Sunny

So als diplomierender hat man den Luxus, seine Artikel auch im Freien lesen zu k?nnen. Mit einem Stapel Papier, dem obligatorischen Collegeblock und dem vielleicht noch obligatorischeren Textmarker (richtig, nur eine Farbe) habe ich mich also gestern f?r zweieinhalb Stunden zur besten Tageszeit auf unseren (den sauberen) Teil der Terrasse gesetzt und gelesen. Wohlwei?lich hatte ich Gesicht und Arme mit 15er Sonnenschutz versehen. Am Abend allerdings dachte ich echt, ich verlier den Glauben: Sonnenbrand an den Beinen, aber wie! Sensationell im Arsch ist dieser Planet, wenn man bei Milchglashimmel im Mai nach 2.5 Stunden mehr oder weniger indirekter Bestrahlung Sonnenbrand bekommt. Und was isses schon warm drau?en! Ich geh?rte ja letztes Jahr definitiv zu denen, die wegen nicht vorhandener Klimaanlage im Fahrzeug froh ?ber jede Wolke und jeden Regentropfen, ja sogar jeden bedeckten Tag waren. Auch wenn ich gerne grille und noch gerner drau?en bis drei Uhr morgens Wein trinke, was hat man letztes Jahr den Herbst herbei gesehnt! „Jetzt ist’s mal wieder richtig Sommer“ vermochte sogar Rudi Carrell zu attestieren. -Und dieses Jahr? Sonnenbrand im Mai, Hautkrebs im Juli, Exodus im August? Warten wir es ab, aber ich wage zu prognostizieren, da? ich meine Diplomarbeit in der klimatisierten Bib schreiben werden mu? oder aber bei uns unten im Keller mir ein Eckchen einrichte. Aber ich will nicht unken, schlie?lich hebt das Wetter enorm die Laune, die Hypophyse hat auch mal wieder was zu tun, und ich ?berlege, wann ich das erste Mal grillen soll. Eines steht aber fest, und das ist, da? ich diesen Sommer keine Minute in einem Auto ohne Klima zubringen mu?, wenn der Asphalt auf unseren Autobahnen wieder Blasen wirft und der ADAC tankwagenweise Trinkwasser in die Staus f?hrt. Hat also doch was f?r sich, da? ich meinen Audi nicht mehr hab. Es kann also nur besser werden.
Besser ist auch mein Allgemeinbefinden nach meinem letzten Besuch in meinem Notenprofil: Die Herren und Damen haben sich doch tats?chlich durchgerungen, mir alle Punkte aus Bamberg anzurechnen! Man h?re und staune, aber es scheint in der Tat so zu sein, da? ich endlich endlich endlich scheinfrei bin. Das la? ich mir nat?rlich dieser Tage noch schriftlich geben, man lernt ja dazu, aber dann knallen hier erstmal die Korken. Dann trennt mich nur noch die Thesis von der Wirklichkeit.
Speaking of Diplomarbeit mu? ich sagen, da? der Knoten noch immer nicht geplatzt ist, was mir Sorgen macht. Ich sollte langsam mal einen Proposal einreichen, damit mir diese verschissene B?rokratie an unserer Uni nicht erst nach dem Sommer einen Platz bei einem Supervisor bieten kann. Die Tage kam ne Spammail rein, ich solle mir doch meinen Titel einfach kaufen. Nicht ganz unrealistisch der Gedanke bei gewissen Startschwierigkeiten, aber unter meinem Niveau, keine Frage, wenngleich h?chst interessant, auf was ich mich freuen kann, wenn es dann mal soweit ist:

Do you want a prosperous future, increased earning power
more money and the respect of all?
-Get a Bachelors, Masters, MBA, and Doctorate (PhD) diploma!
Receive the benefits and admiration that comes with a diploma!

Na dann mal ran an‘ Speck!

