfach nicht wahrhaben wollen, da? wir hier nicht Japan sind! Vielleicht sollte man sie mal bei der Hand nehmen und in einem Rundgang gemeinsam feststellen lassen, da? es bei uns keine Barbiepuppen mit 3 K?rper?ffnungen in an der Stra?e aufgestellten Automaten gibt, wo man auch getragene Schl?pper von Schuldm?dchen ziehen kann. Bei uns pinkeln zudem echte Hunde auf den Teppich, dazu brauchen wir keine Roboter. Und genauso wenig brauche ich diesen ganzen Firlefanz am Handy. Ok, die Knipse f?r Schnappsch?sse, von mir aus. Dann aber bitte richtig, und nicht so, da? sich nur Freibad-Spanner damit vergn?gen k?nnen und alles, was sich in geschlossenen R?umen schneller bewegt als ein Gummibaum auf dem Bild dann ungef?hr genauso viel k?nstlerischen Anspruch und Charme hat wie das Erbrochene neben statt in einer Kneipentoilette. Warum packt eigentlich niemand mal eine Infrarot-Funktion als Fernbedienung in so ein Teil? Und wann kommen endlich Bezahlsysteme mit dem Handy, die auch wirklich funktionieren? ?Aber um sowas macht sich keiner Gedanken, stattdessen soll ich mir Herr der Ringe auf 280×280 Pixeln bei 65tausend Farben in der wackeligen Stra?enbahn ansehen. Klasse Idee. Da bei mir jetzt auch wieder die Vertragsverl?ngerung ansteht, werde ich einen Teufel tun, und mir ein UMTS Handy aufschw?tzen lassen, und das hat nichts mit Technophobie zu tun.
Mein Vater hat da ja sowieso gar keinen Vertrag mit solchen Sachen. F?r ihn gilt der Grundsatz: Ich will nur das haben, was nix kostet. Billich willich sozusagen. Und irgendwie kommt er seit Jahren auch tats?chlich um jegliche Investition rum. Zum Beispiel, ich gebe ihm mein ‘altes’ Handy, weil seins zickt, er aber nicht den Sinn sieht, sich ein neues zu kaufen, weil er es nicht versteht, da? ein Handy nach 5 Jahren durchaus mal den Geist aufgeben darf. Ja, ausdr?cklich darf! Rumtragen will so ein Teil dann eh keiner mehr, davon bekommt man mindestens einen Haltungsschaden. Oder aber, ?berall wird das gewohnte terristische Fernsehen abgeschaltet, auch die letzten Nachbarn m?ssen nun gezwungenerma?en auf DVB-T oder Sch?ssel umsteigen. Zwar haben wir schon seit Jahren eine Sch?ssel, aber mirakul?serweise ist unser Haus das einzige in der Stra?e, dessen Antennen noch immer ein brauchbares Bild aus dem Vogelsberg empfangen, seit von Frankfurt nischt mehr kommt.
Goldig war auch, wie er mir einen guten Ratschlag bez?glich des Druckens meiner Diplomarbeit geben wollte. Er meinte, ich solle da doch mal besser vorher einen Termin machen, bei ihm h?tten die das damals, also 1905 oder so, dann in 2 Tagen schon fertig gehabt. Ich hab ihm dann gesagt, da? ich da mit meiner CD -ja, verdammt, ich hab halt noch keinen USB-Stick- hingehe und ne halbe Stunde sp?ter mit 4 gebundenen Ausgaben den Salon wieder verlasse. Das hat ihn schon schwer beeindruckt, da? “die so schnell kopieren k?nnen”. Mann, irgendwie komme ich mir vor, als w?rde ich von meinem Uropa erz?hlen; man hat ja fast Mitleid mit ihm, da? ihm das alles so am Allerwertesten vorbeigeht!
Naja, immerhin hab ich es jetzt trotzdem geschafft, Euch -fast ganz nebenbei- zu berichten, da? das leidige Thema Nummer eins fast ausgestanden ist.

