Breaking the waves

Wer Lars von Trier-Filme grunds?tzlich nicht mag, sollte heute besser gar nicht erst weiterlesen.

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Shout, shout, let it all out!

Gegen?ber, in der anderen H?userreihe, schreit sich eine frustrierte Loverin den Ha? gegen?ber ihres Lovers von der Seele. Ganz frei heraus br?llt sie, was ihre Lungen hergeben, als g?be es kein Morgen mehr, da ihren Typen zusammen. W?ren die beiden nun in einem Partnerschaftsseminar w?rde jetzt ein wei?haariger Guru, bestimmt ein ?berbleibsel aus der 68er-Zeit, ihnen ermutigende Worte wie „la? alles raus! ja, gut so! schrei es dir von der seele! wirf ballast ab!“ zurufen und sie anfeuern. nachdem dieser selbsternannte seminarleiter dann an den obligatorischen „Vers?hnungsfick“ erinnert h?tte, h?tte die Runde bestehend aus anderen Paaren begeistert geklatscht und ein gesch?ftiges gegenseitiges Umarmen h?tte begonnen. Wenn, ja wenn die beiden in einem Seminar gewesen w?ren. Waren sie aber nicht! Sie waren in meiner verschissenen Neighborhood bei offenem Fenster derart am Br?llen, da? ich nur darauf gewartet habe, bis ein Schu? f?llt und einer nicht mehr mitbr?llt! Nicht, da? das Spektakel nur 2 Minuten gedauert h?tte und dann einer w?tend das Feld ger?umt h?tte, neeeiiin, das zog sich den gesamten Nachmittag. Ein Fremder k?nnte sich wundern, wie man ohne Gesangsausbildung so lange und so laut br?llen kann, aber wer hier die Stimmen der M?dels nach 3 Jahren Verbindungs-Karriere und entsprechend vielen und intensiven Saufgelagen kennt, den wundert das nicht mehr. Der gemeine Holl?nder ist halt gern etwas lauter und legt keinen Wert darauf, seine Lautst?rke f?r sich zu behalten, im Gegenteil, er ist so gro?z?gig, sie mit allen anderen zu teilen. Was ist das nur f?r ein Land hier?
Mein bekloppter Mitbewohner macht es mir auch nicht gerade leicht, dieser Tage gute Worte f?r seine Landsleute zu finden. Mila sagt ja, aus seinem Zimmer kommt immer so ein komischer Gestank, egal zu welcher Tages- und Nachtzeit. Das wundert mich ehrlichgesagt kein bi?chen, denn seine Definition von Sauberkeit unterliegt klar der eines Wildschweines. Er war mit dem Putzen dran. Putzen: Eine T?tigkeit, die der S?uberung dient. Es steht au?er Frage, da? man das auf verschiedene Arten machen kann, aber eine dreckige Toilette durch Saugen des Flures zu reinigen halte ich ehrlichgesagt f?r ausgeschlossen. Effektiver ist dagegen sein -scheinbar angeborener- Ansatz, den Boden mit Baumwollsocken zu s?ubern. Dumm daran ist nur, da? er dabei die Socken anhat. [ekel-mode]Sorry, aber wer bitte geht in einem Studentenhaus, wo st?ndig irgendwelche Grobmotoriker neben das Klo pissen, nur mit Socken an den F??en auf’s Klo?[/ekel-mode] Nee nee, unbeschreiblich, echt wahr. Wenn das seine gelebte Interpretation von Sauberkeit ist, dann will ich um keinen Preis wissen, wie es in seinen Unterhosen aussieht!
Wenn ich sowas hier immerwieder mitansehen mu?, altere ich innerhalb von Sekunden um 40 Jahre und werde zum Oberspie?er. Traurig aber wahr: Ich ertrage diese mir entgegengebrachte Ignoranz und Dummheit nur noch sehr begrenzt.

Emoci?n!

