Am Sonntag fuhr ich mit Anke, Tina und Johannes nach “Schnitzelhausen”. Das ist ein Bamberger Synonym f?r das Kaff Zeegendorf, das nichtmal in meiner ADAC-Karte der Fr?nkischen Schweiz eingezeichnet ist. Wer schonmal da war, wei? dann auch warum: Dieses Dorf hat nur eine Attraktion, und das sind die Schnitzel in der einzigen Gastst?tte am Platz. Wer sich das Bild links mal aufgemacht hat, dem sei gesagt, da? dies ein original-Abbild eines 6Euro20-Essens ist: 2 saftige, goldbraune Fleischlappen von unversch?mter Gr??e, Zitronenachtel und Pommes, dazu reicht die Wirtin gr?nen Salat, in dem sie Alibi-”Fittamiiiene” verspricht. Tolle Sache, vor allem, weil das gute Kellerbier zum Runtersp?len auch noch nur 1.60 pro halbem Liter kostet. -Franken wird mir fehlen, allein schon aus dem Grund, da? das Wort Cholesterin hier gar nicht zu existieren scheint…
Gestern hat sich Franken endlich mal in sein Winterkost?m gest?rzt, und das aber richtig. Es hat den ganzen Abend geschneit, und das Resultat waren gute 4 cm knackiger Schnee. Das tollste am Winter hier ist aber, da? man ihn hier gewohnt ist. Hier wird nicht beim ersten Schneekorn wie bescheuert gesalzen, und hier haben die Leute einfach alle Winterreifen und k?nnen dementsprechend fahren. Wo ich gerade von fahrerischem K?nnen rede: Mir f?llt dazu nur immer die Karawane Holl?nder ein, die damals am Tag unserer Ankunft in Gastein, als der Ort fast im Schnee erstickte, mit Sommerreifen unterwegs waren und das auch noch lustig fanden, da? sie nicht mehr vor und zur?ck kamen… -Aber ich komme vom Thema ab.
Gestern mu?te ich an zwei Lehrst?hlen die Hosen runterlassen. Farbe bekennen. Nun ja, irgendwann mu? man mit den Leuten reden, und da ist es eben aufgefallen, da? ich etwas zu fl?ssig deutsch spreche f?r einen “normalen” Ausl?nder. Also mu?te ich es wohl klarstellen, da? ich hier in besonderer Mission t?tig bin. Der erwartete ?rger und Umstand deswegen, den ich schon von den kleingeistigen Pappnasen in der Hauptverwaltung her kannte (und erlichgesagt durchaus bef?rchtet hatte) blieb aber aus. Stattdessen lediglich der freundliche Hinweis, da? ich dann eben nur die gew?hnliche Klausurenzeit von 1 Stunde zur Verf?gung habe. Bitte, kann ich mit leben. Es ist mir echt zu viel M?he, den Herren und Damen zu erkl?ren, da? dieser angebliche Vorteil der Muttersprache in meinem Fall echt auf das reine Verstehen und die orthographische wie grammatikalische Richtigkeit meiner Ausf?hrungen eindampft, weil ich 95% der Fachsprache auf deutsch nunmal nicht beherrsche. Meine Studiensprache ist nunmal Englisch, so wie sie bei einem Franzosen franz?sisch ist. Diskriminierung ist ein gro?es Wort, allerdings hat das ganze auch mit Gleichberechtigung wenig zu tun. Denn unsere Osteurop?er oder die Els?sser wohnen so dicht an der Grenze und haben sogar ne deutsche Oma, da? sie mit Sicherheit mehr Deutsch k?nnen, als der Spanier aus Pamplona, der eigentlich unter dem Strich gar nischt versteht. Und dann ich, der Deutsch kann, aber sein Fach nie auf Deutsch gelernt hat. Hmmm. Mindestens schwierig und deshalb eine Denksekunde l?nger wert, ob ich nach 60min abgeben mu?, wenn sich der Sudetendeutsche kaputtlacht, weil er sich mit seinem Akzent 30min extra Pr?fungszeit erkauft hat.
Immerhin hab ich unabh?ngig davon ein wahres Erfolgserlebnis gehabt, was sich sehen lassen kann und erheblich das Self-image poliert: eine 1,3 in Konsumentenverhalten.! H?tte ich nie gedacht, da? ich einmal an einer bayerischen Hochschule mit hessischem Abitur die beste Scheinklausur schreiben w?rde. Bin nicht ganz unstolz dar?ber! Mensch, wann hab ich denn die letzte 1 geschrieben? -Das mu? in der Oberstufe gewesen sein, so lange ist das schon her, da? es fast ein ungewohntes Gef?hl ist, eine Klausur mal nicht “geradeso” zu bestehen. Daran sieht man einmal mehr, was mit dem Banner “In Maastricht leer je je grenzen te verleggen”, der eingangs meines Studiums in der Lecture Hall prangte, gemeint war! Fairerweise mu? man nat?rlich im Anschlu? an das Thema von eben sagen, da? die Konkurrenz schwach war, aber sich auch nicht kampflos ergeben hat. Ob ich allerdings an so einen Erfolg in den kommenden Klausuren ankn?pfen kann, ist angesichts der zu bew?ltigenden Menge stark fragw?rdig.