Per Pedes

Seltsames Gef?hl. So incomplete. Mit halbverschlafenen Augen und dem Hirn noch auf Standby aus dem Fenster sehen und erstmal denken „schei?e, mein Auto ist geklaut!“ Sehr, sehr seltsam.
Ja, der Typ hat den Wagen tats?chlich gekauft. Alles smooth: Probefahrt, Palaver, verkrampft Nachteile und Sch?den aufz?hlen, Vorteile vorgehalten bekommen, dann Tacheles in Sachene Kohle, nat?rlich Federnlassen meinerseits, schlie?lich war er der weit und breit Einzige, der sich f?r den Ingolst?dter interessiert hat. Also weg damit, schnell Handschlag drauf, bevor er es sich anders ?berlegt – und dann Augen zu und durch. Nicht mehr hinsehen, wie er vom Hof f?hrt, gar nicht dran denken, was f?r ein Oberschmock da gerade dein Auto lenkt. Den Wagen, der dir in mehr als 3 Jahren ans Herz gewachsen ist, ungeachtet der vielen Momente, wo du ihm die Schrottpresse angedroht hast f?r den X-ten Defekt. Klar, ‚ist doch nur ein Auto!‘, sagt Ihr Frauen dann. ‚Wie kann man nur!‘ -Ok, ist ja eigentlich auch wahr und richtig. Nostalgisch-schwelgend denke ich aber zur?ck an all das, was sich in diesen 50000 km alles abgespielt hat, wo ich schon ?berall mit dem Wagen war, und was man da alles so erlebt hat. Immerwieder f?r eine Anekdote gut, diese ?berlegungen.
Und jetzt? Jetzt ist G?nther der Nasenb?r arbeitslos, und liegt mitsamt dem Radio, der Endstufe, dem handbemalten Momo-Lenkrad und meinen Stra?enkarten in einem Karton und wartet auf seinen n?chsten Einsatz. Doch der steht noch in den Sternen: Budget-Unklarheit unterliegt hier eher dem Problem des Angebots. Raucher oder Nichtraucher lautet die Frage, denn wer will bei den Spritpreisen ?berhaupt noch Benziner fahren?! Und was f?r einer soll es werden? -Wenn ich das mal w??te.
Und bis dahin erlebe ich ganz neu, wie es ist, keinen fahrbaren Untersatz zu haben. Ein ganz neues Lebensgef?hl…

For Sale

Wolle Audo kaufe?

Hier oder hier

Jawoll, wir waren Helden!

Sehr richtig:

„Als Kinder sa?en wir in Autos ohne Sicherheitsgurte und ohne Airbags.
Unsere Bettchen waren angemalt mit Farben voller Blei und Cadmium.
Die Fl?schchen aus der Apotheke konnten wir ohne Schwierigkeiten ?ffnen,
genauso wie die Flasche mit Bleichmittel.
[…]
T?ren und Schr?nke waren eine st?ndige Bedrohung f?r unsere Fingerchen
und auf dem Fahrrad trugen wir nie einen Helm.
[…]
Wir tranken Wasser aus Wasserh?hnen und nicht aus Flaschen.
[…]
Wir verlie?en morgens das Haus zum Spielen. Wir blieben den ganzen Tag weg und mussten erst zu Hause sein, wenn die Stra?enlaternen angingen. Niemand wusste, wo wir waren und wir hatten nicht mal ein Handy dabei!
[…]
Wir haben uns geschnitten, brachen Knochen und Z?hne, und niemand wurde
deswegen verklagt. Es waren eben Unf?lle. Niemand hatte Schuld au?er wir selbst.
[…]
Wir hatten nicht: Playstation, Nintendo 64, X-Box, Videospiele, 64 Fernsehkan?le, Filme auf Video, Surround Sound, eigene Fernseher, Computer, Internet-Chat-Rooms.
Wir hatten Freunde!!!

