Eben stoße ich auf der Suche nach einer neuen günstigeren KfZ-Versicherung auf ECOmotion von der allianz24, was mich an Luthers Zeiten erinnert:

Allianz ECOmotion

Und doch, das Konzept wird von der Presse ja allseits gelobt. Und es muß auch mal gesagt sein, daß es eine tolle Sache ist, wenn ich bei zweizwanzich linke Spur reinen Gewissens sein kann, daß trotzdem die Koala-Familie im Regenwald auch morgen noch krafvoll Eukalyptus lutschen kann!

Ich nenn sowas entweder Ablaßhandel oder Marketing, kann mich noch nicht so recht entscheiden. Auch nicht, ob ich bei so einer Versicherung zahlender Kunde werden will. Übrigens: Der Fahrer eines Porsche Cayenne Turbo S (4.8 Liter Hubraum, 500 PS, 19l Verbrauch) kann sich für gerademal den doppelten Betrag freikaufen und unbeschwert von Klima-Lästigkeiten den rechten Fuß nach unten drücken, während er die aktuelle Reisegeschwindigkeit von Instrumenten abliest, die in Bangkirai eingelassen sind. Das soll mir mal einer erklären, wie die ganze Sauerei, die dabei entsteht, für 22 Euro im Jahr aufgefangen werden soll!

Dann schon lieber saufen für den Regenwald

Das war ein schnelles Wochenende. Nicht, daß es bloß wiedermal viel zu schnell rumging (Zitat Thomas: “Hell-dunkel, hell-dunkel, Montag”), sondern auch physikalisch zu schnell.

Wir haben wiedermal “Klassenfahrt” gehabt, uns Freitag ganztags und ganz viel mit Strategie beschäftigt, waren aber nicht ganz ohne Hintergedanken im schönen Kerpen einquartiert. Am Samstag sollte wieder der diesjährige Schnellste im Kartfahren bei Schumachers ermittelt werden.  Wie gesagt, dieses freizeitlich anmutende Highlight galt es sich erst beruflich zu verdienen. Am Abend haben wir uns dann bei viel zu viel Alkohol und kalorienbombigem Essen erstmal warmgekegelt. “Bowl-Position” heißt da in Kerpen der Magnet für die Jugend und alle Junggebliebenen, wohl deshalb, weil man dort direkt neben der Schumacher-Kartbahn amerikanisch kegelt. Beim sogenannten Disco-Bowlen brennt da echt die Luft, Flirt-Fever ohne Gleichen, ein Potpourrie der guten Laune mit Star-DJ Günther. Besonders sexy wird es dann, wenn das Schwarzlicht angeht. Denn dann leuchten nicht nur die neonfarbenen Kugeln spektakulär auf ihrer Bahn Richtung Ziel, sondern auch die blondierten Mähnen der Golf-GTI-Beifahrerinnen und die Tops der Olgas und Natashas. Wie gesagt, ein wenig Alkohol ist schon ratsam dort…

Wohl mit jeder Menge R-OH ging es dann früh um 10 auf Michas Piste. Und die Erwartungen waren hoch, es galt schließlich, sich gegenüber der Ergebnisse von letztem Jahr zu verbessern und verlorene Positionskämpfe von letztem Mal nach wochenlanger Vorarbeit wieder aufzunehmen. Im Endeffekt ist es diesmal für mich der dritte Platz geworden. Das mag an einer deutlichen Verbesserung der persönlichen Bestleistung in puncto Höchstgeschwindigkeit und Rundenzeit gelegen haben, andererseits war diesmal das Konkurrenzfeld nach vorne noch ein klein wenig dünner als letztes Mal, wo ich fünfter wurde. Stark beeindruckt haben mich allerdings todesmutige Kolleginnnen, die mit dem Messer zwischen den Zähnen auf der Geraden bis zur letzten Sekunde Vollgas gehalten und ihren Platz auch in der Kurve wie eine Löwin verteidigt haben. Und trotz Vorwissen immerwieder das große Staunen, wie naß geschwitzt man da nach 19 Runden aus dem Kart aussteigt. Große Gaudi also und ein kleiner Blech-Pokal für’s Regal im Büro.

