Dieses Weihnachten wird anders. Anders als alle vorigen ist ja von der Sache her nicht schwer, wird der eine oder andere sagen. Aber inhaltlich allein, und formal sowieso. Warum? Ganz einfach: Der Mann hat jetzt seinen eigenen Baum, und -soviel Zeit muß einfach sein- das will ja schon mal was heißen.
Gut, mein idiotischer Nachbar in Maastricht hatte letztes Jahr auch einen Baum, unter dem er dann mit seiner doofen Freundin eine Viertelstunde Händchen gehalten hat, bevor das Ding nadelnd und sich selbst in alle Einzelteile zerlegend durch den Hausflur wieder zur Tür getreten wurde. Nein nein, so meinte ich das nicht! Ich habe dieses Jahr einen eigenen, richtigen Baum, nicht so ein im Sommer geschlagenes Anfängergerät für Leute mit zwei linken Händen und keinem Hirn.
Mein Baum kommt zwar vom Obi, aber ich bin der festen Überzeugung, daß ich den besten Weihnachtsbaum-Deal in diesem Jahr gemacht habe. Gut, die Tanne ist was groß, zugegeben, aber der Altbau verträgt das schon. Und mit einer Höhe jenseits der 2,70m waren die 10 Euro eigentlich extrem wenig Geld pro cm Weihnachtsfreude. Sogar gestandene Weihnachtsbaumkäufer kamen da nicht umhin, mir für diese Anschaffung Respekt zu zollen.
Überhaupt kann man ja viel veranstalten, um das eigene, sozusagen völlig abgenabelte Leben zu praktizieren, aber so richtig ausgezogen ist man glaube ich erst dann, wenn man sich und seiner Herzdame eine eigene Tanne in die Hütte stellt.
