Eben stoße ich auf der Suche nach einer neuen günstigeren KfZ-Versicherung auf ECOmotion von der allianz24, was mich an Luthers Zeiten erinnert:

Allianz ECOmotion

Und doch, das Konzept wird von der Presse ja allseits gelobt. Und es muß auch mal gesagt sein, daß es eine tolle Sache ist, wenn ich bei zweizwanzich linke Spur reinen Gewissens sein kann, daß trotzdem die Koala-Familie im Regenwald auch morgen noch krafvoll Eukalyptus lutschen kann!

Ich nenn sowas entweder Ablaßhandel oder Marketing, kann mich noch nicht so recht entscheiden. Auch nicht, ob ich bei so einer Versicherung zahlender Kunde werden will. Übrigens: Der Fahrer eines Porsche Cayenne Turbo S (4.8 Liter Hubraum, 500 PS, 19l Verbrauch) kann sich für gerademal den doppelten Betrag freikaufen und unbeschwert von Klima-Lästigkeiten den rechten Fuß nach unten drücken, während er die aktuelle Reisegeschwindigkeit von Instrumenten abliest, die in Bangkirai eingelassen sind. Das soll mir mal einer erklären, wie die ganze Sauerei, die dabei entsteht, für 22 Euro im Jahr aufgefangen werden soll!

Dann schon lieber saufen für den Regenwald

Das war ein schnelles Wochenende. Nicht, daß es bloß wiedermal viel zu schnell rumging (Zitat Thomas: “Hell-dunkel, hell-dunkel, Montag”), sondern auch physikalisch zu schnell.

Wir haben wiedermal “Klassenfahrt” gehabt, uns Freitag ganztags und ganz viel mit Strategie beschäftigt, waren aber nicht ganz ohne Hintergedanken im schönen Kerpen einquartiert. Am Samstag sollte wieder der diesjährige Schnellste im Kartfahren bei Schumachers ermittelt werden.  Wie gesagt, dieses freizeitlich anmutende Highlight galt es sich erst beruflich zu verdienen. Am Abend haben wir uns dann bei viel zu viel Alkohol und kalorienbombigem Essen erstmal warmgekegelt. “Bowl-Position” heißt da in Kerpen der Magnet für die Jugend und alle Junggebliebenen, wohl deshalb, weil man dort direkt neben der Schumacher-Kartbahn amerikanisch kegelt. Beim sogenannten Disco-Bowlen brennt da echt die Luft, Flirt-Fever ohne Gleichen, ein Potpourrie der guten Laune mit Star-DJ Günther. Besonders sexy wird es dann, wenn das Schwarzlicht angeht. Denn dann leuchten nicht nur die neonfarbenen Kugeln spektakulär auf ihrer Bahn Richtung Ziel, sondern auch die blondierten Mähnen der Golf-GTI-Beifahrerinnen und die Tops der Olgas und Natashas. Wie gesagt, ein wenig Alkohol ist schon ratsam dort…

Wohl mit jeder Menge R-OH ging es dann früh um 10 auf Michas Piste. Und die Erwartungen waren hoch, es galt schließlich, sich gegenüber der Ergebnisse von letztem Jahr zu verbessern und verlorene Positionskämpfe von letztem Mal nach wochenlanger Vorarbeit wieder aufzunehmen. Im Endeffekt ist es diesmal für mich der dritte Platz geworden. Das mag an einer deutlichen Verbesserung der persönlichen Bestleistung in puncto Höchstgeschwindigkeit und Rundenzeit gelegen haben, andererseits war diesmal das Konkurrenzfeld nach vorne noch ein klein wenig dünner als letztes Mal, wo ich fünfter wurde. Stark beeindruckt haben mich allerdings todesmutige Kolleginnnen, die mit dem Messer zwischen den Zähnen auf der Geraden bis zur letzten Sekunde Vollgas gehalten und ihren Platz auch in der Kurve wie eine Löwin verteidigt haben. Und trotz Vorwissen immerwieder das große Staunen, wie naß geschwitzt man da nach 19 Runden aus dem Kart aussteigt. Große Gaudi also und ein kleiner Blech-Pokal für’s Regal im Büro.