Leute heute

Gestern hat die Uni wieder begonnen. -Und ich mittendrin. Dachte mir, gehste mal Freshmen glotzen und wirst ganz nebenbei ein wenig produktiv in der Bib.
Da? ich mich offensichtlich f?r mein Alter ganz gut gehalten habe hat mir nicht nur letztens die Mitbewohnerin von einem Bekannten verdeutlicht, indem sie fragte, ob er und ich denn nun hier anfingen. Nein, auch da? mir nach den ganzen Jahren noch ein (B)Analitas-J?nger einen Flyer f?r ein “Kennismakingsborrel“, also eine Einladung zu so einem Verbindungs-Menschenf?nger-Abend, in die Hand gedr?ckt hat, fand ich dann doch schon ein starkes St?ck. Da? man aber auch so nicht unbedingt zum ?ltesten Eisen geh?rt zeigt sich daran, wieviele Leute aus dem Jahrgang nun doch wieder hier auftauchen. Jetzt, wo alle von den Malediven oder Papas Finca wieder am Start sind, treffe auch ich mal wieder ein paar bekannte Gesichter.
Schaut man allerdings in die Unbekannten, wird einem wieder das ganze Ausma? psychologischen Beeindrucktseins bewu?t, das man selbst auch in seinen ersten Uni-Tagen erlebt hat. Lustig ist es schon, jetzt, wo der Abstand da ist, wie sie alle schauen: scheu und gleichzeitig enorm selbstbewu?t. Dem einen oder anderen steht 5 min vor Veranstaltungsbeginn auch gern mal die nackte Angst im Gesicht, wenn er noch nicht seinen Raum gefunden hat. Wie goldig! Richtig Eindruck schinden bei den Bunnys (danke Nini f?r das Wort!), wer sich nicht nur im Hauptgeb?ude sondern auch in der Bib auskennt. Scharenweise pilgerten gestern Gr?ppchen in die Bib, und die wahren Checker zeigten dann den staunenden P?nzchen das Regal, wo das richtige Buch steht. Ich h?tte schreien k?nnen! Aber nicht nur deswegen, sondern haupts?chlich wegen der Unruhe, die das Jungvolk da reingebracht hat. Warum erz?hlen die denen bei ihrer Bibliotheksf?hrung nicht, da? man in den S??len die Fresse zu halten hat, keine St?ckels anzieht, wenn man nicht lautlos darin zu gehen gelernt hat, und auch, da? man nicht telefoniert, das Handy auf stumm schaltet und auch nicht zu zweit hinter einem offensichtlich besch?ftigten Diplomanden wild auf Chinesisch zu diskutieren anf?ngt?! Ferner scheint den neuen auch keiner verraten zu haben, da? Holland ein kapitalistisches Land ist, in dem man gegen Bares die ben?tigten Fachb?cher erh?lt. Anders kann ich es mir nicht erkl?ren, da? ich gestern erst nach fast 15 min einen freien Kopierer im ganzen Geb?ude bekommen konnte. Wie die Weltmeister haben die da -nat?rlich, was das verkleinernde Kopieren von Doppelseiten angeht, kr?ftig Lehrgeld bezahlend- kopiert was aus dem Ding rauskam. *kopfsch?ttel*
Die Mensa pr?sentiert sich auch im neuen Gewand. Ob ich das toll finde, wage ich noch nicht zu sagen, ich tu mich ja schwer mit so Sachen. Sitzpolster im Kr?nung-Light mintgr?n, Fu?boden mit moderner Kunst im Linoleum, v?llig umgestaltete Essensausgabe mit on-demand Zubereitung a la China-Schnellimbis, ja sogar eine Salatbar gibt es! Das war mir gestern irgendwie entschieden zuviel Innovation auf einmal, zumal ich f?r mein Broodje Gezond ohne Getr?nk fast soviel bezahlt habe wie Christoph f?r einen Teller Reis-Beilage und 0.5er Cola. Strange.
K?nnte sein, da? es bald wieder was von der Spa?gesellschaft zu berichten gibt, denn im Nachbarhaus sind neue Leute eingezogen. Ich war ja erst so froh, da? diese Familie mit den gr??lichen Kindern endlich ausgezogen ist, aber angesichts der Truppe, die da nun wohnt, bin ich mir nicht sicher, ob ich meine Begeisterung aufrecht erhalten kann. Zu cool f?r diese Welt. Der eine Typ f?hrt nen S3, was an sich schon die gr??te Unversch?mtheit ist. Das macht man einfach nicht als Student! Da kannste besser noch Mutters olles M3 Cabrio fahren, da sagt man weniger was, als wenn Du mit nem schwazzen S3 ankommst. Frechheit. Der Poser hat dann auch nen Kollegen da wohnen, der gibt genauso society-m??ig Gas, allerdings hat es bei ihm “nur” zu nem normalen A3 gereicht. Alice hat die beiden dann gestern beim Heimkommen gesehen, in Begleitung von zwei Volldosen, die aussahen, als h?tten die Jungs die grad am Stra?enstrich aufgesammelt. Kurzum: Marke “Pappi hat mir ein Haus f?r’s Studium in der Fast-Innenstadt gekauft und ich bin so gro?z?gig und vermiete ein paar Zimmer an meine mindestens coolen Freunde”. Bitte, wann’s schee mocht, aber ich mu? erstmal kotzen gehen!

