In diesem unserem Deutschland, wo zunehmend nicht Schröder und Co, und auch nicht die Opposition zu regieren scheint, sondern offensichtlich die Dummheit der Menschen, ist es zur Gewohnheit geworden, nur noch dummes Zeug nachzubrabbeln, was irgendjemand vorgelegt hat. Da wird sich weltmeisterlich über alles mögliche beklagt und beschwert, rumgeheult und rumgenölt bis die Schwarte kracht, aber wirklich verstanden hat keiner was. Am allerwenigsten, worum es eigentlich geht und für oder gegen was man da überhaupt demonstriert. Anders ist es nicht erklärbar, daß die Leute besser über Effenbergs Liebesleben bescheidwissen als über Hartz IV, gegen das sie Spruchbänder tragen und Parolen grölen. Die allerwenigsten haben sich jeh die Mühe gemacht, sich angemessen über das zu informieren, was sie hämend HIV nennen. Das ist zwar ein tolles Wortspiel, das aber zur Farce wird und all diejenigen deklassiert und disqualifiziert, die da von “Raub”, “Diebstahl” und “denen da oben” reden.
Zugegeben, es ist nicht immer leicht, gut informiert zu sein. Wer allerdings glaubt, auf der Bild-Titelseite sei neben einem beinahe lebensgroßen Foto von Herrn Effenberg und dessen Presseerklärung zur Trennung von Frau Strunz noch Platz für informierende Tatsachen zum Thema, das die Leute anzugehen scheint wie einst die Wiedervereinigung, dem sei gesagt, daß offenbar politische Themen auf der Rangordnung des nationalen öffentlichen Interesses hinter die Schmutzwäsche von ehemaligen Promis gerutscht sind. Und beschämend ist es allemal. Hartz ist schlecht und damit basta, wer das ander sieht ist Fürsprecher der Bonzen, jawohl und überhaupt, worum geht’s - ich bin dagegen! Armer Herr Köhler, so mißverstanden zu werden ist wirklich hart(z). Aber keine Angst, wir haben Sie richtig verstanden, Gleichstellung bedeutet eben nicht Gleichheit, so steht es auch im Grundgesetz.
Es gibt auch die, die immer gern auf die Tränendrüse drücken und wehleidig erklären, man werde ja nicht informiert. Gut, solchen Leuten Nachhilfe im Staatsbürgertum zu geben ist mindestens müßig, also weise man sie nur darauf hin, daß das moderne Zeitalter genügend Möglichkeiten bietet, sich umfassend und erschöpfend zu informieren. Ein Beispiel dafür ist die Süddeutsche Zeitung, die ein vorbildliches Hartz-Lexikon anbietet, in mundgerechten Happen statt Paragraphendschungel. Also, ich bitte sich zu informieren, wer bald wieviel von denen da oben geraubt und gestohlen bekommt!
