Polizist: “N’abend und Alaaf, Fahrzeugkontrolle. Haben Sie Alkohol getrunken?”

Ich: “Nein, ich bin Hesse!”

Polizist: “Na das muß ja nicht heißen, daß Sie nicht feiern. In Mainz wird ja auch schwer geschunkelt!”

(So oder so ähnlich jedenfalls.)

FleckenteufelWarum ich beinahe sehnsüchtig auf das neue Buch von Heinz Strunk gewartet habe? Nun, weil ich seit “Fleisch ist mein Gemüse” mehr davon will, wie Heinz Strunk die Welt und das Sein in Formeln wie “der Mensch ist eben kein Beilagenesser” komprimiert. Frisch ist es erschienen, und ich habs in den letzten beiden Tagen durchgelesen.

Jetzt, da es neben Charlotte Roches “Feuchtgebiete” ausgelesen im Regal steht, wundere ich mich schon ein wenig, warum viele Kritiker sich von der Covergestaltung haben derart beeinflussen lassen, daß sie schrieben, Heinz Strunk habe mit diesem Buch eine peinliche Fortsetzung von Feuchtgebiete geschaffen. Das ist -wenn man von der Ähnlichkeit der Cover mal absehen mag- sachlich komplett falsch: Helen, die Protagonistin aus Feuchgebiete, ist eine Anarchistin und provoziert, wo immer sie kann, gegen die Angepaßtheit der Gesellschaft – und letztlich ohne es groß zu merken, auch immer gegen sich. Thorsten, der Fleckenteufel, ist da ganz anders: Er ist hilflos, ein Wurm im Sog der Pubertät. Weiterlesen »

KonjunkturpaketSo, jetzt ist es also wohl amtlich: Wir bekommen eine neue Kfz-Steuer. Und zusammen mit dem Konjunkturpaket soll die uns ja das Leben erleichtern und zugleich fair und ökologisch sein. Da wurde viel Blech geschwätzt im Vorfeld, bis man dann merkte, daß man besser sparsamere als spritfressende oder hubraumintensive Fahrzeuge begünstigt. Ach ja, und moderne Motoren wären auch besserzustellen als alte Stinker.

Ich hab das mal für meinen Golf V 1,4 TSI, Erstzulassung 02/2008, Euro 4, durchgerechnet und bin dabei dem schönen Wizard von spiegel.de gefolgt:

  1. CO2-Ausstoß hernehmen: Steht entweder im Verkaufsprospekt, in Mobile.de Anzeigen von gleichen Modellen oder im Kfz-Schein. Alternativ berechnen: Verbauch mal 23,7 (Benziner) oder 26,5 (Diesel). Ich hab 169 g/km (Werksangabe), was ne ganze Menge ist, aber nicht soviel wie real (bei 7,6 l nämlich 180 g/km).
  2. Besteuerung berechnen: 120 g/km sind für umme, alles darüber wird mit 2 € pro Gramm geahndet. Bei mir also (169-120) x 2 = 98 €.
  3. Hubraum-Zuschlag: Hier punktet der 1,4er endlich. Pro angefangene 100 ccm 2 € für Benziner, 9,50€ für Diesel. Macht 14 x 2 = 28 €.
  4. Strich drunter: 126 €. Vorher habe ich 94,50€ bezahlt :(

Da sieht man mal wieder, auf was man sich in diesem Schurkenstaat verlassen kann: Darauf, daß man sich auf nichts verlassen kann oder von der Politik verlassen wird. Nur gut allerdings, daß sich die Roten doch durchgesetzt haben und ich jetzt nicht alleine draufzahle: Porsche Cayenne +200, S-Klasse +170, Touareg +225, ML +165, M5 +211. Aber was soll’s: Abhalten wird das die Käufer dieser Klassen nicht. Schade nur, daß in der Mitte wieder viel zu viele draufzahlen, anstatt entlastet zu werden. Und auch grausam: Der grüne Nachbar meiner Eltern hat gleich zwei Daihatsu Cuore und zahlt für beide zusammen künftig nur noch 40 Euro Steuer! Das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen: Schlechter Geschmack, mangeldes Stilbewußtsein, nicht vorhandene Leistung und Geschwindigkeit, Fehlen von technischem Verstand und beim Fahren scheiße aussehen wird in diesem Land belohnt… Das sind ja schon fast holländische Verhältnisse!