gelesen bei M-E-X Blog

W?rde G.G. Anderson heute immernoch den universell-?bernat?rlich talentierten McGywer mimen, dann h?tte dieser charakter-neutrale Mentalangeber sicherlich dieses Taschenmesser. Super genial das Teil, nat?rlich mit dem wei?en Kreuz, da w?rde ich mich auch dr?ber freuen. (…)
Vielleicht auch was f?r Camper, oder gar Dauer-Camper. Geschickte ?berleitung zum Wilden Westen, der sich seit einer Woche Maastricht zur Kulisse genommen hat. Da blockieren diese White-Ass-Trailerpark-Penner erst wie die Weltmeister die Autobahn und m?llen alles voll (siehe hier und hier) und halten seit dem die Hundertschaften der ME (Mobiele Eenheid) auf Trab. Gestern Morgen waren diese Vollidioten dann so cool, sich wie der Berg, der zum Propheten kommt auf dem Parkplatz der Polizei einzufinden. Da standen diese Parade-Flodders dann gut 30 gepanzerten brutalo-Polizisten gegen?ber und haben auf dicke Hose gemacht. -Lustig, wenn man so als nichtinvolvierter Passant daran vorbeil?uft und feststellt, da? die niederl?ndische Polizei scheinbar ein ganzes Lager voll Korb-W?schek?rben ihres Deckels beraubt haben mu?. Die Schilde, die die Herren so stolz zum Selbstschutz vor sich tragen, sind in Wahrheit also mit schwarzer Folie bezogene W?schekorbdeckel. Na bravo Holland! Einen Krieg kann man damit nicht gewinnen, daf?r ist es ganz klar umweltfreundlicher.
Ganz im Gegenteil meine mittlerweile hoffentlich Ex-Nachbarin, die in einem Anfall endg?ltiger Vollidiotie einen Teil ihres Hausrates heute Morgen direkt vor der Haust?r entsorgt hat. Daf?r hat sie alles, was ihr zum Ausr?umen zu unbequem war einfach in der Wohnung gelassen und sich noch aufgeregt, da? ich was gesagt habe. Aber bitte, ich habe heute Morgen Alice versprochen, mich hier nicht dauernd wie der Hausmeister zu f?hlen (auch wenn das in meinen Genen liegt, denn mein Vater f?hlt sich auch immer so), aber ich lehne es ab, so ein Verhalten verstehen zu m?ssen. Es scheint aber gl?cklicherweise so zu sein, da? sich solche Menschen mit dem Andentaglegen solcher Einstellungen und Verhaltensweisen fr?her oder sp?ter ?berall selbts disqualifizieren. Nur leider bin ich dann nie dabei, wenn sie schallern auf die Schnauze fallen… Aber ich sags ja: Spa?gesellschaft!
Herr, la? schonwieder Hirn regnen, aber ganz ganz schnell und ganz viel. Naja, in Thailand ist ja bald Regenzeit -hab ich mir sagen lassen-, und da geht der Grund meines Magengeschw?res ja nun zum Austausch hin.
Eines ist jedenfalls klar: Ich freue mich auf meine eigenen vier W?nde. Warum? -Na, weil ich da der Hausmeister bin, und mich nicht nur dauernd so f?hlen mu?! ;)