Kerle kerle, was hier alles so liegenbleibt, wenn man mal ein paar Tage nichts bloggt *h?stel*. Nunja, zugegeben, war ja nun nicht gerade gestern, als ich das letzte geschrieben habe. Aber in der Zwischenzeit ist viel passiert, und ich war ebensoviel auf Achse. Da waren die 20 Spam-Comments hier im Blog schon fast Peanuts.
Was los war, fragt sich der Leser?! Nun, Griechenland ist Europameister, das mal nur so ganz am Rande. Aber ich h?tte nie gedacht, da? unsere Gyrosbr?ter samt Sippe gleich so austitschen und ganz Gie?en lahmlegen mit ihren Autocorsi. Wahnsinn! Was eine Stimmung: Ein paar Hundert Griechen, und einige Schmarotzer, die gleich nach dem Schlu?pfiff in den Aphrodite-Grill gerannt sind, um sich einen kostenlosen Ouzo abzuholen, verwandelten den Cityring in eine einzige Party mit dem celebr?ischen Climax am Elefantenklo. Sensationell, nichts ging mehr. Und ich ganz und gar n?chtern mit dem Leon auf dem Heimweg. Einen riesen Umweg mu?te ich machen, um zu verhindern, da? ich auch nur eine Sekunde in dem Tohuwabohu gestanden w?re – denn dann h?tten sie alle wohl liebend gern mal den Wagen durchgeshaked, so wie sie es mit all den anderen armen Schweinen gemacht haben, die sich nicht mehr an der Ampel aussuchen konnten, ob Griechen oder freie Fahrt. Naja, wenigstens habe ich neue Seiten von Gie?en entdeckt -und das mag schon seltsam genug erscheinen, falls jemand Gie?en kennt- als ich durch den wohl undeutschesten Teil der Stadt fuhr: Total besoffene US-Soldaten wurden direkt vor mir durch eine amerikanische Streife der Milit?rpolizei angehalten und kontrolliert. Links und rechts meterhoher Kasernenzaun, Panzersperren und Flutlicht. Wachsoldaten mit Flinte im Anschlag. Da? hinter mir ein deutsches Taxi fuhr und offensichtlich den selben Weg nahm, war das einzige in dieser bizarren Szenerie, was mich beruhigen konnte, nicht im falschen Film zu sein. Also hier ganz am Rande nochmal die Frage, wann die Herrschaften eigentlich gedenken, sich mal zu verziehen, das ist n?mlich echt nicht normal sowas!
Hab ich eben Leon gesagt? Wow… Surprise! Der Mann ist wieder mobil, und hach, was ist das ein feines Auto! Macht m?chtig Laune, so ein Turbodiesel. H?tte nie gedacht, da? man so eine brutale Kraft beim Beschleunigen so g?nstig haben kann. Ich sag nur: 800 km mit einem Tank. Und das war der erste Sprit, den das Auto gesehen hat – das wird noch weniger Verbrauch, wenn der erstmal eingefahren ist. Geilst! Auto Emoci?n eben.
Saubl?d ist dagegen das Heckmeck mit dem holl?ndischen H?ndler, das ich nun an der Backe habe. Meine Fresse, was ein Heinz: Erst besch?ftigt er nur Doppellinksh?nder, die mir beim Saubermachen die Frontscheibe von innen tierisch verkratzen, dann stellt er die Karre in eine dunkle Halle und bestellt auch noch die allerletzte, total inkompetente M?chtegern-Verk?uferin, die sonst nur die Klos putzen darf, ab, um mir meinen Wagen zu ?bergeben. Die Karre war nichtmal richtig sauber, und zu allem ?berflu? fahren diese Vollidioten meinen schwarzen Neulack auch noch durch eine gew?hnliche Waschanlage und machen haarfeine Kratzer von vorne bis hinten drauf. Toll gemacht, wirklich 1A! Sowas gibt bei mir Extra-L?nderpunkte f?r Holland. Dumm war an der ganzen Sache dann blo?, da? ich aufgrund widrigster Bedingungen erst kurz vor Ende der Heimfahrt den Kratzer in der Scheibe bemerkt habe – n?mlich als die Sonne rauskam. Tjo Freunde, und nun erlebe ich original, wie holl?ndische Firmen den Ausdruck Kundenorientierung interpretieren. Kein R?ckruf, keine Antwort auf meine (mittlerweile schriftlich erteilte) Reklamation, nada. Na bitte, ich sags ja: Alle gagga in dem Land – bald gebe ich die Hoffnung g?nzlich auf!
Und sonst? -K?hl und es regnet. Aber egal, ich hab ja nun Klimaanlage und nen Ventilator f?r mein Zimmer…

Deutschland, deine Dichter und Denker!

kling.jpgDie Deutschen schreiben und lesen wieder! Ja ist es denn zu fassen, der Deutschen liebstes Gut und h?chster Wert erfuhr dieses Jahr eine beispiellose Renaissance. Wer nun allerdings glaubt, diese Nation h?tte sich mit Dichterf?rsten, Philosophie und Klassikern befa?t, der wird derbe entt?uscht. „An meinem 27. Geburtstag hielt ich ein ganz besonderes Geschenk in der Hand: Meinen ersten Pornoschwanz.“ So m?ssen heutzutage B?cher beginnen, um Einzug in deutsche Wohnzimmerschr?nke zu halten! Goethe, Schiller, Hesse und wie sie alle hei?en, es sei Euch post mortem eines gesagt: „Bebende Busen“ und „brennendes Verlangen“ sind heute abgemeldet, wenn sie nicht gerade in Gina Wild’s Biographie stehen.