Am Sonntag Abend auf der Heimfahrt von meinen Eltern ging es dann leider nicht mehr so spaßig zu. Vorbemerkung: Ich fahre seit 10 Jahren regelmäßig die A3 zwischen Limburg und Köln. Nehme ich nur einmal im Monat an, so bin ich die Auffahrt von der B49 auf die A3 also mindestens 120 Mal gefahren. Ich würde sagen, ich bin sie sogar mindestens 200 Mal gefahren! Jetzt kommt leider der statistische Ausreißer: Am Sonntag ist es nicht gutgegangen. Die Auffahrt besteht aus einem Doppel-S, also rechts, links, rechts zum Beschleunigungsstreifen. Rechts ging gut, links ging gut, dann plötzlich bei wieder rechts schiebt der Leon über die Vorderachse, das Heck geht weg, ich Fuß vom Gas, Heck dreht sich nochmehr ein, zu viel Gegenlenken, der Wagen dreht sich in die andere Richtung, gegen die Fahrtrichtung, es geht jetzt rückwärts, leicht seitwärts, RUMMS, Einschlag in die Leitplanke mit dem Heck, eine halbe Sekunde später hängt die ganze Seite drin und ich komme endlich zum Stehen. -Ein wirklich unschönes Gefühl, wenn die Lichter auf der Autobahn auf einen zukommen… Der Motor lief noch, zum Glück ist dort noch eine zweite Beschleunigungsspur, Gegenverkehr kam da zum Glück grad keiner. Also Augen auf, Gang rein, Gas – nur da weg.

Ich verzichte jetzt mal auf die weiteren Details (und rege mich nicht auf, daß ich kein ESP hatte oder gar zu schnell war!), nur soviel: Ich hatte größeres Glück, denn weder mir ist was passiert außer einem gezerrten Nacken und einer gestauchten Hand, sondern auch die Reifen sind nur mäßig beschädigt worden, sodaß ich meinen sorgenden Vater wieder heimschicken konnte und selbst nach Bonn weitergefahren bin. Der Rest vom Wagen sieht allerdings bitter aus. Das Gutachten kommt zwar erst am Freitag, aber nach der Schätzung des Meisters bei VW kommt der Schaden wohl so hoch, daß ich schonmal überlegen soll, ob ich den denn überhaupt reparieren will. Der Teufel scheißt halt immer auf den dicksten Haufen!

?ko-Plaketten f?r’n Arsch

Ja ich glaub ich spinn! Da titelt die Bild heute “Umweltzone bringt keine Verbesserung der Luft” – zumindest nicht in Berlin. Soll ich das mal kommentieren?
Besser ist das! Also, wenn ich sehe, welche Autos welche Farbe kleben d?rfen, dann ist mir das alles, aber kein R?tsel, wieso die Luft trotz Umweltplaketten nicht sauberer geworden ist. Stichproben in meinem Viertel haben ergeben, da? die Vergabe dieser ?ko-Plaketten keinem logisch nachvollziehbaren Procedere folgt.
Ein paar Beispiele: Der ranzige 2er Golf Baujahr vor 1990 (wegen der Sto?stangen, hab ich einwandfrei erkannt, au?erdem “Power satt, ohne Kat”) vorm B?cker hat eine gelbe Plakette. Wie ich (wenn ich mir mal eine reinkleben w?rde), blo? da? mein Auto 13 Jahre j?nger ist und einen relativ modernen Diesel drin hat. Kopfsch?ttel. Der neue 5er BMW mit 3 Litern Hubraum hat eine gr?ne, genau wie -hoppla!- der betagte Opel Corsa mit Milcht?ten-Ecotec-Hubraum. Mu? man nicht verstehen, oder? Und in der Baustelle vor der Haust?r f?hrt ein kleiner LKW vor, neben dessen Auspuff man direkt eine Kohlenmonoxid-Vergiftung und ein vom Ru? schwarzes Gesicht bekommt. Und der hat ne gelbe Plakette!
@Bundestag: Ist doch kein Wunder, wenn sich hier langsam jeder verarscht vorkommt!

Emoci?n!