Ab jetzt wird aufgerundet…

Eigentlich hatte ich vor, mir selber endlich mein neues Design f?r diese Seite zu schenken. Nach einer stundenlangen Mammut-Sitzung mit den Herren Dreamweaver, Photoshop und Topstyle am Mittwoch, war eigentlich auch alles soweit fertig, da? ich gerne h?tte uploaden wollen, allerdings machte mir dann das Template f?r die Comments einen Strich durch die Rechnung. Schade schade! Leider werde ich mich nochmal dahinterklemmen m?ssen, denn halb fertige Sachen lade ich nicht mehr hoch.
wild.jpgAm Dienstag hatte ich ja wie gesagt meine Pr?fung. Nein, falsch, ich hatte Euch werten Lesern geschrieben, sie sei Donnerstag, aber das wurde nochmal sehr spontan revidiert. Ein Gl?ck nur, da? ich zuf?llig am Lehrstuhl die Aush?nge gelesen hatte, sonst w?re ich zum urspr?nglichen Termin angetreten. Wie es war? -Nun, es war ja eine Klausur f?r die “ausl?ndischen” Studierenden, doch hatte selbst ich als Muttersprachler Probleme, das Pensum in der vorgegebenen Zeit zu schaffen. 14 Aufgaben auf 10 Seiten und “fill the whitespace”-Aufgabenstellung. Ich hab geschrieben wie ein Weltmeister. Die Aufgaben waren gr??tenteils Killefitz, hatte ich mir doch intensiv die Modelle von Howard und Sheth oder Miniard reingeballert. Nix von dem kam dran! Daf?r aber viel zu viel von dem Trivialwissen, von dem ich weniger schreiben konnte, als ich wu?te. Nun, so blieben leider 3 Unteraufgaben unbearbeitet, aber was soll’s. Das war ein astreiner Homerun, und das ist gut so!
Danach hatten Anke und Johannes zur Weihnachtsfeier mit festlichem Diner geladen, und ich kann nur sagen, dieser Abend war der beste Ausgleich f?r die ganze Stubenhockerei der Vorwoche, den man sich denken kann! Im Empfangszimmer gab’s erst einen Prosecco, dann, 2 Meter weiter im Speisesaal servierte man dann lecker Bierchen und schmackhafte Weinze zu edlen Speisen. Nach dem Nachtisch wechselte ich irgendwann von Bier zu Wein, und wer meine Vorliebe zu diesem G?rungprodukt kennt, der wei?, da? diese N?chte meist lang werden. Nun, was soll ich sagen, es war eben ein ausgesprochen luschtiger und gelungener Abend, soda? ich erst morgens den Weg nach Hause einschlug. Wir waren zu dritt unterwegs in die selbe Richtung, und so boten wir einem bis ?ber die beide Ohren besoffenen US-Soldaten ein billiges Ziel zum Anp?beln und saudumm nach “Gate 9″ fragen. Ich bin sicher, das einzige, was der noch gepeilt hat war, da? er in 10 Minuten am anderen Ende der Stadt an Gate 9 zum Morgenappell antreten mu?te. -Leider sehr unwahrscheinlich in seinem Zustand! Tut mir in der Seele weh, aber was war ich wenig hilfsbereit! Woher das blo? kommt… ? Aber was man so alles lernt, wenn man um viertel nach f?nf durch die Stra?en geht! Taxifahrer stehen in der Aral und trinken Kaffee, die Bamberger Gro?b?ckereien beginnen, ihre Filialen zu beliefern, und auch der Lidl an der Ecke bekommt um diese Zeit sein Brot. Um dieses Wissen reicher aber mit leerem Magen lag ich kurz danach im Bett – dementsprechend wasted war der Mittwoch…
Gestern hab ich mich dann nachdem ich mich vier Stunden lang in der Uni vollhusten, anniesen und beschnupfen hab lassen m?ssen, endlich auf den Heimweg ins Hesseland gemacht. Im Gep?ck: zwei Bamberger Bierspezialit?ten (Nr. 1, Nr. 2), die zu genie?en oberstes Gebot in den Festtagen sein wird.
Also, ich w?nsche allen ein frohes Weihnachtsfest! Und jetzt seid Ihr dran, denn selber gratulieren werde ich mir an dieser Stelle nicht! ;)

