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	<title>Traumdieb.com &#187; Sölden</title>
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	<description>Anachronistisch &#38; impulsiv schreibt hier der Traumdieb</description>
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		<title>Liebling Kreuzband</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Mar 2007 20:20:43 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Der beste Tag bisher: &#220;ber Nacht hat es 20-40cm Neuschnee gegeben, Powder auf fast allen Pisten, der Himmel rei&#223;t noch w&#228;hrend des Fr&#252;hst&#252;cks auf und die Sonne k&#252;sst das frisch eingepuderte S&#246;lden. Zum ersten Mal seit wir hier sind, hat es Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, auf 3000m messen die Sensoren -12 Grad bei 50km/h Wind. [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der beste Tag bisher: &#220;ber Nacht hat es 20-40cm Neuschnee gegeben, Powder auf fast allen Pisten, der Himmel rei&#223;t noch w&#228;hrend des Fr&#252;hst&#252;cks auf und die Sonne k&#252;sst das frisch eingepuderte S&#246;lden. Zum ersten Mal seit wir hier sind, hat es <strong>Temperaturen unter dem Gefrierpunkt</strong>, auf 3000m messen die Sensoren -12 Grad bei 50km/h Wind. Das d&#252;rften gef&#252;hlte -20 sein, und was das ohne entsprechende Schutzma&#223;nahmen bedeuten kann, das habe ich die Tage schon an meinen Ohren getestet: Nach wei&#223; kommt irgendwann wohl schwarz, wenn man keine netten Mitmenschen um sich hat, die einen auf die drohende Erfrierung hinweisen. Nun denn, auf auf den Hang hinauf!<br />
Oben dann ein Traumtag, Sonne, blauer Himmel, Powder. Schnelles Mittagessen, keine Zeit verlieren, bevor es sich das Wetter anders &#252;berlegt. Schlie&#223;lich wollen wir es f&#252;r so einen Traumtag gut sein lassen, wedeln &#252;ber eine von S&#246;ldens zahlreichen komplett zerfurchten Pisten gen Talabfahrt. Schwer ist es, bei derart desolaten Pisten den Parallelschwung zu pflegen, nach einigen Metern hei&#223;t das Motto tageszeitentsprechend nur noch &#8222;runterkommen&#8220;. Fluchend geht es talw&#228;rts, die Ski brechen immerwieder aus der idealtypischen Formation aus, die Knie schlucken pl&#246;tzlich auftauchende Buckel wie Sto&#223;d&#228;mpfer. Dann ein Steilst&#252;ck, ich qu&#228;le mich &#252;ber die ersten Meter, dann eine Eisplatte, keine kleine. Die Kanten schneiden das Eis, suchen Halt, den sie an dieser Stelle nicht bekommen k&#246;nnen, zu steil ist es. Dann das Gewicht minimal falsch verlagerrt, der Bergski ist schneller als der Talski, rutscht auf ihn, blockiert ihn, verkeilt ihn, ich falle aus dem letzen Schwung nach hinten, aber die Ski stehen fest auf der Piste, sodass ich den vollen Drehmoment auf mein rechtes Knie aus&#252;be. Noch im Fallen schreie ich aus Reflex so, dass <strong>selbst die letzte Gams es mitbekommen musste</strong>, die Schmerzen erreichen das Gehirn direkt und ohne Umwege. Ich versuche nur noch, irgendwie zum Liegen zu kommen und meine Ski zu sortieren, aber es ist vergeblich, das Knie sendet nur noch Schmerz und nimmt keinen Befehl mehr an. Jan ist als erster da, macht mir die Bindung auf. Warum ist das Schei&#223;teil heute nicht aufgegangen? Nachdem die Beine wieder nebeneinander liegen, die Fu&#223;spitzen beide nach oben zeigen, ist f&#252;r einen kleinen Moment wieder alles in Ordnung. Wird schon wieder gehen. Ich schnall die Ski wieder an, h&#246;llische Schmerzen im Knie, egal, ich bin in den letzten 23 Jahren noch jeden Berg in jeder Situation runtergekommen. Keine Zeit f&#252;r Memmen! Genau 2 Schw&#252;nge bekomme ich hin, beim Dritten wird mir wieder schwarz vor Augen, der Schmerz l&#228;sst mein Knie einknicken wie eine aufgeweichte Grissini. Mein Zimmernachbar im Krankenhaus wird dies sp&#228;ter mit &#8222;so you were playing Superman, huh?