Kerle kerle, was hier alles so liegenbleibt, wenn man mal ein paar Tage nichts bloggt *h?stel*. Nunja, zugegeben, war ja nun nicht gerade gestern, als ich das letzte geschrieben habe. Aber in der Zwischenzeit ist viel passiert, und ich war ebensoviel auf Achse. Da waren die 20 Spam-Comments hier im Blog schon fast Peanuts.
Was los war, fragt sich der Leser?! Nun, Griechenland ist Europameister, das mal nur so ganz am Rande. Aber ich h?tte nie gedacht, da? unsere Gyrosbr?ter samt Sippe gleich so austitschen und ganz Gie?en lahmlegen mit ihren Autocorsi. Wahnsinn! Was eine Stimmung: Ein paar Hundert Griechen, und einige Schmarotzer, die gleich nach dem Schlu?pfiff in den Aphrodite-Grill gerannt sind, um sich einen kostenlosen Ouzo abzuholen, verwandelten den Cityring in eine einzige Party mit dem celebr?ischen Climax am Elefantenklo. Sensationell, nichts ging mehr. Und ich ganz und gar n?chtern mit dem Leon auf dem Heimweg. Einen riesen Umweg mu?te ich machen, um zu verhindern, da? ich auch nur eine Sekunde in dem Tohuwabohu gestanden w?re – denn dann h?tten sie alle wohl liebend gern mal den Wagen durchgeshaked, so wie sie es mit all den anderen armen Schweinen gemacht haben, die sich nicht mehr an der Ampel aussuchen konnten, ob Griechen oder freie Fahrt. Naja, wenigstens habe ich neue Seiten von Gie?en entdeckt -und das mag schon seltsam genug erscheinen, falls jemand Gie?en kennt- als ich durch den wohl undeutschesten Teil der Stadt fuhr: Total besoffene US-Soldaten wurden direkt vor mir durch eine amerikanische Streife der Milit?rpolizei angehalten und kontrolliert. Links und rechts meterhoher Kasernenzaun, Panzersperren und Flutlicht. Wachsoldaten mit Flinte im Anschlag. Da? hinter mir ein deutsches Taxi fuhr und offensichtlich den selben Weg nahm, war das einzige in dieser bizarren Szenerie, was mich beruhigen konnte, nicht im falschen Film zu sein. Also hier ganz am Rande nochmal die Frage, wann die Herrschaften eigentlich gedenken, sich mal zu verziehen, das ist n?mlich echt nicht normal sowas!
Hab ich eben Leon gesagt? Wow… Surprise! Der Mann ist wieder mobil, und hach, was ist das ein feines Auto! Macht m?chtig Laune, so ein Turbodiesel. H?tte nie gedacht, da? man so eine brutale Kraft beim Beschleunigen so g?nstig haben kann. Ich sag nur: 800 km mit einem Tank. Und das war der erste Sprit, den das Auto gesehen hat – das wird noch weniger Verbrauch, wenn der erstmal eingefahren ist. Geilst! Auto Emoci?n eben.
Saubl?d ist dagegen das Heckmeck mit dem holl?ndischen H?ndler, das ich nun an der Backe habe. Meine Fresse, was ein Heinz: Erst besch?ftigt er nur Doppellinksh?nder, die mir beim Saubermachen die Frontscheibe von innen tierisch verkratzen, dann stellt er die Karre in eine dunkle Halle und bestellt auch noch die allerletzte, total inkompetente M?chtegern-Verk?uferin, die sonst nur die Klos putzen darf, ab, um mir meinen Wagen zu ?bergeben. Die Karre war nichtmal richtig sauber, und zu allem ?berflu? fahren diese Vollidioten meinen schwarzen Neulack auch noch durch eine gew?hnliche Waschanlage und machen haarfeine Kratzer von vorne bis hinten drauf. Toll gemacht, wirklich 1A! Sowas gibt bei mir Extra-L?nderpunkte f?r Holland. Dumm war an der ganzen Sache dann blo?, da? ich aufgrund widrigster Bedingungen erst kurz vor Ende der Heimfahrt den Kratzer in der Scheibe bemerkt habe – n?mlich als die Sonne rauskam. Tjo Freunde, und nun erlebe ich original, wie holl?ndische Firmen den Ausdruck Kundenorientierung interpretieren. Kein R?ckruf, keine Antwort auf meine (mittlerweile schriftlich erteilte) Reklamation, nada. Na bitte, ich sags ja: Alle gagga in dem Land – bald gebe ich die Hoffnung g?nzlich auf!
Und sonst? -K?hl und es regnet. Aber egal, ich hab ja nun Klimaanlage und nen Ventilator f?r mein Zimmer…

Alles Neue macht der… Juni!