Am Sonntag Abend auf der Heimfahrt von meinen Eltern ging es dann leider nicht mehr so spaßig zu. Vorbemerkung: Ich fahre seit 10 Jahren regelmäßig die A3 zwischen Limburg und Köln. Nehme ich nur einmal im Monat an, so bin ich die Auffahrt von der B49 auf die A3 also mindestens 120 Mal gefahren. Ich würde sagen, ich bin sie sogar mindestens 200 Mal gefahren! Jetzt kommt leider der statistische Ausreißer: Am Sonntag ist es nicht gutgegangen. Die Auffahrt besteht aus einem Doppel-S, also rechts, links, rechts zum Beschleunigungsstreifen. Rechts ging gut, links ging gut, dann plötzlich bei wieder rechts schiebt der Leon über die Vorderachse, das Heck geht weg, ich Fuß vom Gas, Heck dreht sich nochmehr ein, zu viel Gegenlenken, der Wagen dreht sich in die andere Richtung, gegen die Fahrtrichtung, es geht jetzt rückwärts, leicht seitwärts, RUMMS, Einschlag in die Leitplanke mit dem Heck, eine halbe Sekunde später hängt die ganze Seite drin und ich komme endlich zum Stehen. -Ein wirklich unschönes Gefühl, wenn die Lichter auf der Autobahn auf einen zukommen… Der Motor lief noch, zum Glück ist dort noch eine zweite Beschleunigungsspur, Gegenverkehr kam da zum Glück grad keiner. Also Augen auf, Gang rein, Gas - nur da weg.

Ich verzichte jetzt mal auf die weiteren Details (und rege mich nicht auf, daß ich kein ESP hatte oder gar zu schnell war!), nur soviel: Ich hatte größeres Glück, denn weder mir ist was passiert außer einem gezerrten Nacken und einer gestauchten Hand, sondern auch die Reifen sind nur mäßig beschädigt worden, sodaß ich meinen sorgenden Vater wieder heimschicken konnte und selbst nach Bonn weitergefahren bin. Der Rest vom Wagen sieht allerdings bitter aus. Das Gutachten kommt zwar erst am Freitag, aber nach der Schätzung des Meisters bei VW kommt der Schaden wohl so hoch, daß ich schonmal überlegen soll, ob ich den denn überhaupt reparieren will. Der Teufel scheißt halt immer auf den dicksten Haufen!

Man kann sich noch so sehr Mühe geben, irgendwann wird auch die best behütetste E-Mail Adresse gnadenlos Opfer von Spammern. Wer seine Mails mit Outlook und Co abfragt, kann in der Regel mit einigermaßen wirksamen Tools einen Großteil dieses Datenmülls abfangen, bevor man dazwischen die wichtigen Dinge des Lebens (egal ob Mail von Tante Trude oder die Rechnung von der Telekom) mit dem Geigerzähler suchen muß.

Ganz besonders deutlich ist mir das mit den Mail-Accounts all meiner Domains bei all-inkl aufgefallen. Ich habe also ein wenig gegoogelt und stellte fest, daß sich viele Leute in den einschlägigen Foren über hoffnungslos viel Spam auf Mailkonten von all-inkl beklagten. In allen Fällen waren immer nach einger Zeit plötzlich Unmengen von Spam eingegangen. Ich kann mich da sogar noch glücklich schätzen, daß ich pro Tag und pro Account “nur” etwa 200-300 Spammails erhalten habe.

Was mich allerdings stutzig werden lies, waren Berichte von vielen anderen all-inkl Kunden, die auch meine Beobachtung unterstützten: Betroffen waren immer auch Adressen, die überhaupt nicht eingesetzt wurden! Ich muß ja beruflich bedingt viele E-Mail Newsletter abonnieren und legte dafür immer ein dediziertes Postfach bei all-inkl an. Manche dieser Postfächer, deren Alias zum Teil auch kryptisiert angelegt waren, wurden aber nicht eingesetzt und trotzdem traf nach einiger Zeit tonnenweise Spam ein. Seltsam, nicht? -In den Foren wird daher recht offenherzig diskutiert, ob nicht eventuell all-inkl providerseitig die Tore aufmacht und Postfächer in den kleinen Paketen mit Spam zuschütten läßt, damit diese Kunden den optionalen Spamschutz buchen. Wenn da was dran wäre, müßte man all-inkl als unseriösen Provider bezeichnen.