Neues aus Beute- oder Hobby-Bayern

Meine Kurswahl hier an der Uni war eine rationale Entscheidung, bei der ich jedoch Wert darauf legte, endlich mal was zu machen, was mich wirklich interessiert, was dazu aber nach M?glichkeit so sophisticated in den Ohren des Maastrichter B?ros f?r Visumerstellung ins wirkliche Leben klingt, da? ich da mit keinen weiteren Problemen zu rechnen habe, und nat?rlich keine allzuhohen Anforderung an Leib und Leben stellt. Dabei herausgekommen ist bis dato Konsumentenverhalten, Sektorales Marketing, Marketing und Umwelt, Sozialpolitik und Personal & Organisation.
Die Professoren kann man sich zwar ?ber die Kurswahl bedingt aussuchen, die Leute, die mit einem im Kurs sitzen allerdings bekannterweise nicht. Professor Schwarze ist eine importierte rheinische Frohnatur, und als solche kann er sich in seinem Fach die eine oder andere bissig-am?sante Bemerkung zur aktuellen Sozialpolitik in Deutschland kaum verkneifen. Genausowenig gelingt ihm das, wenn die genauso h?bsche wie hohle Voll-Eule in der ersten Reihe meint, nach Erteilung des Wortes das bei M?dchen sehr beliebte Spiel “Hauptsache mal dumm nachgefragt” aus der Schule ausprobieren zu m?ssen. Er kommentiert ihre Frage, was das denn f?r ein hochgestelltes Zeichen in der Bezeichnung der zweiten Kurve im Graph sei, sehr trocken mit “Ein Sternchen, aber wenn’s Ihnen nicht gef?llt, k?nnen Sie auch ein G?nsebl?mchen hinmalen.” -ENDLICH! Auf so eine Reaktion hab ich mein ganze Schullaufbahn hindurch vergeblich gewartet. ?hnlichen Spa? machen die Vorstellungen von Professor Wimmer, der wohl eine gewisse Gr??e in seinem Fach darstellen mu?, sonst w?rde er nicht so viel gesch?ftlich reisen. Bei ihm beeindruckt ganz klar sein Wissen, dem sein Lehransatz und die Didaktik in nichts nachsteht. Nach 5 Jahren Maastricht macht es einfach enorm viel Spa?, von Leuten unterrichtet zu werden, die das auch k?nnen und -vielleicht noch wichtiger- auch was zu sagen haben. Herr Stoiber (?brigens dank Anke, die mir dieses fast exklusive Autogramm extra aus der Staatskanzlei mitgebracht hat, oben links im Bild) w?rde zwar nun sagen, da? das alles dem Bayerischen Standard von edukativen Einrichtungen entspricht und deswegen ?berhaupt nichts besonderes ist. Aber ich bin jedenfalls sehr positiv ?berrascht; es korrigiert sozusagen ein wenig das Bild, das ich generell von Uni habe.
Auf der anderen Seite mu? ich leider sagen, da? ich immer mehr den Eindruck gewinne, da? ich mich so langsam zu alt f?r die Uni f?hle. Das wird noch verst?rkt duch Sektorales Marketing, denn die Dozentin ist so alt wie ich. Mehrfach bin ich geneigt, ihr zu widersprechen, aber dann erinnere ich mich immerwieder daran, da? wir in Maastricht nunmal wesentlich aktuellere Literatur lesen, und da will ich ihr den Aha-Effekt beim Lesen neuerer Publikationen nun wirklich nicht verderben. Ich jedenfalls bin der Meinung, da? Vendor Managed Inventory heute ne wichtige Sache im Einzelhandel ist. Aber gut… Dennoch schafft diese Vertreterin der Fraktion Gucci-Chick es noch nach 5 Jahren Uni, mein Weltbild entscheidend umzupr?gen. H?rte ich doch bisher immer Beispiele aus der Automobil-, Elektronik- oder Softwarebranche, pr?sentiert sie Woche f?r Woche nicht immer treffende aber daf?r immer neue Vergleiche mit Kosmetik, Kleidung, Brillen, Reisen und -ganz wichtig: Schuhen!
Das Frankenland, von Niederbayern liebevoll Beute- oder Hobbybayern genannt, pr?sentiert sich dieser Tage bei pr?chtigstem Wetter (kalt, Sonne, blauer Himmel) und einer wahren Anh?ufung kulinarischer Musts: Wildhasenkeule mit Kl??en (gibt’s heute Abend hier in der Wohnheimsk?che), Bockbieranstiche in der ganzen Stadt, und Gl?hwein aus Franken. Und als ob das noch nicht genug w?re, kommt mich auch Alice am Wochenende besuchen! Und da frag noch einer, warum ich nach Bamberg gegangen bin! ;)