Thema gedropped. Hoffentlich nun endg?ltig und konsequent genug, da? ich dieser Tage mit meinem neuen Einfall endlich mal Boden gutmachen kann und was zu Papier bringe. Hat ja auch keinen Sinn, wochenlang, naja, fast monatelang an was rumzu?mmeln und kein Land zu sehen. Von einer Sackgasse in die n?chste. Und auf dem Weg dahin einen dicken Stapel “Scholarly Articles” erst gesucht, gesourced, gespeichert, gedruckt und dann gelesen. Alles f?r die Katz! Und jetzt das gleiche Spielchen nochmal. Na was soll’s, tun wir einfach so, als sei das Bisherige die Generalprobe gewesen. Nun hei?t die Idee, die mir hoffentlich den Weg aus diesem Dasein ebnet “online communities”. Wie ich darauf gekommen bin? -Nun, ich treib mich quasi dauernd in solchen Foren und Boards rum, sei es, um nach Erfahrungsberichten ?ber einen noch anzuschaffenden fahrbaren Untersatz zu suchen oder L?sungsans?tze zu PC Problemen zu erhalten. Keine dumme Idee, und geforscht haben da auch noch nicht viele. Also packen wir’s an!
Wie gesagt, immernoch Autosuche. Bei den Gebrauchtwagenpreisen kein Wunder. Wo sind eigentlich die Gebrauchten, deren Markt angeblich so “im Keller” sein soll?! -Ich meine, ich brauche keinen Kombi, keinen minimalst-Benziner, und ne Klima w?r schon extrem w?nschenswert. Und wenn’s geht ein Diesel mit weniger als 90000 km! Da f?llt der Blick schnell mal auf EU-Reimporte. Man h?re und staune: Seat Leon TDI in Deutschland 20000. Der gleiche Wagen in Holland 25000. Genau dieser holl?ndische Wagen allergings als EU-Import nach Deutschland geholt und beim Vermittler gekauft: schlanke 15000. Man zeige mir den Holl?nder, der sich da nicht verarscht vorkommen soll!
Stichwort Europa! Am Sonntag bittet man uns wieder zur Urne, und weil ich dieser Aufforderung in meinem heimischen Wahlkreis lieber nachkomme, als hier einem meiner holl?ndischen Freunde die Stimme zu geben, habe ich mich mal eben beim Wahl-o-Mat schlau gemacht, welche Partei denn nun am ehesten meine unbedeutende Stimme verdient hat. Das Ergebnis war alles andere als ?berraschend f?r mich und gibt mir also Gewissheit, da? ich so langsam aber sicher in der Lage zu sein scheine, meine politischen ?berlegungen und ?berzeugungen in sofern zu artikulieren, da? ich sie auf eine Partei b?ndeln kann. Zur Wahl zumindest. Zugegeben, das mag supra-national noch etwas anders aussehen als national, aber immerhin mache ich am Sonntag nicht blo? ein Kreuz irgendwohin, oder argumentiere scharfsinnig mit “waurm soll ich denn da w?hlen, Europa bringt uns doch eh nix!” die Notwendigkeit, zur Wahl zu gehen.
Diese ganzen Nixk?nner, die so ihr ihr Verst?ndnis von Europa offenlegen, dann aber beim EU-Importeur ihren Neuwagen kaufen, und stolz berichten, was sie “wegen der EU” gespart haben, erregen bei mir nicht nur Unverst?ndnis, nein, sie ekeln mich auch zunehmend an. Wie sagte Dieter Nuhr noch gleich? -”Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten!” Gro?artig!

G-Nerved!