Topless im Land der Kiffer

Da bin ich wieder. Aufgeschlagen, und ohne Bauchlandung, in meinem geliebten Maastricht, mit dem ich irgendwie nach fast sechs Monaten Deutschland gar nicht so recht warm werden will. Es scheint fast so, als w?re alles noch um ein Vielfaches mehr anders und ungewohnt als im Herbst 1998, als ich das erste Mal hierher gezogen bin. Freilich mit f?nffachen Bahnhof, und nicht so sparsam wie dieses Mal, wo ich mich angesichts der beinahe sommerlichen Temperaturen tats?chlich schon wieder mit den falschen Klamotten eingedeckt habe. War sogar laufen heute. Das letzte Mal, vor einigen Wochen war noch in Bamberg, wo ich tapfer bei Temperaturen um den Gefrierpunkt durch die Gartenstadt getrabt bin. Dementsprechend angenehm war ich heute ?berrascht, als meine mir bis dato unbekannten neuen Tragos-Nachbarinnen auf der gegen?berliegenden Seite der H?userreihe die topless-im-Tanga-Saison eingel?utet haben. Sp?testens da wu?te ich, es ist warm drau?en. Und da? es doch kein Fehler war, gestern ?ber eine Stunde meine Fenster geputzt zu haben.
Der Abschied aus dem feinen Frankenland ging eigentlich kra? schnell ?ber die B?hne; ein wenig zu schnell f?r meinen Geschmack. Ich habe nat?rlich den Fehler gemacht, an meinem letzten Abend bei den ganzen Leuten im Wohnheim vorbeigehen und tsch??-sagen zu wollen. Es kam dann auch wie es kommen mu?te, denn es waren nur wenige Leute da. Und so schmierte ich mir einige Email-Adressen und Telefonnummern auf die hausinterne Telefonliste mit allen Bewohnern, nur, um sie dann in den ganzen Wirren des Umzuges irgendwo zu verlieren. Eventuell ist diese Liste ? urspr?nglich auf hellblauem Papier ? auch daran schuld, da? meine schwarze Strickjacke nach der W?sche irgendwie anders aussieht. Ich wei? es nicht. Nur, da? es mich im Nachhinein tierisch anstinkt, wie das sonst so gesellige Semester in Bamberg geendet hat. W?hrend der Pr?fungen hat man niemanden mehr getroffen, und einen Tag nach der letzten Pr?fung stand ich schon feste in den Kartoffeln und packte meinen Kram zusammen. Nicht sch?n, schon alleine, weil ich mit dem einen oder anderen nochmal gerne zwei Bier getrunken h?tte. Denn wir erinnern uns: In Bayern trinkt man immer nur zwei Bier ? das erste und das letzte.
Back in Maastricht haben wir erstmal das Zimmer von Alice mit Latexfarbe gewei?elt, ganz so, wie es die strengen Statute von H?usermogul Penders es verlangen. Vier Meter ist das Zimmer hoch, mehr sage ich dazu nicht. Nebenbei habe ich mir dann auch das eine oder andere wieder in die Regale ger?umt, aber irgendwie sieht mein Zimmer komplett unpers?nlich aus, und ich frage mich jeden Tag, wo ich das ganze Zeug gelassen habe, das meinem Zimmer diese sympatische Ausgef?lltheit verliehen hat. Nicht Fleisch, nicht Fisch, so ungef?hr f?hlt es sich im Moment an, auch wenn ich meiner neuen ?berzeugung, da? man eigentlich nur noch Bamberger Bier trinken sollte, zum Trotz schon m?chtig mit dem alten Clan (man k?nnte auch vom ?harten Kern? oder dem ?letzten Rest? sprechen) minderwertigem holl?ndischem Bier gehuldigt habe, um Freddy?s Diplom zu begie?en. Ein wenig Heimatgef?hl stellt sich dann schon ein, wenn man am n?chsten Tag mit einem gewaltigen Sch?del aufwacht und versucht, ex post die genaue Menge der konsumierten Brand- und G?rungsprodukte abzusch?tzen. Auch wie zu hause hab ich mich gef?hlt, als ich wiedermal die Grenze bei Aachen ?berfuhr und sich das gr?n-wei?e Auto vom Zoll auf den Weg machte, gef?hrliche Drogen- und Menschenh?ndler wie mich zu stoppen. Und das auch noch im Auto meiner Mutter… Nun ja, ich kann es nicht verhehlen, da? ich mich schon diebisch darauf gefreut habe, den Zoll-Beamten w?hrend der ?bergabe der geforderten Papiere und des ungeforderten Maastrichter Studentenausweises zu fragen, ob ich denn diesmal endlich die silberne Kelle bekomme. Ein wenig entt?uscht war er schon, als ich ihm sagte, da? ich nun zum 25sten Male kontrolliert wurde, er sich aber gerne in meinem Gep?ck umsehen kann. Er zahlte es mir dann heim, als er mir verriet, wie die Aachener Polizei liebevoll unseren sch?nen LDK-Landkreis nennt: Land der Kiffer. Na dann…
Nur gut, da? ich nicht mit meinem Wagen unterwegs war, aber der war ja gerade in der Werkstatt. An dieser Stelle lasse ich es mir auch nicht nehmen, den Firmen Autoteile Unger, Audi Borgmann in Krefeld und dem Bosch-Dienst einen unfreundlichen Gru? zuzuwerfen und jeden Audi 80-Fahrer darauf hinzuweisen, da? es sehr lohnt, sich eine kompetente und vor allem ehrliche Werkstatt zu suchen, die einem die Lichtmaschine mit einem neuen Regler f?r 35 Euro repariert, anstatt gleich ein neues Aggregat f?r 330 Euro zu verordnen! So blieb dann doch noch genug im Pott, um endlich meinen betagten Rechner in Rente zu schicken und den Segen einer aktuellen Rechenmaschine zu erfahren. Und was hab ich meine Flat vermi?t! Zum Gl?ck hat mich das Wetter der letzten Tage davon abgehalten, dauernd meinen Datennachholbedarf zu stillen. Womit wir wieder beim Wetter w?ren. Ist doch auch ein viel friedlicheres und hygienischeres Thema als Krieg, Politik und Terror ? und zwar ganz egal ob Micro- oder Makroebene!