Schlimmer geht’s immer

Zerkratze Autos, zerstochene Reifen, abgetretene Spiegel, eingeschlagene Heckscheiben, gestohlene Antennen und Nummernschilder ? das nennt Ihr Hardcore?! Kindergeburtstag! Ich mu? hiermit zugeben ?und die Begr?ndung folgt auf dem Fu?e-, da? meine so verha?ten Holland-Chaoten direkt von den jungen Wilden aus Gie?en noch was lernen k?nnen. Unterschied war diesmal nur der, da? es nicht mich getroffen hat. Naja, wie man?s nimmt… Aber zum Tathergang: Ohne da anzufangen, wo f?r Thomas der sch?ne Teil des Tages anfing, n?mlich bei der Abholung seines nagelneuen Leons vom H?ndler am gestrigen Nachmittag, waren wir, das sind Alice, Thomas und ich, gerade auf dem R?ckweg nach Hause von der Havanna-Bar in Gie?en. Unweit des ehemaligen Auswegs standen wir also im wenige Stunden alten Leon als erste an der zu diesem Zeitpunkt roten Lichtzeichenverkehrsregelanlage. Unsere Unterhaltung wurde pl?tzlich j?h durch ein auf irgendetwas am Auto einschlagendes Ger?usch unterbrochen. Erschreckt schaut man sich sofort in alle Richtungen um, fragt sich gegenseitig, was das war und be?ugt, was sich im Wagen dahinter tut, und warum zum Teufel und hastenichgesehen und was und wie und wo…. *peng* *klirr* ?ALTER GIB ASCHE! FAHR, UNS HAT WAS GETROFFEN!? Fett heftiger Schock, dann ein Versuch an einen klaren Gedanken: Krass, neben mir ist die ganze Seitenscheibe zersplittert, ich hab ein paar Scherben auf dem Scho? und wir leben noch! Dann das sinnvollste, was man in so einer Situation tun kann: Ein gutes St?ck Fersengeld geben, Handy rauskramen, anhalten, aussteigen, 110 anrufen. Ich hab dann angesichts dessen, da? die wohl kaum mit Watteb?uschchen die Scheibe eingeworfen haben, nach ein paar Metern in Richtung Tatort doch noch darauf verzichtet, selbst die Sch?tzen ausfindig zu machen. War wohl auch besser so. Die Polizei fand das ganze dann schon recht interessant, die Kripo diagnostizierte den Einschlag zweier Projektile, h?chstwahrscheinlich Steine, die mit einer Schleuder geschossen wurden. Der erste hatte die Heckscheibe in einem (f?r uns) g?nstigem Winkel getroffen und war abgeprallt, der zweite war ein Volltreffer in die hintere Seitenscheibe, neben der ich sa?. Ein bagatellhafter Kratzer von Glassplittern am Oberarm hielt mich dann auch nicht davon ab, den Wisch mit dem Titel ?Strafanzeige wegen K?rperverletzung? prompt zu unterschreiben. Wo sind wir denn, wenn man neuerdings mit einer Steinschleuder mitternachts an einer leblosen Kreuzung einer mittelhessischen M?chtegernstadt beschossen wird! ?Na, was wird wohl erst aus Gie?en werden, wenn der offene Jugendstrafvollzug kommt?!