Beim Ausmisten meiner Büroschränke ist mir ein wahres Fossil der technisierten Neuzeit in die Hände gefallen: Der Texas Instruments TI-5038 Tischrechner, den Texas Instruments damals auch noch als “Paper-Free Printer” beworben hat. Ich hab nach Überwindung des durch die Staub- und Dreckschicht hervorgerufenen Ekels die beiden Prachtexemplare erst schwungvoll in meinem Mülleimer entsorgt, bin aber aus nostalgischen Gründen später nochmal darauf zurückgekommen.

Texas Instruments TI-5038

“Das Modell überzeugt auf den zweiten Blick mit schlichter Eleganz, und den geradezu verschwenderischen Umgang mit Stellfläche weiß dieser leistungsstarke Helfer durch übersichtliche Bedienelemente und stets klarer Benutzerführung auszugleichen. Mehr noch: Mit diesen Tasten kommen alle Finger klar; Vertippen ist quasi ausgeschlossen. Mit einem Wählschalter, der direkt in den Hauptbetriebsschalter integriert ist, aktiviert der anspruchsvolle Benutzer direkt das moderne 3 Zoll Monochrom-LCD Display, um papierlos die Rechenoperationen direkt im Blick zu behalten. Betrieben wird der TI-5038 zeitgemäß mittels 3 AA Batterien.”

Tja liebe Technikfreunde, da lacht einem doch das Herz! Bei eGay wird der Schrott übrigens noch für richtig Schotter gehandelt, wie ich feststellen mußte. Allerdings erspare ich mir und unserer Buchhaltung, diese “Wirtschaftsgüter” noch gegen Bares einzustauschen und sortiere sie wieder in die schwarze, runde Kiste zurück. Hier gibt es übrigens noch die Bedienungsanleitung zum Download.

Hups! Nach einer Woche Urlaubs-Surfen auf dem Firmenlaptop hat sich auf einmal eine ganze Menge in der neuen, intelligenten Adressleiste von FireFox 3 angesammelt. Mozilla.org nennt diese Leiste zwar liebevoll Awesome Bar, aber nach kurzem Googeln weiß ich, daß ich nicht der einzige bin, der die neue Firefox Adressleiste lieber Awful Bar nennen würde, weil sie privatspärentechnisch gewaltig auf den Keks geht.

Was also tun? -In den Options findet sich keine Möglichkeit, Firefox das Mitdenken abzugewöhnen. Wo also das Diagnosegerät versagt, hilft nur noch Ärmel hoch, Motorhaube auf. Bei datenkind bin ich dann auch gleich fündig geworden und fasse das mal zusammen:

  1. In die Adresszeile geben wir about:config ein und landen im Config-Sammelsurium von Firefox
  2. Per Filter holen wir uns die relevaten Einträge raus: urlbar bei Filter eingeben
  3. Per Dopelklick auf die entsprechende Zeile verändern wir jetzt die Einstellung
  • browser.urlbar.matchOnlyTyped von false auf true (nur noch selbst eingegebene Adressen können erscheinen)
  • browser.urlbar.matchBehavior von 1 auf 3 (Suchverhalten für das Vervollständigen der bekannten URLs, mehr dazu hier)
  • browser.urlbar.matchRichResults von 12 auf 0 (keine URLs werden mehr unter der Adressleiste angezeigt)
  • Alternativ kann man sich auch mit dem Plugin OldBar seine gute alte FF 2 Adressleiste wieder reinschrauben

Nochwas am Rande:

Sehr amüsant war übrigens auch zu sehen, wie datenkind auf einen Nörgler reagiert hat, der sich in seiner Ehre als Internet Explorer 6 User gekränkt fühlte. Den unterhaltsamen wie interessanten Artikel findet man hier. Spricht mir als Webmaster auch ziemlich aus der Seele. Dazu nur zwei Zitate aus meinem Alltag. Chef: “Ich muß mir wohl auch endlich mal den 7er installieren”, Kollege: “Ich update aus Prinzip meinen Firmenrechner nicht!” In diesem Sinne:

Internet Exploder

Xing sagt Happy Birthday

esprit sagt Happy Birthday

Danke!