Sicherheitsabstand!

Da? ich das Rauchen aufgegeben habe hat dieser Tage zum Vorteil, da? ich nicht ne ganze Schachtel am Tag wegquarze. L?ge hier eine, sch?n offen, das Silberpapier bereits entfernt, drei Zigaretten treppenf?rmig hervorgezogen, stilvoll dargereicht auf einem silbernen Tablett, nebst nicht minder stilvollem Ascher und Feuerzeug, ich glaube man m??te mir die H?nde auf den R?cken binden, da? ich es trotzdem seinlasse. Ist es genau das Gef?hl, das einen immerwieder r?ckf?llig werden l??t? -Dieses unbestimmbar nerv?se Gef?hl, das irgendwo in der Brust sitzt, sich zuweilen nach unten ausbreitet, und sich immer lauter an das Gehirn meldet? Wenn das so ist, dann wei? ich jetzt sicher, da? Nichtraucher und nicht mehr Rauchende dieses Gef?hl auch haben, womit mir jetzt meine Ratio das Ausrufezeichen hinter, vor und ?ber meine Emotio gesetzt h?tte.
Wenn ich pr?ziser bin, ist es auch eher so, da? ich momentan eigentlich nach allem Schmacht habe, was die Sinne vernebelt und diesem Gef?hl Beine macht. Ich f?hle mich v?llig auf Turkey, obwohl ich mit ?berhaupt keinen Bet?ubungsmitteln Kontakt habe, geschweigedenn jemals mit solchen, die einen Turkey ausl?sen, Kontakt gehabt h?tte. Ne Flasche Wein w?rde da jetzt mit Sicherheit helfen, soviel steht fest. Aber Alkohol ist doch keine L?sung! -Ja Mama, wei? ich auch. Nur wegbeamen, in ein anderes Level. Einfach die Komplettl?sung zur Hand nehmen oder mit dem Konsole-Befehl einen Cheat eingeben und *schwups* schon ist es n?chste Woche Freitag, ich habe mein vollgepacktes Auto unter dem Arsch und vor mir liegt neben der Autobahn nur noch das, was das Gegenteil ist von dem, das ich hier zur?cklasse. Ein Wahnsinnsgef?hl, etwas hinter sich zu haben. Wahrlich, das ist schon eine Weile her, da? ich so etwas erlebt habe.
Und jetzt? Augen zu und durch. 2 Ordner und 120 Minuten meiner n?chsten und letzten Woche hier in Bamberg trennen mich von genau diesem Erlebnis. Der Rest ist trivial: Betrinken, Papierkram erledigen, einpacken, putzen, dem Hausmeister einen sch?nen Tag w?nschen und dann weg. Schade, da? am Ende einer eigentlich sehr guten Zeit immer Pr?fungen kommen, die einen das Erlebte des ganzen letzten halben Jahres fast vergessen lassen. Wie der tote Vogel im Mund nach einer durchzechten Nacht bleibt auch hier immer ein besonderer Nachgeschmack.