Tante Anna, Schumi und Dieter Bohlen

Wenn die Sonne in Bamberg scheint und sich nicht hinter dicken Regenwolken versteckt, gef?llt es mir doch um Klassen besser hier. Wie auch Rom ist Bamberg auf sieben H?geln erbaut, und rund um die Stadt erhebt sich die Fr?nkische Schweiz, was gerade im Herbst und dann w?nschenswerter Weise bei sonnigem Wetter erheblich mehr hermacht -optisch gesehen-, als das gleiche topographische Szenario grau-in-grau. Doch, ich mu? sagen, das Frankenland hat schon seinen Reiz, besonders wenn man sich den lokalen Spezialit?ten einmal n?hert. Mit dem hiesigen Bier habe ich da gar keine Schwierigkeiten, hatte ich doch im Rahmen einer f?r uns Erasmusser organisierten F?hrung im Brauereimuseum die Gelegenheit zu erfahren, da? Bier ?u?erst gesund ist, alle wichtigen N?hrstoffe enth?lt, und nicht dick macht – solange man nicht dazu i?t. Sp?ter ging es dann durch 4 der insgesamt 9 Bamberger Brauereien, oder “auf an Keller”, wie die Bamberger sagen w?rden. Das ultimative Schlenkerla-Rauchbier habe ich aufgrund ?berf?llung (nicht meines Magens, sondern der Kneipe!!) noch immer keines probiert. Wirklich der Knaller ist, da? in der Regel drei Sorten Bier direkt vom Fa? aus dem Braukeller kommen, also frischer als frisch sind, wenn sie ins Glas flie?en.
Leider gestaltet sich die Suche nach fester Nahrung nicht immer ganz so einfach. Nach 5 Jahren Geschmacksnerven-Folter durch holl?ndisches Brot (wenn man es ?berhaupt so nennen mag), f?hle ich mich hier in Bamberg wieder v?llig als Einkauf-Anf?nger, zumindest was die Wahl des Brotes angeht. Mein erster Versuch mit Fr?nkischem W?rzbrot war ein totaler Fehlgriff. Die Kinder in Afrika m?gen mir nicht b?se sein, aber dieses Brot war au?erhalb seines nat?rlichen Lebensraumes (z?nftige Brotzeit mit haufenweise Schinken und 5 Saidla dazu) nun wirklich nicht zu genie?en. Die darauf folgenden Eink?ufe waren da durchaus positiver. Aber mein ultimativstes Broterlebnis hatte ich am Samstag mit einem noch Ofenfrischen. Tante Anna nennt der “Beck” das hier, und es ist k?stlich!
“Ebay hat sich immer eigene Gesetze!” – so oder so ?hnlich w?rde ich mein j?ngstes Verkaufs-Erlebnis betiteln. Als einer der Gl?cklichen w?hnte ich mich am Montag der letzten Woche, als ich eines der letzten, noch nicht zensierten und eingezogenen Exemplare von Dieter Bohlens j?ngstem literarischen Werk in der Zeitschriftenecke meines Supermarktes entdeckte. Eine Stunde sp?ter stand es als eines von 32000 bei Ebay drin. Nun ja, dem einfachen ?konomischen Prinzip folgend, da? Angebot, Nachfrage und Preis untrennbar zusammenh?ngen, haben sich all die Bohlen-Versteigerer selbst das Gesch?ft kaputt gemacht. Die ersten B?cher, die schon am Wochenende f?r sagenhaft utopische 80-150 Euro gehandelt wurden, l?sten eine Kaufpanik von Nachahmern aus. Da ist es nicht verwunderlich, wenn aus dem Preisniveau von vielleicht 200 B?chern ein ganz anderes wird, wenn es auf einmal 32000 sind. Nunja, dumm gelaufen. Kai war so nett, mir meine Auktion abzufangen, soda? ich das Buch nicht mit Verlust verkaufen brauchte. Aber sehr ?rgerlich! Gerne h?tte ich ein wenig von Bohlens Kuchen gegessen, zumal ich das Buch auch noch ausgerechnet am Samstag Morgen in der Buchhandlung verschm?ht hatte…
Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, am Samstag zeitig zu Bett zu gehen, wollte ich doch erstmals f?r ein Formel1-Rennen den Wecker stellen. Allerdings hinderte mich meine Photoseite (die ?brigens relativ kurz vor Neuer?ffnung steht) an diesem guten Vorsatz. So waren die Augen recht klein am Sonntag Morgen um 7 Uhr. Zu allem ?berflu? schlief ich auch noch w?hrend des Rennens 2mal ein, soda? mir die Schumis beste Schoten entgingen, und ich mich auf einmal wunderte, warum er schon wieder dem Feld hinterher f?hrt. Naja egal, er hat es ja mal wieder geschafft: zum sechsten Male Weltmeister! Weltmeisterlich fand ich dann auch meine Konsequenz, mich nach der Siegerehrung aus der Falle zu sch?len und im Schlo?park Seehof joggen zu gehen!