Irgendjemand auf der PubCon Konferenz, auf der ich im November war, erzählte was von einem Tool, mit dem man seine Maus-Aktivitäten monitoren kann. Und natürlich, wie erstaunt er oder sie war, was da so an einem durchschnittlichen Arbeitstag zusammenkommt: in Metern, an Pixeln, an Clicks… Da wurden Zahlen genannt, von denen ich dachte, daß sei alles totaler Blödsinn, Utopie, sowas kann doch kein Mensch ernsthaft erreichen. (Ungefähr so wie die Berichte, die durch die Presse gingen, von der Frau, die es nach der Markteinführung des ersten iPhone auf eine kiloschwere Telefonrechnung schaffte, nur weil AT&T dort jede einzelne ihrer mehr als 10.000 SMS pro Monat auswies.) Nun ja, was soll ich groß reden, ich hab mir heute mal ein Tool namens OdoPlus runtergeladen und auf der Arbeitsmaschine installiert. -Am späten Vormittag, wohlgemerkt, und an einem weiteren Tag mit intensiver Typo3-Pflege! Das Ergebnis gibt es hier zu bestaunen:

OdoPlus Mouse Tracking

800 Meter zurückgelegt, fast 3 Millionen Pixel überrannt, 2.500 Klicks (allein 90 mit der rechten Maustaste; was würde ich bloß auf einem Mac machen?) und 12.000 Ticks auf dem Mausrad. Alle Achtung! Die Heatmap finde ich ja persönlich am interessantesten. Ich behalte es auf dem “Schirm” im wahrsten Sinne des Wortes, und werde nach einigen Monaten (=vernünftige Datenbasis) überlegen, ob ich in meinem nächsten Jahresgespräch eine Leistungskomponente auf meine Mausaktivität einfordern soll ;)

Vanity-Nummern sind eine tolle Erfindung. Die Lufthansa hat sich auch eine zugelegt und teilt die interessierten Menschen auf ihrer Homepage mit. Wer -so wie ich- auf dem Flughafen in Las Vegas einen relativ dringenden Sachverhalt hinsichtlich des Gepäcks mit der Lufthansa-Hotline besprechen möchte, der bedankt sich freundlich bei seinem guten Freund T., der ihm die Nummer mal schnell aus dem Internet besorgt und via Handy durchgegeben hat, legt auf und steht plötzlich im Zeitalter von Blackberry und Smartphone vor einem bislang gänzlich unbekannten Problem:
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Die letzten drei Tage habe ich mich auf der PubCon 2008 rumgetrieben. (Ja, Geschäftsreisen nach Amerika zu sogenannten “industry-leading online marketing conferences” sind eine tolle Sache, aber wenn man in Las Vegas den ganzen Tag ohne Tageslicht Vorträgen lauscht und nur mittags zum Auftauen an die Sonne kommt, ist das nicht immer nur die reine Freude, vom Jetlag mal ganz abgesehen.)

Drei Sachen finde ich über meinen langen Notizenzettel hinaus erwähnenswert:

  1. Matt Cutts, das Gesicht von Google, hat wieder zu seinen Jüngern gesprochen. Und ich war live dabei, als er in einer sogenannten Clinic-Session die Hotelbuchungs-Seite eines Menschen aus Belize auseinandernahm und folgender, fast unübertreffbarer Spruch in Richtung des Betreibers fiel:

    You know, find yourself two people -you can call them site-buddies or whatever- who look over your site once in a while and tell you things like “you might wanna add another i to Hawai in the site title.”

  2. Ein weiterer Spruch mit Weltklasse-Niveau kam von einem anderen Spezi:

    Look you gotta understand, the site title is not a wishlist you compile and send out to Santa for all the things you want for christmas.

    Spitze! Das erzähl ich nach meiner Rückkehr meinen Kollegen auch.

  3. Ein bekannter Betreiber eines bekannten deutschsprachigen Webmaster- und SEO-Podcast hat mir was erklärt:

    Naja, wir sind ja auch eher auf dem Blackhat-Level unterwegs.

    Aha. *lach*

im ICE nach Flughafen FFM

  1. Der Zug ist nicht nur zu spät, sondern auch total überfüllt. Keine Chance, mit Gepäck in den reservierten Lufthansa-Wagen zu gelangen.
  2. Stehend zwischen zwei Waggons, an der Glasscheibe zum Abteil. Festgekeilt zwischen Gepäck und anderen Menschen. Da darf man keine Hemmungen haben, denke ich mir.
  3. Das Pärchen, das vor mir auf dem Boden auf ihren Trekking-Jacken sitzt, spricht während der Fahrt kein einziges Wort. Sie sehen sich nichtmal an.
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