Alles sehr abstrus heute und wenig karnevalistisch, ich wei?. Aber f?r alle, die es noch nicht wissen, es sind Pr?fungen. Und am Aschermittwoch bin ich gebo-ho-ren… Wenn dieser Tage einer dieser Narren neben der Einmeterf?nfzig-Regel auch noch die La?-mich-mit-dem-Schei?-in-Ruhe-Regel verletzt, bekommt er von mir so richtig seine d?mliche Visage verbeult, da? ab sofort aller Tage Aschermittwoch ist! Mal ehrlich, n?chtern ist der ganze Zirkus doch gar nicht zu ertragen. Womit wir wieder beim Alkohol w?ren. -Mensch, was hab ich schlechte Laute heute! Daran ?ndert auch nichts, da? die Fr?nkische Schweiz im Abendrot extrem tuntig-rosa leuchtet…

Wie das Jahr beginnt, so endet es auch

Ich habe meinen geneigten Lesern bisher v?llig meinen Jahreswechsel verschwiegen. Nun ja, ein bedeutsamer Teil dieses Abends ist in dem Bild links zusammengefa?t. Alice und ich haben „aldidente“ ein sehr ansprechendes und vor allem extrem leckeres Silvestermenu gekocht.
Im Einzelnen, die Vorspeise: Scampi Provencal auf Ruccola-Salat mit Kr?uter-Knoblauch Marinade. Hauptgang: Schweinemedallions auf Butter-Karotten und Sp?tzle mit Cognac-Wei?wein-Sauce. Nachtisch: Quark-Mousse mit Kirschgr?tze und Lebkuchen. Dazu empfehlen wir 2 Flschen Sauvignon-Blanc und eine Flasche spanischen Cava-Sekt und einem fantastischen Abend steht nichts mehr im Wege. -Herrlich! Von diesem Festschmaus werde ich gedanklich wie k?rperlich in den n?chsten Wochen zehren, wenn es wieder hei?t, die Singlek?che zu kulinarischen Versorgunsleistungen zu motivieren.
Ja Schei?e aber auch, morgen geht der Zirkus in Bamberg wieder los. Zwar rede ich (hoffentlich) von meinen letzten 8 Wochen Uni, allerdings kommt es mir jetzt schon hoch, wenn ich daran denke, da? ich meine Sachen schon bald wieder aus meinem Zimmer im Wohnheim in mein Auto tragen kann. Ok, da sind noch ein paar N?sse in Form von Pr?fungen vorher zu knacken, aber dann: Wieder umziehen. Ich beginne es zu hassen, obwohl noch lange da kein Ende in Sicht ist. Kaum wird die Diplomarbeit in Maastricht unter Dach und Fach sein hei?t es da auch schon wieder einpacken. Mensch Mensch, hoffentlich erscheint bald der Stern am Horizont, der mir den Weg weist.

Deutschland, deine Dichter und Denker!

kling.jpgDie Deutschen schreiben und lesen wieder! Ja ist es denn zu fassen, der Deutschen liebstes Gut und h?chster Wert erfuhr dieses Jahr eine beispiellose Renaissance. Wer nun allerdings glaubt, diese Nation h?tte sich mit Dichterf?rsten, Philosophie und Klassikern befa?t, der wird derbe entt?uscht. „An meinem 27. Geburtstag hielt ich ein ganz besonderes Geschenk in der Hand: Meinen ersten Pornoschwanz.“ So m?ssen heutzutage B?cher beginnen, um Einzug in deutsche Wohnzimmerschr?nke zu halten! Goethe, Schiller, Hesse und wie sie alle hei?en, es sei Euch post mortem eines gesagt: „Bebende Busen“ und „brennendes Verlangen“ sind heute abgemeldet, wenn sie nicht gerade in Gina Wild’s Biographie stehen.