Jawoll, wir waren Helden!

Sehr richtig:

“Als Kinder sa?en wir in Autos ohne Sicherheitsgurte und ohne Airbags.
Unsere Bettchen waren angemalt mit Farben voller Blei und Cadmium.
Die Fl?schchen aus der Apotheke konnten wir ohne Schwierigkeiten ?ffnen,
genauso wie die Flasche mit Bleichmittel.
[...]
T?ren und Schr?nke waren eine st?ndige Bedrohung f?r unsere Fingerchen
und auf dem Fahrrad trugen wir nie einen Helm.
[...]
Wir tranken Wasser aus Wasserh?hnen und nicht aus Flaschen.
[...]
Wir verlie?en morgens das Haus zum Spielen. Wir blieben den ganzen Tag weg und mussten erst zu Hause sein, wenn die Stra?enlaternen angingen. Niemand wusste, wo wir waren und wir hatten nicht mal ein Handy dabei!
[...]
Wir haben uns geschnitten, brachen Knochen und Z?hne, und niemand wurde
deswegen verklagt. Es waren eben Unf?lle. Niemand hatte Schuld au?er wir selbst.
[...]
Wir hatten nicht: Playstation, Nintendo 64, X-Box, Videospiele, 64 Fernsehkan?le, Filme auf Video, Surround Sound, eigene Fernseher, Computer, Internet-Chat-Rooms.
Wir hatten Freunde!!!