&#8220; kommentieren. 10 min sp&#228;ter klammere ich mich auf einem Skidoo fest, der Macker heizt wie bl&#246;de zur Gondelstation, und alles, was ich denken kann ist, dass mich die zwei Kilo Skischuh bei jedem Buckel und jeder Bodenwelle, die der Skidoo unsanft an seine Fahrer weitergibt, noch das Bein kosten werden, so sehr habe ich M&#252;he, <strong>die rechte untere Extremit&#228;t</strong> auf der Fu&#223;raste zu halten. Ab da geht alles routiniert: Auf der Liege bekomme ich eine Sonderfahrt in der Gondel, vorbei an 1000 wartenden Skifahrern, unten wartet bereits die Rettung. Das zumindest sagt mir Johann, der nette Mann von der Bergrettung, dessen <strong>Lesebrille zwar ihren Namen nicht verdient</strong> hat, der sich aber alle M&#252;he gibt, mir Mut zu machen. Im Bagatellisieren ist er aber kein Held, denn: &#8222;Die meisten, die so g&#8217;fallen sin wie du, siehgst zwoa Doag speda scho wieder mit&#8217;n Kr&#252;ckchen drunten im Ort.&#8220; Danke Johann, DAS war die Info, die mir noch fehlte! Es folgt R&#246;ntgen und eine MRT in einer schnieken, brandneuen Privatklinik. Keine Sorge, zahlt alles die Auslandskranken Plus. Und so lasse ich mich rundrum durchchecken. Die MRT ist der H&#246;hepunkt des Abends: Die nette Schwester bietet mir zwar Kopfh&#246;rer mit Musik an, weil das Teil &#8222;scho arg laut is&#8220;, doch Bono und U2 schaffen es nicht wirklich, das technische Meisterwerk von Siemens Medical zu &#252;berlagern. Warum nur hei&#223;t diese R&#246;hre &#8222;Harmony&#8220;? W&#228;hrend der zwanzig Minuten, in der ich in diesem Teil liege und mein wummerndes Knie nicht bewegen darf, stampft ein wundervoll gleichm&#228;&#223;iger Rhythmus unter mir, w&#228;hrend dieses Teil die unterschiedlichsten Fehlger&#228;usche von sich gibt. Fr&#252;her nannten wir sowas Noise und h&#246;rten das in der Disco. Auch diese 20min gingen rum, ich danke der Schwester f&#252;r U2 auf den Ohren &#8211; h&#228;tte ja auch schlimmer kommen k&#246;nnen. Der Befund hingegen konnte dann kaum schlimmer ausfallen: <a href="http://photos.traumdieb.com/index.php?showimage=24" target="_blank">vorderes Kreuzband gerissen, inneres Seitenband abgerissen, Miniskus durch Quetschung verletzt</a>.<br />
Am n&#228;chsten Tag wird gleich operiert, ich finde mich im Imster Outlet dieser Superklinik p&#252;nktlich ein. Alles geht ruckzuck, routiniert m&#246;chte man denken: Hemdchen an, <strong>Trombose-Stockings</strong>, Laberlaber mit der An&#228;sthesistin, die Wahl f&#228;llt auf Vollnarkose. &#8222;So, jetzt wird Ihnen etwas schwindelig&#8220;&#8230; 21&#8230; 22&#8230; 23&#8230; &#8222;N?