Schbass im Hesseland

spion.jpgWie ist es eigentlich f?r berufst?tige Ehepaare, auf der Heimfahrt aus dem verl?ngerten Wochenende Sonntag Abend mit zwei qu?ngelnden Kindern und mit leerem Magen und voller Blase um halb neun auf der A3 in einem 30 km langen Stau zu stehen? -W?rde mich mal sehr interessieren, denn dieses Szenario spielte sich auf der Gegenspur heute auf meiner Heimfahrt ab.
Hier neben auf dem Bild, das ist ?brigens Thomas in dem T?rspion seiner Wohnungst?r. Zugegebenerma?en hatte der Photograph (in dem Fall ich) und das Motiv (also unser Thomas) zu deutlich fortgeschrittener Stunde schon ordentlich die Lampe an, aber selbstverst?ndlich nicht ohne Grund: Kai hatte schlie?lich die Massen geladen, die 26ste Wiederholung seines Geburtstages feierlich zu begehen. Da? dieses Fest gerockt hat, brauche ich sicherlich nicht gesondert auszuf?hren – es gibt eben noch Standards, auf die man sich verlassen kann! Auch wenn wir nat?rlich keinen Alkohol zum Lustigsein brauchen, war ich doch sehr froh, da? sich Alice entschlossen hatte, den Abend antialkoholisch zu begehen und uns dann nach Hause zu kutschieren. Ein wirklich rauschendes Fest, das seine Fortsetzung in einer Sentiment-Trink-Runde von Thomas, Kai und mir finden wird, in der wir gen??lich ein von JBO viel besungenes Kitzmann-Bier trinken werden…
Anke hat mir noch einen Link geschickt, mit dem ich mich hier in Franken sicher viel schneller und besser einleben werde: ein online-W?rterbuch mit den wichtigsten Begriffen auf Fr?nkisch!

Das erste Wochenende in Bamberg ? oder: ?Bier von hier, das tanken wir Franken?