gelesen bei M-E-X Blog

Chlorfrei

Wahnsinn. Ich habe einen Sitzplatz. Und ein eigenes Schlie?fach. Ich h?tte sogar einen Rechner haben k?nnen. Nat?rlich mit Flachbildschirm. Selbst ein Fensterplatz w?re heute dringewesen! -Kurzum, bevor sich der geneigte Leser weiter wundert, ich bin in der Bib. Zum ersten Mal seit langem wieder einmal f?r l?nger als blo? auf einen Kaffee und zum Leute treffen. Das kann man n?mlich den ganzen Tag. -Uneingeschr?nkt wohlgemerkt. Wer allerdings einen der begehrten Sitz- oder Rechnerpl?tz will, mu? fr?h aufstehen. Und wer Wert auf einen Notebook-Steckplatz legt, kommt wie beim Sommerschlu?verkauf am besten noch vor Tores?ffnung und campiert im modernen Innenhof unter den Fahrradst?ndern. (Zum Gl?ck wurde WLAN noch nicht erfunden!) Der fr?he Vogel f?ngt auch hier wiedereinmal den begehrten Wurm, oder aber, wer zu sp?t kommt, den bestraft das Uni-Leben mit der Zechen-Garderobe.
Ungeachtet dessen, da? drau?en schon die ersten B?ume bl?hen und die Natur sehr in den Startl?chern steht, l??t die noble Bl?sse einiger derer, die sich tagt?glich in der Bib internieren, darauf schlie?en, da? es ein langer Winter gewesen sein mu? und 8 Stunden vor dem Monitor eben doch nicht br?unen, so wie es mal in einer Netzzeitschrift am 1.4. letzten Jahres suggeriert wurde.
Ach ja richtig, es sind ja Pr?fungen n?chste Woche. War mir, als (hoffentlich) endlich Scheinfreiem, schon g?nzlich entfallen. *h?stel* Und mit dem neuen, gleichsam segensreichen wie geha?ten Bachelor-Master-System kann der dritte Block schon einiges bedeuten. Da hei?t es unter Umst?nden schon bald wieder Koffer packen f?r diejenigen, die immernoch Daddy Glauben schenken, wenn er von den unausweichlichen Vorteilen einer Mitgliedschaft in einer dieser uns?glichen Idioten-Vereinigungen schw?rmt, und lieber vier mal die Woche saufen gehen, als mal ein wenig in ihren Unterlagen zu lesen. Naja, zum Gl?ck ist wohl der Mitgliederschwund ebenso gravierend wie bezeichnend, aber das hei?t noch lange nicht, da? nun auch weniger Leute mit diesen affigen Verbindungspullis rumrennen, nein, sie werden blo? immer ?lter.
So wie ich. Aber heute habe ich es ja geschafft, den Anfang vom Ende einzuleiten. Ich sitze hier, mit f?nf fremden Diplomarbeiten und warte auf Eingebungen. Nunja, ich kann schonmal soviel sagen, da? ich bisher alle Arbeiten echt gruselig finde, was das Aussehen betrifft. Sicher, auf die inneren Werte kommt es an, aber doch nur, wenn man auch ?sthetisch Lust hat, bis dahin vorsto?en zu wollen. Also soviel ist schonmal sicher: Da mache ich was anders!
Ich frage mich nur die ganze Zeit, wo die Ausgabestelle f?r die intellektuellen Gesichtsausdr?cke ist, die hier jeder nach Passieren der Eingangst?r gefunden zu haben scheint. Auch, wo die St?cke zu finden sind, die hier so einige im Allerwertesten tragen. Aber vielleicht liegt es ja auch an der Luft hier drin, die zunehmend schlechter, lauter und durchdachter wird.
Ich sitze an einer Tischgruppe mit lauter Leuten, die das selbe tun wie ich, so scheint es. Nat?rlich nicht gerade jetzt, wo ich diese Zeilen analog auf meinen Collegeblock blogge. Sie alle lesen ein bi?chen hier und da, pinnen sich das eine oder andere in ihre Bl?cke, notieren hier, markern da, aber eigentlich schaut jeder alle paar Zeilen auf, versucht ein gequ?lt-eloquentes Gesicht zu machen, das intensives Sinnieren ?ber die komplexesten Sachverhalte und das Aufstellen immer neuer, spannender Axiome und Theoreme vermuten l??t. Im Grunde aber geschieht das nicht etwa nach einer bestimmten Textpassage, sondern immer dann, wenn jemand vorbeil?uft, niest, gesch?ftig bl?ttert, redet, irgendwo ein Handy im Lautlos-Modus ?ber die h?lzerne Tischplatte h?pft – immer in der Hoffnung, da? etwas, das nur marginal interessanter ist also die gegenw?rtig ausge?bte T?tigkeit mehr Konzentration und Aufmerksamkeit verdient als nichtssagende Notizen auf chlorfrei gebleichtem Papier und noch weniger aussagekr?ftige Statistiken aus fremder Feder.
Entlarvt. Ich und alle anderen.

Bodo und Irina kommen beide zu sp?t. Sie blo? 2 Minuten, er 3. Der Vorlesungssaal platzt schon aus allen N?hten, keine Chance mehr auf einen regul?ren Platz. W?hrend der Professor schon die ersten Folien auflegt, entschlie?t sich Irina endlich, vorn in der ersten Reihe, dort, wo niemand freiwillig sitzen mag, f?r einen Platz in der Stuhlreihe. Normalerweise turnt Bodo quer durch den Saal, um als Grundnutzen seinen angestammten Platz zu erreichen, und als Zusatznutzen mit dieser Aktion dem ganzen Publikum unmi?verst?ndlich zu demonstrieren, was er doch f?r ein geiler Typp ist. Anders heute, da l??t er es lieber, wittert er doch, da? ein Mi?lingen seiner Kletter?bung bei vollem Haus unweigerlich zu einem defizit?ren Image f?hren wird.

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