&#8230;. naja, vielleicht doch&#8230;.. sie verlieren mich gleich&#8220; und ich bin weg. Als ich aufwache, ist alles vorbei, 24 gef&#252;hlte Kilo Verband dekorieren mein Knie. Der Full-Service Approach des Hauses schlie&#223;t eine post-narkotische Fl&#228;dle-Suppe und Skiwasser galore ein. Noch nie hat eine Suppe so gut geschmeckt! Sie packen mich auf ein Zimmer, reichen mir Mineralwasser, die Fernbedienung, eine Speisekarte und einen Laptop mit WLAN. Privatpatient sein, was kann es sch&#246;neres geben? [To-Do f&#252;r daheim: Endlich Einkommensgrenze f&#252;r Privatversicherung &#252;berschreiten!] Ich entscheide mich f&#252;r einen Steak-Sandwich nach Schluchti-Art, also mit Pfifferlingen, Speck und Zwiebeln. Eigentlich hege ich keine allzu hohen Erwartungen, dass das Essen gut sein k&#246;nnte, und wenn es tausendmal vom Restaurant von gegen&#252;ber und nicht aus einer ollen Kantine kommt. Aber ich liege mal wieder falsch: Zartestes Beef, perfekt medium, und rubbeldiekatz ist der ganze Teller verschwunden. &#220;ber Nacht fressen mich die aufkommende Schmerzen, rei&#223;en mich aus dem Schlaf. Und das soll je wieder gut werden? Auch wenn die Behandlung extrem deluxe ist, wird das noch ein geh&#246;riges St&#252;ck Arbeit werden, soviel ist sicher.<br />
Die Nachtschwester hatte zwar mein Schmerzmittel f&#252;r die Nacht vergessen, mich aber voher noch &#252;ber den Umfang des Fr&#252;hst&#252;cks aufzukl&#228;ren. Von allem etwas, ein bunter Strau&#223; voller guter Laune <strong>f&#252;r einen guten Start in den ersten postoperativen Tag.</strong><br />
Wie ich sp&#228;ter erfahre, kostet die OP schlappe 6500 Euretten, dazu Untersuchungen, Bilder, MRT &#8211; und nicht das deluxe Essen samt edler Unterkunft und Topservice zu vergessen. Und das alles f&#252;r 8 Euro Jahresgeb&#252;hr&#8230;</p>
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		<title>Ab in den S?den</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Mar 2007 19:11:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Martin]]></dc:creator>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Halb 6 auf der Autobahn, gewohntes Bild auf der A61: Ein gelbes Nummernschild nach dem anderen. Alle wollen Sie dahin, wo wir bis eben auch noch hinwollten. Resentiments beiseite, ist ja Urlaub, <strong>Holl?nder sind eben auch nur Menschen</strong>. Zwar solche, die mit ihren Fahrzeugen, meist v?llig ?berladen und bis an den Rand des Zumutbaren nicht mit Winterausr?stung ausgestattet, aber gut. Doch irgendwann is genug, is einfach mal Schlu? mit der ewigen V?lkerverst?ndigung, dem gelebten Europa ohne Grenzen, denn meine Br?der aus der Nachbarschaft beginnen mir bereits nach km 7 mit ihrem Fahrstil geh?rig auf den Zeiger zu gehen. Xenon im R?ckspiegel, ich mache dem Tiefflieger mit Bonner Kennzeichen schnell mal Platz, aber ein holl?ndischer Familienpappa hat wohl den Ernst der Lage nicht sofort begriffen und setzt zum ?berholen eines Landsmannes an. Der Nachthimmel wird kurz glockenell erleuchtet, zweimal kurz hintereinander blitzt das Xenon-Fernlicht des BMW auf, der linke Blinker wird gesetzt und der Lenker des Familenkombis hat noch eben gef?hlte 2ms Zeit, seine Sippe in Sicherheit zu bringen. Also gut, der Krieg ist er?ffnet, ich setze mich wieder auf die linke Spur und schiebe alles mit gelbem Nummernschild von der Bahn, was mir vor den nicht vorhandenen Bullf?nger kriecht. <strong>Deutschland &#8211; Holland, und zwar in der dritten Halbzeit wird hier nachgespielt.</strong><br />
Zur Blauen Stunde lasse ich das Hunsr?ck hinter mir, im Radio spielt SWR3 just dazu Summer Wine. G?nsehaut und kein Zweifel, on the Road again. Fast allein auf der Autobahn, die holl?ndische Prozession habe ich schon vor km hinter mir gelassen.<br />