Ich habe daher mal einen Test gemacht und eine Yahoo-Adresse in einigen all-inkl Postfächern als Kopieempfänger eingetragen. Das Ergebnis war äußerst aufschlußreich: Vom einen auf den anderen Tag kam plötzlich NULL Spam mehr auf diesen Postfächern an! Heißt: Weder im Weiterleitungsziel (Yahoo Postfach), noch in dem ursprünglichen all-inkl Postfach! Na, das muß mir jetzt mal jemand erklären dachte ich und hab genau dies dem Support geschrieben. Die Antwort kam wie immer innerhalbt weniger Minuten:

Hallo,

bei Emailweiterleitungen bzw. Kopieempfängern ist automatisch Greylisting aktiv. Damit soll verhindert werden, dass damit zu viele Spammails an andere Server weitergeleitet werden und dadurch unsere Server in Spamlisten kommen. Da Greylisting ein Annahmefilter ist, gilt dieser in dem Fall auch für das Postfach für das der Kopieempfänger angelegt ist.

Mit freundlichen Grüßen
Hxxxx Gxxxxx
Support Team

Hm, und das heißt? -Sinngemäß: All-inkl hat eine Notbremse, die sie dann ziehen, wenn deren Server Gefahr laufen, woanders geblacklisted zu werden oder schlicht zu glühen. Denn, man rechne sich mal aus, wenn das jeder machte. All-inkl zahlt ja auch für Bandbreiten und Traffic. Schade nur, daß sie uns Kunden glauben machen wollen, daß wir ohne deren Spamfilter nicht mehr leben können. Aber gut, das ist eben Marketing…

Bisher habe ich noch keine E-Mail vermißt (Stichwort False Positives), daher kann ich das zur Nachahmung nur dringend empfehlen:

  1. In den KASserver einloggen
  2. E-Mail > E-Mail Postfach, dort die betreffende E-Mail Adresse bearbeiten
  3. Unter “Kopieempfänger” die Freemailer-Adresse eintragen, auf die weitergeleitet werden soll
  4. Freemailer-Spamfilter besonders in der Anfangsphase täglich kontrollieren und ab und an sich selbst Testmails von anderen Adressen schicken, um Zuverlässigkeit der Weiterleitung sicherzustellen.

Obwohl für mich all-inkl zweifelsohne zu den besten Providern in Deutschland gehört und ich daher all-inkl jedem empfehle, der mich nach günstigem aber trotzdem performanten Webspace mit Datenbank und Co fragt, bleibt ein seltsamer Beigeschmack bezüglich des Umgangs mit Spam.

Nachdem ich ja neulich nicht nur meinen Blog sondern auch den meiner lieben Schwester auf WordPress migriert habe, bestand nun in der frisch eingeläuteten Ära nach Blogger die Notwendigkeit, meiner Schwester eine gute Lösung für das Präsentieren von Bildern auf Ihrer Seite bereitzustellen. Dazu habe ich mich auf die Suche nach geeigneten WordPress Plugins für Bilder gemacht.

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So langsam wird es Zeit -auch für notorische Fußball-Muffel wie mich-, die schwarz-rot-gold Gimmicks aufzurüsten und mich auf die EM vorzubereiten. So hat eben ein Spielplan-Poster seinen Platz an der Wand im Büro gefunden, und den EM-Spielplan habe ich im Outlook, dem Handy und dem iPod synchronisiert. Von einer Fahne am Auto sollte man angesichts der momentanen Spritpreise absehen, was aber nicht heißt, daß man mit der Flagge so umgehen sollte, wie diese Gehirnspender hier.