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Alkopop

Es gibt Dinge, bei denen ist es besser, nicht zu genau dar?ber bescheid zu wissen. Da w?re z.B. die Herstellung von Blauschimmelk?se zu nennen. Ich sah k?rzlich im Fernsehen eine Reportage ?ber die ber?hmte franz?sische K?sespezialit?t Roquefort. Wie dort zu sehen war, wird frisch gebackenes Brot erst in einer H?hle bis zur Unkenntlichkeit verschimmeln gelassen, um dann daraus die Schimmelsporen zu gewinnen. Damit wird darauf gezielt die vorbereitete Frischk?semasse verseucht, um die K?stlichkeit in spe wiederum in einer H?hle zur Vollendung „reifen“ zu lassen. –Seit dieser Reportage habe ich regelm??igen Brechreiz, sobald ich nur an Blauschimmelk?se denke. ?brigens bin ich ?berzeugt, da? die selbe Attit?de aus einer vergleichbaren Sendung-mit-der-Maus-Thematik „Wie kommen eigentlich die ekligen blauen Pitzel in den K?se“ entwachsen w?re. Wie gesagt, manche Sachen will man einfach nicht so genau wissen. Genauso, wie oft sich mein ebenso anti-autorit?r erzogener wie verquanzter Wohnheimsgenosse die Haare w?scht… Anderes Thema: Eben hat mich mein Prof f?r Personal und Organisation zur allj?hrlichen Weihnachtsfeier in sein bescheidenes Heim geladen. Ein wirklich super-netter Zug wie ich finde, sowas sollte es in Maastricht mal geben, wo ein sogenannter Professor seine Termine f?r Studenten in 10min-Frequenzen vergibt und nach seiner Arbeitszeit nicht mehr geh?rt und gesehen werden will. Ich denke, da werden auch einige Leute erscheinen, denn eine exklusive Besichtigung des sonst unzug?nglichen Anwesens l??t man sich ja schlie?lich nicht entgehen, schon allein, um die Rundreise durch die Burgenstra?e zu komplettieren. Nun ja, eng oder ?berlaufen d?rfte es wohl unter keinen Umst?nden werden.
Da war die Party gestern Abend hier im Wohnheim anl??lich eines Geburtstags schon ne ganze andere Liga. Ich hab selten so viele willenlose und scheinbar v?llig schmerzfreie Hardcore-Feierleute in einer K?che und einem Flur erlebt. Eine unverge?liche Showeinlage war dann zu weit fortgeschrittener Stunde die spontan ausgebrochene Bisexualit?t der Belgierin und einer N?rnbergerin, der die lobenswerte ?berlegung vorausging, einem Mann (n?mlich dem Geburtstagskind) einen tiefen, unerf?llten Wunsch in Erf?llung gehen zu lassen. (Ja richtig, die alte Leier mit dem lesbischen 3some.) Zugegeben, sie haben mit ihren minutenlangen French-kisses den anorexen Model-P?ppchen und den lauthals singenden Verbindungs-Chaoten echt die Show gestohlen, allerdings verlie? sie wohl doch der Mut, als der Gastegeber tats?chlich zum zweiten Teil des Geschenks ?bergehen wollte. Naja, ist ja auch eigentlich egal, so haben zwei Leute mehr erstmal ein Reputations-Anh?ngsel, das sie nicht so schnell wieder loswerden werden. Aber wir haben alle herzlich lachen k?nnen, und lachen ist bekannterma?en gesund. Ungesund dagegen d?rfte heute Morgen das Gef?hl im Kopf derer gewesen sein, die bis um vier Uhr morgens mithalfen, die K?che g?nzlich zu ?berschwemmen und die gesamte Lokalit?t in den Zustand zu versetzen, f?r den die Hausverwaltung durch das autorit?re Sprachrohr des Hausmeisters ein Nachspiel angek?ndigt hat. Vielleicht war ich mal wieder einfach zu n?chtern f?r derlei „Spielchen“, aber als um halb drei diese sich selbst als gebildet bezeichnenden Menschen ganz und gar zu der von mir so verha?ten Spa?gesellschaft wurden, hab ich mich gerade noch rechtzeitig vor dem Kartoffel-Weitwurf in mein Bett verzogen. Ich bin mir durchaus bewu?t, da? ich dadurch ganz sicher gerade „das Beste an der Party“ verpa?t habe, aber ich hatte daf?r heute keinen Sch?del und konnte entspannt beim Nachhausekommen die putzenden Alkoholleichen ein freundliches (und keinesfalls sarkastisches) „Na, wie geht’s?“ zurufen.

Fr?her war alles besser!

Schwerm?tig wird man schon ein bi?chen, wenn man die Lokalit?t der Wahl betritt, und feststellt, da? man gerade in der Sekunde des Erscheinens den Altersdurchschnitt der bei der Festivit?t Anwesenden um nicht blo? die zweite Stelle nach dem Komma angehoben hat. Fr?her war dieses Erlebnis zumeist den ?30-ern (lese: ?ber 30) vorbehalten, heute trifft es einen schon mit 25.

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