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Alkopop

Es gibt Dinge, bei denen ist es besser, nicht zu genau dar?ber bescheid zu wissen. Da w?re z.B. die Herstellung von Blauschimmelk?se zu nennen. Ich sah k?rzlich im Fernsehen eine Reportage ?ber die ber?hmte franz?sische K?sespezialit?t Roquefort. Wie dort zu sehen war, wird frisch gebackenes Brot erst in einer H?hle bis zur Unkenntlichkeit verschimmeln gelassen, um dann daraus die Schimmelsporen zu gewinnen. Damit wird darauf gezielt die vorbereitete Frischk?semasse verseucht, um die K?stlichkeit in spe wiederum in einer H?hle zur Vollendung „reifen“ zu lassen. –Seit dieser Reportage habe ich regelm??igen Brechreiz, sobald ich nur an Blauschimmelk?se denke. ?brigens bin ich ?berzeugt, da? die selbe Attit?de aus einer vergleichbaren Sendung-mit-der-Maus-Thematik „Wie kommen eigentlich die ekligen blauen Pitzel in den K?se“ entwachsen w?re. Wie gesagt, manche Sachen will man einfach nicht so genau wissen. Genauso, wie oft sich mein ebenso anti-autorit?r erzogener wie verquanzter Wohnheimsgenosse die Haare w?scht… Anderes Thema: Eben hat mich mein Prof f?r Personal und Organisation zur allj?hrlichen Weihnachtsfeier in sein bescheidenes Heim geladen. Ein wirklich super-netter Zug wie ich finde, sowas sollte es in Maastricht mal geben, wo ein sogenannter Professor seine Termine f?r Studenten in 10min-Frequenzen vergibt und nach seiner Arbeitszeit nicht mehr geh?rt und gesehen werden will. Ich denke, da werden auch einige Leute erscheinen, denn eine exklusive Besichtigung des sonst unzug?nglichen Anwesens l??t man sich ja schlie?lich nicht entgehen, schon allein, um die Rundreise durch die Burgenstra?e zu komplettieren. Nun ja, eng oder ?berlaufen d?rfte es wohl unter keinen Umst?nden werden.
Da war die Party gestern Abend hier im Wohnheim anl??lich eines Geburtstags schon ne ganze andere Liga. Ich hab selten so viele willenlose und scheinbar v?llig schmerzfreie Hardcore-Feierleute in einer K?che und einem Flur erlebt. Eine unverge?liche Showeinlage war dann zu weit fortgeschrittener Stunde die spontan ausgebrochene Bisexualit?t der Belgierin und einer N?rnbergerin, der die lobenswerte ?berlegung vorausging, einem Mann (n?mlich dem Geburtstagskind) einen tiefen, unerf?llten Wunsch in Erf?llung gehen zu lassen. (Ja richtig, die alte Leier mit dem lesbischen 3some.) Zugegeben, sie haben mit ihren minutenlangen French-kisses den anorexen Model-P?ppchen und den lauthals singenden Verbindungs-Chaoten echt die Show gestohlen, allerdings verlie? sie wohl doch der Mut, als der Gastegeber tats?chlich zum zweiten Teil des Geschenks ?bergehen wollte. Naja, ist ja auch eigentlich egal, so haben zwei Leute mehr erstmal ein Reputations-Anh?ngsel, das sie nicht so schnell wieder loswerden werden. Aber wir haben alle herzlich lachen k?nnen, und lachen ist bekannterma?en gesund. Ungesund dagegen d?rfte heute Morgen das Gef?hl im Kopf derer gewesen sein, die bis um vier Uhr morgens mithalfen, die K?che g?nzlich zu ?berschwemmen und die gesamte Lokalit?t in den Zustand zu versetzen, f?r den die Hausverwaltung durch das autorit?re Sprachrohr des Hausmeisters ein Nachspiel angek?ndigt hat. Vielleicht war ich mal wieder einfach zu n?chtern f?r derlei „Spielchen“, aber als um halb drei diese sich selbst als gebildet bezeichnenden Menschen ganz und gar zu der von mir so verha?ten Spa?gesellschaft wurden, hab ich mich gerade noch rechtzeitig vor dem Kartoffel-Weitwurf in mein Bett verzogen. Ich bin mir durchaus bewu?t, da? ich dadurch ganz sicher gerade „das Beste an der Party“ verpa?t habe, aber ich hatte daf?r heute keinen Sch?del und konnte entspannt beim Nachhausekommen die putzenden Alkoholleichen ein freundliches (und keinesfalls sarkastisches) „Na, wie geht’s?“ zurufen.

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