Stunden sp?ter und reichlich Nerven ?rmer, f?hren in der N?he von F?ssen auf einmal fast alle Wege zu den &#8222;K?nigsschl?ssern&#8220;, den Lust- und Romantikbuden von K?nig Ludwig von Bayern. Neuschwanstein, pl?tzlich steht es vor mir, nat?rlich im vollen Gegenlicht, soda? kein Foto m?glich ist. Man braucht dann nur den ganzen Japanern zu folgen. Oder noch besser denjenigen, die offenbar noch nicht mitbekommen haben, da? ein &#8222;P1&#8243; am Ortsrand immer den am weitesten zur Sehensw?rdigkeit entfernten Parkplatz bezeichnet, worauf in aller Regel noch P2 bis P5 folgen. In Hohenschwangau trifft man sie dann alle wieder. Japanische Japaner mit japanischen Kameras fotografieren wie die Weltmeister jeden Stein, bannen so die gesamte Bayerische Kitscharchitektur auf <strike>Film</strike> Chip. Wenn das Fotografieren Geb?ude abnutzen k?nnte, st?nde da kein Stein mehr auf dem anderen. Ich hab darum auf meinen tourischtischen Obulus verzichtet und nur <a href="http://photos.traumdieb.com/index.php?showimage=23" target="_blank">Schlo? Hochenschwangau</a> abgelichtet, es sah einfach sch?ner aus als das Postkartenmotiv auf der anderen Seite des Berges.<br />
Ein paar Kilometer weiter hat das Elend wieder sein bekanntes Gesicht. Im Stau sind alle gleich. Erstmal, zumindest. Wer sich da abheben will, der kann sich 1,50m neben der Stra?e <strong>ins kn?chelhohe Geb?sch schlagen</strong> und den hellen Holzzaun nach Herzenslust kreativ bepinkeln. Sieht ja schlie?lich keiner. Kennzeichencheck? -Klar, gelb-schwarz.<br />
Pa?stra?en fahren ist nicht einfach, und in L?ndern, wo es keine Erhebungen ?ber 120m gibt, mu? man es auch nicht gewohnt sein, die Bremse gegen die <strong>Hangabtriebskraft</strong> einsetzen zu k?nnen. F?hrt man allerdings gern nach ?sterreich zum Skifahren, kann  es Sinn machen, sich die einfachen Regeln des Fahrens im Gebirge zu eigen zu machen. Wir erinnern uns: M?glichst gleichm??ig ohne viel zu schalten bergauf, dann im selben Gang die Bremskraft des Motors ausnutzend wieder hinunter. Schont den Motor, die Bremsen, und die Nerven all derer, die kein schwarz-gelbes Nummernschild haben. Doch da wird bergauf geschoben und gedr?ngelt, zum ?berholen angesetzt, um dann festzustellen, da? die PS-Leistung nur in L?ndern, die unter dem Meeresspiegel liegen, reicht. Bergab wird dann das ganze Grauen deutlich: <strong>Da wird dank des Kennzeichens der Polo pl?tzlich zum 40-Tonner</strong>, besonders dann, wenn es mit Serpentinen nach unten geht. Immer sch?n weit ausholen, damit die ungebremste -im Winter nicht vorhandene- Anh?ngelast auch noch mit rumkommt. Schei? auf den Gegenverkehr, hier bin ich Mensch, hier will ich sein! ?brigens das Grundmotiv der Batavier, wie bereits an zahlreichen anderen Stellen dieses Blogs zu lesen&#8230;<br />
Ich seh sie schon vor mir, auf der Piste: <strong>Voll mit Heineken und J?germeister</strong> (?brigens das einzige wirklich akzeptierte ur-deutsche Getr?nk jenseits der Maas) stochern sie sich gewohnt charmant und zur?ckhaltend talw?rts, sitzen nicht mitten auf der Piste und warten auf die anderen, stehen nicht dumm am Lift im Weg und treten einem nicht auf die Ski. Erfrischend, auch mal andere Holl?nder in der Gondel zu belauschen, die sich zwar philosophisch einer ganz zentralen Frage des Landes n?hern, aber schlie?lich ist ja der Weg das Ziel. Sie befinden, da? Holland ja an sich sch?n ist, es aber noch sch?ner w?re, wenn man Gebirge und -gaaanz wichtig- Gletscher h?tte. Aber nicht zu viele, wegen weil kein Platz. Ja nee Jongens, is klar: <strong>Vorm Haus den Strand und im Garten die Berge.</strong></p>
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