Mir geht es eigentlich gut hier, seit ich diesen neuartigen Entzug mache. Hin und wieder sp?re ich zwar dieses nagende Verlangen, ins Internet gehen zu m?ssen und mich mit der Welt zu verdrahten, aber das legt sich nun immer schneller. — Schmarrrn! Eigentlich ist es erstaunlich, wie viel Zeit man am Tag hat, wenn man kein Internet hat. Das denkt sich mein Rechner bestimmt auch, der nun zum ersten Mal seit zweieinhalb Jahren nicht mindestens 14 Stunden am Tag wie ein Datenstaubsauger am Internet h?ngt. Dennoch hoffe ich trotz aller Vernunft, da? ich ab morgen wieder Internet haben werde, denn AOL zu installieren habe ich mir dann doch verkniffen ? ich finde einfach, da? es noch zu fr?h ist, den Rechner wieder neu zu installieren…
Am Freitag war ich mit Anke, meiner Tandem-Fr?nkin, was in der City trinken. Bevor nun wieder alle fragen, was denn ?Tandem? hei?t: Denken wir uns einfach alle stattdessen das Wort ?Buddy?, ok? In Bamberg pulsiert das Nachtleben wohl etwas weniger als in Maastricht, und vor allem auch komplett anders, weshalb ich eine gute Portion Angewohnheiten ablegen mu?. Hier ist man keineswegs allein in einer Bar oder Kneipe, wenn man um halb neun da ist. Im Gegenteil, die H?tte ist schon einigerma?en gut gef?llt. Wer ?wie in Maastricht- erst um 11 kommt, guckt sitzplatztechnisch in die R?hre. Wer zudem die Holland-typischen Kneipen sucht, der sucht vergebens. Zum Gl?ck! Waren mir doch diese Feesten-Zuipen-Gezellig!-Kneipen mit Mallorca- und Faschingsmusik das ganze Jahr und pseudo-dauer-gutgelaunten Verbindungs-Proll-Idioten schon immer zuwider.
Gro?es Tennis sind allerdings die Gef??e, in denen das Bier serviert wird. 99% kommen in 0,5 l und der Schaum bleibt auch drauf! Bamberg ist ja bekannt f?r seine Biere, die auch in den lokalen Kneipen hoch im Kurs stehen. Als absolute Spezialit?t gilt das Rauchbier, vor dem mich allerdings Anke warnte, ich solle das besser mal trinken, wenn ich sonst nichts weiter vorh?tte an dem Abend… Ich bin mir noch nicht ganz sicher, wie sie das genau meint, aber ich werde an ihre Worte denken, wenn ich mir so ein Teil bestelle ? sie sagt, es schmeckt nach ger?uchertem Schinken. Bisher kann ich nur mit einer ersten Schwarzbier-Erfahrung aufwarten: Es kam im sogenannten Seidla (glasierter Tonhumpen) und zischte wie Appelsaft. Leider mu?te ich noch fahren, soda? ich danach auf Kaltgetr?nke aus dem Programm eines amerikanischen Getr?nkeherstellers umsteigen mu?te.
Ja, ein Fahrrad mu? dringend her, denn Bamberg ist noch auto-feindlicher als Maastricht, und der ?PNV taugt wohl auch nichts. Also steht das f?r n?chste Woche auf der to-do Liste.
Mittlerweile sind einige mehr Studis hier im Dorm eingetrudelt, haupts?chlich Deutsche aus der Umgebung, aber auch einige M?nchner, Schwaben, Rheinl?nder. Frankreich stellt wohl die Mehrheit der Erasmusser, zumindest dr?ngt sich der Eindruck auf, wenn ich die Kennzeichen auf dem Parkplatz als Kriterium daf?r zulasse. Aber wie ?berall gibt es auch hier einen Erasmus-Stammtisch, zu dem ich mich das n?chste Mal dazugesellen werde. Denn so stark mich der teutonisch-batavische Kulturschock auch trifft, m?chte ich es nicht missen, ab und an mal internationale Gesichter zu sehen und ein paar Takte Englisch zu sprechen.

