Ach je, man hat es echt nicht leicht! Vom hochtechnologisierten, aber Mitbewohner-verquanzten Selbstständigsein ins hygienische elterliche Heim, das aber technisch gesehen eher der Wüste Gobi als dem Regenwald des Amazonasgebietes gleicht. Seit fast 3 Wochen eiere ich hier mit meinem 56k-Modem rum, und das nur, weil irgendwelche Schnarcher es nicht hinbekommen, uns einen DSL-Anschluß zu schalten! Die Wartemusik in der Schleife von 1&1 kenn ich nun schon auswendig, und der eine oder andere CSR hat auch schon wegen mir das Schwitzen bekommen. Schade, daß ich erst in den letzten drei Telefonaten wieder zur Hochform aufgelaufen bin -3 Jahre Callcenter gehen nunmal nicht spurlos an einem vorbei-, aber sei’s drum, schließlich landet man ja nach einem erfolgreichen weil gezielten argumentatorischen Trommelfeuer gegen die Switch-Bitches im Schützengraben dann immernoch beim Second Level. Und die haben dann -oh Wunder- auf einmal doch noch Informationen, finden bereitwillig Details zum Auftragsstatus, die das Milchgesicht, das ich zuerst am Rohr hatte, angeblich überhaupt nicht gehabt haben will. Überdies sind die kooperativ und nicht so saublöd dumm-schlau und versuchen, mir die Welt zu erklären. “Nein danke Freunde, aber kein Bedarf, weil: Ich weiß schon selbst, wie das funktioniert! Also bitte deaskalieren Sie jetzt und machen Sie einen zufriedenen Kunden aus mir, sonst vergesse ich meine guten Manieren!”
Ich bin nicht stolz darauf, so einem First Level-Hirni die Illusion genommen zu haben, er könne tatsächlich jedem Kunden die Mär von der bösen, bösen Telekom erzählen, weil er scheinbar davon ausgeht, daß ich DSL nur bestelle, weil es jetzt cool ist. Mann, Mann, was ist das nur für eine neue Mentalität, prinzipiell von volldepperten Kunden auszugehen, wenn ich solche Pfeifen ans Telefon setze?!
Ich für meinen Teil bin mit meinem letzten Telefonat so dermaßen zufrieden, aber auch nur, weil zum ersten Mal nach viel Brimborium jemand bestätigt hat, daß der Termin (eigentlich vorgestern!) nun doch tatsächlich im System steht und ich ergo mit einer Warenlieferung asap rechnen dürfe. -Glauben tu ich es aber erst, wenn da unten das grüne Lämpchen aka DSL-Kontrollleuchte hektisch zu flackern beginnt.
Bis dahin müssen hier 20 MB an Online-Bewerbungen, ein Rework dieser Seite und die Präsentation meiner Diplomarbeit wohl noch auf schnellen Upload warten. Vielleicht ja nach Pfingsten…