Ob das dieses Mal dann auch wieder ein Sommermärchen werden wird, überlasse ich lieber Sönke Wortmann als Jogi Löw. Klar, daß ich unseren Jungs trotzdem die Daumen halte, was ich im folgenden Bilderrätsel mal schnell visualisiert habe:

EM 2008 Deutschland

Öko-Plaketten für’n Arsch

Ja ich glaub ich spinn! Da titelt die Bild heute “Umweltzone bringt keine Verbesserung der Luft” - zumindest nicht in Berlin. Soll ich das mal kommentieren?
Besser ist das! Also, wenn ich sehe, welche Autos welche Farbe kleben dürfen, dann ist mir das alles, aber kein Rätsel, wieso die Luft trotz Umweltplaketten nicht sauberer geworden ist. Stichproben in meinem Viertel haben ergeben, daß die Vergabe dieser Öko-Plaketten keinem logisch nachvollziehbaren Procedere folgt.
Ein paar Beispiele: Der ranzige 2er Golf Baujahr vor 1990 (wegen der Stoßstangen, hab ich einwandfrei erkannt, außerdem “Power satt, ohne Kat”) vorm Bäcker hat eine gelbe Plakette. Wie ich (wenn ich mir mal eine reinkleben würde), bloß daß mein Auto 13 Jahre jünger ist und einen relativ modernen Diesel drin hat. Kopfschüttel. Der neue 5er BMW mit 3 Litern Hubraum hat eine grüne, genau wie -hoppla!- der betagte Opel Corsa mit Milchtüten-Ecotec-Hubraum. Muß man nicht verstehen, oder? Und in der Baustelle vor der Haustür fährt ein kleiner LKW vor, neben dessen Auspuff man direkt eine Kohlenmonoxid-Vergiftung und ein vom Ruß schwarzes Gesicht bekommt. Und der hat ne gelbe Plakette!
@Bundestag: Ist doch kein Wunder, wenn sich hier langsam jeder verarscht vorkommt!

MP3, Hifi, Apple, ich und die anderen

Nachdem ich diesen Artikel in der Welt gelesen habe, ist mir so einiges klar geworden.

Ganz schön auch dieser Kommentar eines aufmerksamen Audiophilen:

Aber “natürlich” war früher “alles besser”. Früher, als noch Musik aus dem Radio mit einem Cassettenrekorder mitgeschnitten wurde und der Zimt dann auf dem Cassetten-Walkman abgespielt wurde. Besonders “nett” war der Klang, wenn man “Dolby B” einschaltete.

Also hat der iPod (und seine ganzen minderwertigen Vorgänger und Nachkommen) dafür gesorgt, daß wir heute Musik nur noch konsumieren anstatt sie aktiv hörend zu genießen. -Stimmt auch, wenn man sich nur mal alte CDs anhört, deren Inhalt noch weitestgehend handgemacht ist: Hoch lebe ADD und AAD, wo automatische “Normalisierung” noch nicht erfunden war.