Tag 2 in Bamberg ? oder: Der Franke an sich…

Da bin ich nun, im Ausland! Im Ede-Land, CSUhausen, Freistaat Bayern… Man h?te sich allerdings unter Androhung roher, k?rperlicher Gewalt oder maximaler Nichtbeachtung davor, einen Franken geographisch wie politisch Bayern zuzuordnen! Ein Franke bleibt ein Franke, egal ob sein L?ndchen nun in Bayern, Hessen, Th?ringen oder B?hmen, also Tschechien liegen w?rde.
Obwohl dies ein wunder Punkt in der Geschichte der Franken zu sein scheint, sind die Spuren der letzten Landtagswahl noch nirgends zu ?bersehen. Bamberg, so wie der ganze Rest von Bayern w?hlt seit jeher grottenschwarz. Wer SPD-Wahlplakate beschmiert oder klaut bekommt die Ehrenb?rgerschaft, wer dagegen der CSU an den Karren f?hrt wird ?ffentlich an den Pranger gebracht und solange maltretiert, bis er freiwillig konvertiert oder den L?ffel abgibt. Angesichts der d?nnen Fangemeinde anderer politischer Str?mungen ist allerdings M?rtyrertum von vorne herein ausgeschlossen. Fast das gleiche gilt hinsichtlich des Glaubens, soda? man sich fast an die Hugenotten erinnert f?hlen m?chte. Es soll schon Protestanten gegeben haben, die auf Grund ihres Glaubens benachteiligt wurden! Das schl?gt sich beispielsweise auch am Standort meines Wohnheims nieder, das zwar idyllisch, aber doch recht weit drau?en liegt ? und ich glaube nicht daran, da? hier blo? der evangelische Tr?gerverein einen besonders guten Preis f?r das Grundst?ck gemacht bekam!
Erste Kontakte mit Einheimischen verliefen durchweg friedlich, wenn auch mit dem n?tigen, gegenseitigen Respekt vor dem Feinde. Eine Sprachbarriere ist nicht feststellbar, wenngleich so die ein oder andere Vokabel zum ersten Mal meinen Geh?rgang passiert. Ich wehre mich hartn?ckig gegen den Niederschlag, den 1000 Mal am Tag das F?llwort ?freilich? in meinem Gebrauchswortschatz hinterl??t. Gleiches gilt f?r ?a w?ng? (=ein wenig), ?magst …?? (=hast du Lust auf…?), ?kannst …?? (=mach das jetzt sofort!), ?scho? (=schon), ?glei? (=gleich), ?w?nsch ihna noch ein schenen Dag? (der Hesse kennt diesen Ausspruch gar nicht von Servicepersonal)…. Darum habe ich auch anstelle von Bayern 3 lieber Hessen 3 als drittes Programm eingestellt. Nicht, da? mir noch mein Hessebub verloren geht!
An echten ausl?ndischen Mitstudenten habe ich noch nicht viel gesehen, unten auf dem Parkplatz stehen einige britische und franz?sische Wagen, und heute morgen im Auslandsamt probierten Italienerinnen und Spanier ihre Deutschk?nste an mir aus.
Daf?r war ich dann aber exzessiv Sightseeing. Der Weg in die Stadt dauert per pedes 35 min – wenn man nicht bummelt. Bei traumhaften Wetter hab ich mir gleich die volle Packung Kultur gegeben, soda? ich nun bereits am zweiten Tag sagen kann, da? Bamberg wirklich ein pitoreskes St?dtchen ist, das echt viel f?r?s Auge zu bieten hat. F?r?s Auge so auch f?r die Linse ? wenn ich irgendwann mal ins Netz komme, lade ich nat?rlich Bilder hoch.
Ich merke, da? ich Gefahr laufe, ein Imageproblem zu bekommen. Jedem mu? ich erkl?ren, wieso ich Ausstauschstudent bin, warum ich (selbst als Hesse) so gut Deutsch spreche, und wieso ich denn ?berhaupt in Bamberg studieren kann. Nach der Antwort entgegneten mir bisher alle eine gedehntes ?Ahhh?. Die Chefin im Auslandsamt erkl?rte mir, da? sie sich immernoch wundert, denn ich s?he ja gar nicht so aus wie die Studenten, die sie normalerweise hat. Was bitte soll das denn hei?en? ?In Finnland oder Schweden w?re ich wahrscheinlich auch als einheimischer Student durchgegangen entgegnet sie lachend. Herr Beckstein w?rde sich freuen, jemanden mit einem anscheinend recht arischem Profil in seinem Freistaat zu begr??en, aber alle Franken wundern sich nur den ganzen Tag. Vielleicht lege ich mir einen niederl?ndischen Akzent zu, dann wundert sich wenigstens keiner mehr anhand der Eckdaten: blond, Heimatuni Maastricht, spricht einigerma?en gut Deutsch…
Projekte f?r das Wochenende:
1. Schlafen
2. Umgebung und Freizeitpotential ausloten
3. eventuell AOL-Software installieren, um das hier endlich mal hochladen zu k?nnen! (nein, ich bin nicht wahnsinnig, aber der EDVler ist am Wochenende nicht da, und alle 019x-Nummern f?r CbC-Einwahl sind noch gesperrt ? au?er T-Online und AOL!)