Warum ich genervt bin? -Och, das liegt sicher nicht an meiner neuesten Errungenschaft, mit der ich fortan wesentlich besser und vor allem augenschonender in die virtuelle Welt blicke: Ein wunderbares TFT-Display aus dem Hause Samsung. Ja, hab mich endlich durchgerungen, eines zu kaufen, und merke nun, am Tag 2 der neuen Zeitrechnung, was ich da jahrelang meinen Augen selbst mit 100Hz R?hrenmonitor angetan habe. Ein wahrer Augenschmaus, quasi eine Anti-aging Creme f?r meine Netzhaut. Die R?hre steht hier noch daneben, das Replacement wahrscheinlich ein wenig mit Neid und Verachtung be?ugend, aber wohl wissend, da? es Zeit ist, Abschied zu nehmen. W?re da nicht der zweite Anschlu? an meiner Grafikkarte, mit dem ich meinen Desktop um stolze 1152×864 Pixel erweitern kann, wenn es die Aufgabe erfordert. Zum Beispiel beim Suchen nach “academic literature” zu einem noch nicht ausgegorenen Diplomarbeitsthema.
Geschickte ?berleitung, ich wei?, danke danke. Denn das nervt richtig! Entweder, die 1 Milliarde Journals und Business Reviews, auf die unsere Uni abonniert ist, enthalten nur das Falsche f?r mein Themengebiet, oder aber es ist nur der Abstract downloadbar – “if you want to buy the full-text version of this article, click here for prices and availability” … and don’t forget to kiss me arse! Richtig wild werde ich aber, wenn ich glaube, ein Meilensteins-Werk gefunden zu haben, und sich dann dieses Evangelium aus unerfindlichen Gr?nden nicht als PDF runterladen l??t! Da h?ng ich echt unter der Decke.
Genauso, wenn mein niederl?ndischer Mitbewohner seine Vereinigungs-Idioten hier ins Haus schleppt. Wenn seine Freundin da ist, wirkt der Kerl wie weichgesp?lt. Da wird mit ge?lter Stimme bei Kuschelrock 87 ges?uselt, v?llig homosexuell W?sche gewaschen, aufgeh?ngt und geb?gelt, beim Essenkochen liebevoll Gem?se geschnippelt, das Geschirr wird abgewaschen, und die Klobrille nach Gebrauch runtergeklappt. Fallen seine beklopppten Horden hier ein, pissen sie alle neben das Klo, es gibt fettige Burger mit Fritten (und so sieht dann die K?che auch aus), er l?uft in einem versifften Verbindungsshirt rum und die Meute gr?lt primitivst in der Gegend rum, untermalt von asozialstem Holland-Plastik-Techno. Warum ist dieses Volk einfach immer so laut? -Und ich hier in meinem Zimmer, einen Stock weiter oben, bei dem Versuch, endlich einen Schritt weiter zu kommen.
Ebenso vergeblich blieb bisher die Suche nach einem neuen geeigneten Fortbewegungsmittel. Fazit nach der Besichtung von ein paar Hundert Gebrauchtwagen am Wochenende: Es gibt keine Diesel, es gibt keine sparsamen Benziner, es gibt fast nichts au?er Kombis – es sei denn, man gibt 3000 Euro mehr aus, als man vorhatte.
Ach ja, es gibt so vieles, ?ber das man sich aufregen m?chte, darunter auch solches, wor?ber es sich lohnte aufzuregen. Dazu geh?rt nicht, das Montoya Schumacher im Tunnel an die Wand gefahren hat, auch nicht, da? ich gestern hier fast eingegangen bin, weil der Nachbar sein Flachdach mit einer krassest L?sungsmittel freisetzenden Beschichtung hat streichen lassen. Aber da? die USA mit ihrem gegenw?rtigen mode-of-conduct durchkommen, die Welt quasi zuschaut, wie alle supranationalen Abkommen, die wirklich etwas bedeuten, mit F??en getreten und bespuckt werden, das ist wirklich skandal?s. Auch bei dem, was Israel da abzieht bekomme ich G?nsehaut am Knie. Aber was soll’s, sind ja eh alles nur Terroristen, hm?!
Und dann schreibt mir noch so ein Hohlpfosten von Spammer sowas in seinen 723sten Enlarge-your-penis-buy-our-pills Versuch, mich in den endg?ltigen Wahnsinn zu treiben:

Gratitude is born in hearts that take time to count up past mercies.

Und jetzt? -Nun, Cicero hat es mal so formuliert: A happy life consists in tranquillity of mind.
Na dann.