Ab in den Süden

Halb 6 auf der Autobahn, gewohntes Bild auf der A61: Ein gelbes Nummernschild nach dem anderen. Alle wollen Sie dahin, wo wir bis eben auch noch hinwollten. Resentiments beiseite, ist ja Urlaub, Holländer sind eben auch nur Menschen. Zwar solche, die mit ihren Fahrzeugen, meist völlig überladen und bis an den Rand des Zumutbaren nicht mit Winterausrüstung ausgestattet, aber gut. Doch irgendwann is genug, is einfach mal Schluß mit der ewigen Völkerverständigung, dem gelebten Europa ohne Grenzen, denn meine Brüder aus der Nachbarschaft beginnen mir bereits nach km 7 mit ihrem Fahrstil gehörig auf den Zeiger zu gehen. Xenon im Rückspiegel, ich mache dem Tiefflieger mit Bonner Kennzeichen schnell mal Platz, aber ein holländischer Familienpappa hat wohl den Ernst der Lage nicht sofort begriffen und setzt zum Überholen eines Landsmannes an. Der Nachthimmel wird kurz glockenell erleuchtet, zweimal kurz hintereinander blitzt das Xenon-Fernlicht des BMW auf, der linke Blinker wird gesetzt und der Lenker des Familenkombis hat noch eben gefühlte 2ms Zeit, seine Sippe in Sicherheit zu bringen. Also gut, der Krieg ist eröffnet, ich setze mich wieder auf die linke Spur und schiebe alles mit gelbem Nummernschild von der Bahn, was mir vor den nicht vorhandenen Bullfänger kriecht. Deutschland - Holland, und zwar in der dritten Halbzeit wird hier nachgespielt.
Zur Blauen Stunde lasse ich das Hunsrück hinter mir, im Radio spielt SWR3 just dazu Summer Wine. Gänsehaut und kein Zweifel, on the Road again. Fast allein auf der Autobahn, die holländische Prozession habe ich schon vor km hinter mir gelassen.
Stunden später und reichlich Nerven ärmer, führen in der Nähe von Füssen auf einmal fast alle Wege zu den “Königsschlössern”, den Lust- und Romantikbuden von König Ludwig von Bayern. Neuschwanstein, plötzlich steht es vor mir, natürlich im vollen Gegenlicht, sodaß kein Foto möglich ist. Man braucht dann nur den ganzen Japanern zu folgen. Oder noch besser denjenigen, die offenbar noch nicht mitbekommen haben, daß ein “P1″ am Ortsrand immer den am weitesten zur Sehenswürdigkeit entfernten Parkplatz bezeichnet, worauf in aller Regel noch P2 bis P5 folgen. In Hohenschwangau trifft man sie dann alle wieder. Japanische Japaner mit japanischen Kameras fotografieren wie die Weltmeister jeden Stein, bannen so die gesamte Bayerische Kitscharchitektur auf Film Chip. Wenn das Fotografieren Gebäude abnutzen könnte, stünde da kein Stein mehr auf dem anderen. Ich hab darum auf meinen tourischtischen Obulus verzichtet und nur Schloß Hochenschwangau abgelichtet, es sah einfach schöner aus als das Postkartenmotiv auf der anderen Seite des Berges.
Ein paar Kilometer weiter hat das Elend wieder sein bekanntes Gesicht. Im Stau sind alle gleich. Erstmal, zumindest. Wer sich da abheben will, der kann sich 1,50m neben der Straße ins knöchelhohe Gebüsch schlagen und den hellen Holzzaun nach Herzenslust kreativ bepinkeln. Sieht ja schließlich keiner. Kennzeichencheck? -Klar, gelb-schwarz.
Paßstraßen fahren ist nicht einfach, und in Ländern, wo es keine Erhebungen über 120m gibt, muß man es auch nicht gewohnt sein, die Bremse gegen die Hangabtriebskraft einsetzen zu können. Fährt man allerdings gern nach Österreich zum Skifahren, kann es Sinn machen, sich die einfachen Regeln des Fahrens im Gebirge zu eigen zu machen. Wir erinnern uns: Möglichst gleichmäßig ohne viel zu schalten bergauf, dann im selben Gang die Bremskraft des Motors ausnutzend wieder hinunter. Schont den Motor, die Bremsen, und die Nerven all derer, die kein schwarz-gelbes Nummernschild haben. Doch da wird bergauf geschoben und gedrängelt, zum Überholen angesetzt, um dann festzustellen, daß die PS-Leistung nur in Ländern, die unter dem Meeresspiegel liegen, reicht. Bergab wird dann das ganze Grauen deutlich: Da wird dank des Kennzeichens der Polo plötzlich zum 40-Tonner, besonders dann, wenn es mit Serpentinen nach unten geht. Immer schön weit ausholen, damit die ungebremste -im Winter nicht vorhandene- Anhängelast auch noch mit rumkommt. Scheiß auf den Gegenverkehr, hier bin ich Mensch, hier will ich sein! Übrigens das Grundmotiv der Batavier, wie bereits an zahlreichen anderen Stellen dieses Blogs zu lesen…
Ich seh sie schon vor mir, auf der Piste: Voll mit Heineken und Jägermeister (übrigens das einzige wirklich akzeptierte ur-deutsche Getränk jenseits der Maas) stochern sie sich gewohnt charmant und zurückhaltend talwärts, sitzen nicht mitten auf der Piste und warten auf die anderen, stehen nicht dumm am Lift im Weg und treten einem nicht auf die Ski. Erfrischend, auch mal andere Holländer in der Gondel zu belauschen, die sich zwar philosophisch einer ganz zentralen Frage des Landes nähern, aber schließlich ist ja der Weg das Ziel. Sie befinden, daß Holland ja an sich schön ist, es aber noch schöner wäre, wenn man Gebirge und -gaaanz wichtig- Gletscher hätte. Aber nicht zu viele, wegen weil kein Platz. Ja nee Jongens, is klar: Vorm Haus den Strand und im Garten die Berge.