Tag 1 in Bamberg ? oder: ?G?schirr is freilich keins drinna!?

door.jpgNachdem ich geduldig die fast drei Stunden auf der Autobahn in meinem f?r dieses Fahrwerk hoffnungslos ?berladenen Audi ertragen hatte, erreichte ich nach ca 290km durch (meist) reizvolle Landschaft und perfektem sp?tsommerlichen bzw fr?hherbstlichen Wetter Bamberg, das F?rstenbistum an der Regnitz.
Obwohl mein ?zweckm??ig? eingerichtetes Appartment im dritten Stock liegt, war der komplette Einzug innerhalb von zwei Stunden erledigt. Neben einer ?Singlek?che? mit zwei Kochplatten, null Arbeitsplatte und drei-Sterne-K?hlschrank verf?gt die nett geschnittene Behausung ?ber ein separates Bad mit funktionierender, warmer Dusche, sowie ein bequemes 80-cm-nein-ich-brauch-nichts-gr??eres-wenn-mal-meine-Freundin-zu-Besuch-ist Bett :(, einen Schreibtisch, Regal, Kleiderschrank, und einem Blick ins Gr?ne ohne Aufpreis. Das hatte ich auch schon gehofft, als ich in die Stra?e einbog, genie?en doch die Bewohner des A-Fl?gels die Aussicht auf den Fuhrpark eines Mercedes-Benz Mega Dealers. Danke, dreieinhalb Jahre Mercedes reichen!
Nat?rlich wohne ich diemal nicht ?ber einem Aldi wie in Maastricht ? das w?re ja auch zu sch?n gewesen. Aber immerhin findet das Einkaufen von A wie Aldi ?ber P wie Porsche bis Z wie Zoohandlung in der unmittelbaren Umgebung statt. Zur Uni sind es auch nur 10 Minuten zu Fu?, zur Innenstadt aber daf?r bestimmt einiges mehr.
Bamberg ist ja bekannt f?r seine Biere, und genau deswegen habe ich mir eben erstmal einen Sechser Beck?s Gold besorgt ? aus purer Verzweiflung, welches dieser gut und gerne 40 Sorten mir v?llig unbekanntem Bieres, das die Getr?nkehandlung meterhoch aufgestapelt hat, ich jetzt nun am besten trinken soll. Ich glaube, sowas nennt man ?obstacles in the orientation phase? oder schlichtweg ?re-patriation problems?. ?In Holland war das einfacher: Da gibt es landesweit das selbe schlechte Bier…
Projekte f?r morgen:
1. Termin im Akademischen Auslandsamt; als Exil-Student anmelden lassen
2. ISDN-Verbindungskabel besorgen, Anschlu? freischalten lassen und endlich online sein
3. Sightseeing und soviel wie m?glich photographieren, weil das Wetter dieses Jahr nicht mehr besser werden kann!

Saurus bedankt YOU!

Es ist kein Geheimnis, da? f?r den Fall, da? Dummheit weh t?te, manche Leute sich den ganzen Tag nur so vor Schmerzen kr?mmen w?rden. Interessant zu beobachten ist hingegen der gemeine Holl?nder, eine im Allgemeinen scheinbar absolut schmerzfreie Gattung, die gerne im Rudel auftritt, um gemeinsam der Dummheit zu fr?hnen.

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hot town, summer in the city

it is simply amazing: the weather-gods continue to brighten up our boring lives with fantastic weather with non-stop sunshine and temperatures never had for the past 17 years. yesterday, my parents came back from germany’s 17th federal state, mallorca. and that means, that i could exit slavery of a thirsty garden and naughty dachshund today. actually, i had quite some plans for the 2 weeks at home, but as a matter of fact, i did not do anything at all besides my duties at home and some relaxing moments around mine or ren?’s bbq or a quiet biergarten-session. now, i begin to wish for a day of rain, just one day, to cool down the earth, clean the air from ozone and dust, and offer us a few hours to really breath through and catch some good sleep after 10 days of just rolling around in the bed all night long. however, i read somewhere in a paper, that these temperatures cause an interesting effect: germany behaves much more mediterranean! i strongly hope for some summer-activists to come and spread the word: no stress! — meanwhile, i have received mail from bamberg, including a confirmation for my room. i know nothing execept for the date i will be handed over the key, which happens to be 1st of september already. well, the room in maastricht, full of my belongings and has not been touched yet at all, because i hoped that alice would move in for the semester to write her thesis but won’t now since she found herself an internship at t-com – given all this, i must say i am surprisingly relaxed sitting here at my parent’s place. so, next week i am going back to maastricht to fill the boxes i will take to my parents’ place and try to find some nice guy or gal (reliable, not a member of the “spassgesellschaft”) willing to move into my room for sublet. usually, it shouldn’t be any problem at all to find someone at this point in time, but honestly, i would rather like to have someone i know in there with my furniture and stuff. but we will see. contact me if you have someone in mind or are interested yourself. — soon, i will be going to the ulmtalsperre together with thomas and catch some sun and take a dip in the (hopefully) cool water. smell you later!

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