85 Euro und 10 Cent

Ich habe heute 10 Cent f?r eine Dienstleistung bezahlen m?ssen, die ich bisher f?r mehr als selbstverst?ndlich gehalten habe: Brotschneiden. Ich dachte, ich h?re nicht richtig, als die Konditoreiwarenfachverk?uferin einer gro?en Aachener B?ckerei mir den Preis f?r die geschnittene Eifelkruste nannte. Ich hab das dann auch leider freiwillig bezahlt, mir aber dann fast den Kopf abgesch?ttelt, v?llig schockiert ?ber den Erfindungsreichtum sogenannter Gewerbetreibender. Das ist in etwa das selbe wie das Beratungshonorar f?r eine Terminabsprache auf der Arztrechnung. Suchte ich noch vor ein paar Wochen in Bamberg eine B?ckerei, die ?berhaupt eine Brotschneidemaschine gehabt h?tte, wei? ich heute, wof?r ich 10 Cent investiert habe. Wahrscheinlich erhalte ich damit langfristig eine Lehrstelle…
Anders sieht es aus, wenn man sich eine halbe Stunde im Lust for Live aufh?lt. Ein Laden, der der bestsortierteste der Republik sein mu?, wenn es um Dinge geht, die entweder komplett h??lich sind oder mir nicht passen.
Wie war das noch noch? -”Gibt es diese Schuhe auch in sch?n oder dieses T-Shirt ohne Aufdruck? Wenn ich lesen will, kaufe ich mir ein Buch!”
Wer sich wundert, wo denn die ganze Kaufkraft und -bereitschaft deutscher Konsumenten geblieben ist, der soll einer der trendig-hippen, ?bermotivierten Verk?uferinnen mit schier unglaublichem Dekolltee (zugegeben, wir sind schlie?lich nicht im Frauenknast) beobachten, wie sie den Leuten mit Geschmack und vor allem Geldbeutel die Jeans auf die Arme packen und in Richtung Umkleide dirigieren. -Die sollten sich nach Akkord bezahlen lassen! Das Jeansregal hat eine sensationelle Turnover-Rate, da 50% der Ware permanent im Laden rotiert. Es verwundert angesichts des schlechten Konsumklimas umso mehr, da? dort die Hosen von Hilfiger, Pepe und Diesel -kein Modell unter 85 Euro- rausgetragen werden wie Apfelsinen. Oder machen die das alle auf Pump?
Ich war heute mit Alice auch bei Kookaї drin. Vorsicht, keine voreiligen Schl?sse! -Gelockt von einem gro?en “50%”-Banner. Da? ich mich -sehr vorsichtigt ausgedr?ckt- mit der aktuellen Mode, gerade der f?r Frauen, ein wenig schwer tue, ist bekannt. Auch mir. Aber da? man in noblen L?den mit einer Couture konfrontiert wird, die eher an Altkleidersammlungen f?r Afghanistan oder an Secondhandl?den erinnert als an hochwertige Schnitte und Materialien, stellt mich verwundert einmal mehr vor die Frage, in welcher Welt ich eigentlich lebe. Abgewetzte Jeans kosten extra, und ausgewaschene Shirts gehen auch zum Cashmere-Zweiteiler, solange sie nur von einer hippen Marke sind, v?llig egal wie schei?e das Endergebnis aussieht. Da tragen die mindestens homosexuellen Schaufensterpuppen bei Esprit doch tats?chlich hellgr?ne Nicky-Cardigans! Ich seh den Schund jetzt schon im Ausverkauf in den W?hltischen oder den einen oder anderen Erstsemester aus K?ln hier an unserer Uni mit rumlaufen…
Und dann die mittlerweile dritte Auflage der Vintage-Seuche. Erst 80s, dann 70s, und jetzt 60s. Ich rege mich nicht mehr ?ber die Wucherpreise f?r die Wiederauflage der Turnschuhe, f?r die man damals bei uns in der Grundschule Pr?gel bezogen hat und nach dem Turnunterricht in die Toilette gesteckt wurde, auf. Nein, das ist pass?. Schon lange. Soll doch jeder das tragen, womit er seine Vergangenheit verarbeiten kann!
Heute hab ich dann den wahren Knaller gesehen: original Adidas Turnbeuteltaschen. Die mit den Adidas-Logos in der oberen Ecke und dem Trageriemen. Damals maximal 20 Mark. Mehr h?tte auch keiner f?r ein St?ck stinkenden Textilverbund mit billigem Siebdruck, messerscharfem weil total minderwertigen Rei?verschlu?, und “Made in China”, in das nur ein Paar nicht allzugro?er Turnschuhe (am besten Adidas “Samba”) und ein T-Shirt pa?t, freiwillig gezahlt. Heute 35 Euro. -Und ‘paar auf’s Maul f?r jeden, der das bezahlt, wenn es nach mir ginge. Herr, la? Hirn regnen!

Fr?her war alles besser!

Schwerm?tig wird man schon ein bi?chen, wenn man die Lokalit?t der Wahl betritt, und feststellt, da? man gerade in der Sekunde des Erscheinens den Altersdurchschnitt der bei der Festivit?t Anwesenden um nicht blo? die zweite Stelle nach dem Komma angehoben hat. Fr?her war dieses Erlebnis zumeist den ?30-ern (lese: ?ber 30) vorbehalten, heute trifft es einen schon mit 25.

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