Krieger

Gegenüber der Museumsinsel in einer der unzähligen Strandbars nachmittags um drei eine Bionade, verbleit, versteht sich. Das erste Extra des Tages, ein klein wenig abschalten von den zweit-unangenehmsten Aufgaben eines Produktmanagers.
Sein wir ehrlich, nur eine Sekunde: Wer den Preisen, die ich im Koffer hatte, zugestimmt hätte, der muß entweder ein schlechtes Gewissen haben oder ein betriebswirtschaftlicher Super-GAU in Person sein. Stattdessen Bestürzung und Irritation auf beiden Seiten. Meine habe ich bereits mitgebracht, die der Gegenseite habe ich durch Nennung von nur einer Zahl erzeugt. Sich dabei noch in die Augen schauen, gegen die tiefste eigene Überzeugung das aussprechen und einfordern, was den Gegenüber nur brüskieren kann - schauspielern mußt du hier können, nicht handeln! Danach reinen Gewissens in den Spiegel schauen? -Besser nicht. Zurück mit leeren Händen und dem Wissen, hier gerade etwas kaputt gemacht zu haben. Vor allem wider besseres eigenes Wissen, aber das interessiert den Häuptling wenig.
Rahmenprogramm sehr gut, auch der Käfer im Reichstag bekommt was ab von unserer Verhandlungslaune. Zurück im Flughafen dann wässrigen Cappuccino aus dem Automaten, zurückjetten im Flieger mit aufgesetzter No-Frills-Freundlichkeit und einem ganzen Trupp sogenannter Business-Leute, die sich eher nach Puffgänger aufführen und tellergroße Schweißteiche unter den Armen zur olfaktorischen Teilhabe am Geschäftemachen auspacken. Jeder, wie er es verdient.
Carpe diem, tröööröööööh.

Freunde zu Gast beim Weltmeister

Na was ein Glück: Deutschland hat es doch tatsächlich ins Viertelfinale geschafft! Und zu Recht ist das Land ganz in Trance: Ungeschlagen seit Turnierbeginn, das können sonst nur die Brasilianer. Oder die Italiener, solange sie nur genug nachtreten oder um sich schlagen.
Auferstanden aus Ruinen ist nicht nur der deutsche Fußball, sondern auch das Nationalgefühl. Völlig befreit, so scheint es, schwenkt nun jeder seine Flagge und bindet sich nicht eine, nein besser gleich zwei ans Auto. Dieser Tage ist es kein bißchen seltsam, stolz zu sein, ein Deutscher zu sein. -Hat man sowas sonst mal laut gesagt, gehörte man gleich ins rechte Lager. Also was soll’s, Haltung angenommen und die Hymne aus voller Brust!
Deutschland-Polen habe ich übrigens in Polen mit Polen geschaut. War ja eine arg traurige Vorstellung - von den Polen. Umso ärgerlicher war es dann auch noch, daß die Polen aus der deutschen Bild-Zeitung erfahren haben, daß der Coach noch in der Vorrunde das Handtuch geworfen hat. Das saß dann tief. Allerdings klappt die Völkerverständigung doch immer wieder bestens, wenn sie mit leckerem Bier und kulinarischen Schätzen begangen wird.
Einmal mehr liegt jetzt nach meiner Reise durch Polen und in die Slowakei (ich merke an: wieder ein Land auf der Europa-Karte abgehakt!) die Erkenntnis vor, daß man Länder, Völker und ihre Geschichte erst dann verstehen kann, wenn man dort war.

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